Feier-Tradition in Aurich  Nach Zwangspause lädt das Kukelorum Vatertag wieder ein

Gabriele Boschbach
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Von Gabriele Boschbach
| 23.05.2022 15:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Im vergangenen Jahr hat die Polizei feiernde Jugendlichen auf der Wiese beim Kukelorum kontrolliert. Die Gaststätte selbst war geschlossen. Foto: Archiv/Boschbach
Im vergangenen Jahr hat die Polizei feiernde Jugendlichen auf der Wiese beim Kukelorum kontrolliert. Die Gaststätte selbst war geschlossen. Foto: Archiv/Boschbach
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Eine Vatertagsfeier am Kukelorum in Aurich-Rahe war jahrzehntelang für viele Kult. Nicht nur die Corona-Pandemie hat diesem Vergnügen einen Riegel vorgeschoben.

Aurich - Eine Vatertagsfeier und ein Ausflug zur Kultgaststätte Kukelorum gehörten jahrzehntelang für viele Auricher so selbstverständlich zusammen wie Käsefondue und Silvester. Nach mehrjähriger Zwangspause lebt diese Tradition am Donnerstag, 26. Mai, wieder auf. „Wir haben ab Vormittag geöffnet“, sagt Inhaberin Bärbel Birnbaum-Wermerßen am Montag auf Anfrage. Bier sei „hoffentlich ausreichend“ geordert. Es gebe ein paar „Kleinigkeiten“ zu essen. Mit Freudenbekundungen hält sich die 57-Jährige aber zurück: „Wir werden überrollt werden“, spricht sie ihre Befürchtung aus. Als Tochter der langjährigen Betreiber Elli und Lüppo Wermerßen weiß die Wahl-Rheinländerin, worauf sie sich einlässt. Sie weiß aber auch, was sie den Aurichern wegen dieser Vergangenheit schuldig ist.

Das Kukelorum liegt direkt am Fahrradweg an der gleichnamigen Schleuse in Aurich-Rahe. Es ist eines der wenigen Ausflugslokale, die sich im Landkreis Aurich noch haben halten können. Allenthalben wird beklagt, dass es gerade für Radfahrer wenige Einkehrmöglichkeiten gibt. Antje Gronewold, Organisatorin des 1. Ostfriesischen Fahrradtags, hatte dieses Defizit in den vergangenen Monaten wiederholt herausgestellt und gebrandmarkt: „Man hat mitunter nicht einmal die Möglichkeit, auf Toilette zu gehen.“ Der Betrieb von Ausflugslokalen ist für viele Gastwirte nicht mehr attraktiv. Die Gebäude liegen naturgemäß oft etwas außerhalb, vielfach gibt es Investitionsstaus. Die Inhaber können den Betrieb aus Altersgründen nicht mehr fortsetzen, suchen einen Nachfolger und finden niemanden oder nicht den richtigen Partner, der die Arbeit übernehmen könnte.

Auf einem Haufen Müll sitzengeblieben

So war es auch im Kukelorum. Elli und Lüppo Wermerßen wollten sich 2016 zurückziehen und legten die Nachfolge in die Hände von Michael Wackenheim. Der hatte nach einem in seinen Augen desaströs verlaufenen Vatertagsrummel keine Lust mehr auf diese Art von Gaudi. Er sei auf einem Riesenhaufen Müll sitzengeblieben und habe wegen randalierender Gäste Ärger mit der Polizei gehabt, klagte er im Anschluss öffentlich. Ein- oder zweimal hat Andy Wermerßen, der Bruder von Bärbel Birnbaum-Wermerßen, danach in der Nähe des Kukelorums für eine Bewirtung der Feiernden gesorgt. Dann kam Corona und gab dem vor sich hin dümpelnden Traditions-Vorhaben den Rest.

Die negativen Schlagzeilen sollen nach dem Willen von Bärbel Birnbaum-Wermerßen und ihrer neuen Pächterin Vera Rieken der Vergangenheit angehören. Um die Ordnung nicht in Gefahr zu bringen, sei Security-Personal eingestellt worden. Ein DJ werde für Stimmung sorgen. Und für den Rest würden die jungen Leute sorgen, die immer am Ufer des Kanals beim Kukelorum säßen und ihren Ghettoblaster aufdrehten.

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