Corona im Landkreis Leer Novavax war kein „Gamechanger“ bei den Impfungen
Novavax wurde als Heilsbringer angepriesen. Viel verimpft wird der Impfstoff in Leer jedoch nicht. Dennoch stieg jetzt der Aktienkurs des Unternehmens hinter dem Vakzin.
Leer - Auf ihm lagen große Hoffnungen: der Novavax-Impfstoff gegen das Coronavirus. Viele Politiker setzten ihr Vertrauen in das Mittel, weil es sich anders als die bisherigen Präparate von Biontech oder Moderna um einen Proteinimpfstoff handelt. Also einen sogenannten Totimpfstoff.
Die Hoffnung bestand darin, dass dieser Impfstoff diejenigen überzeugt, dich sich wegen der mRNA-Technologie in den anderen Mitteln gegen eine Impfung entschieden hatten. Im Landkreis Leer ist diese Hoffnung ins Leere gelaufen.
Wenig Impfungen mit Novavax
„Das war nicht so der Game-Changer“, sagt Kreisrätin Ute Buntrock trocken. Lediglich 226 Spritzen mit dem Impfstoff wurden im Landkreis Leer verbraucht. Zum Vergleich: Seit dem 1. Oktober wurden insgesamt 29.600 Impfungen vorgenommen. Das zeigt: So groß wie erhofft, war der Zuspruch für das Vakzin nun nicht.
Auch auf Landesebene ist der Zuspruch recht verhalten. Im April, also sechs Wochen nach Zulassung wurden insgesamt 11.200 Spritzen mit Novavax in Niedersachsen verbraucht. Bis heute hält sich die Quote auf niedrigem Niveau. Generell nimmt die Impfbereitschaft ab. Deshalb wird der Landkreis ab dem 30. Mai auch seine mobilen Teams gezielter einsetzen. Ab dann soll pro Tag eine Gemeinde angefahren werden. Somit sind Termine nur noch alle zwei Wochen möglich. Damit reagiere man darauf, dass auch immer weniger Menschenspontan und ohne Termin kommen, so Buntrock
Impfpflicht bleibt
Am Donnerstag hat das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe die Corona-Impfpflicht für das Pflege- und Gesundheitspersonal als rechtens bestätigt. „In Niedersachsen setzen wir die einrichtungsbezogene Impfpflicht seit ihrem Inkrafttreten sehr konsequent um und stellen dabei fest, dass sich die überwältigende Mehrheit der Beschäftigten in den betroffenen Bereichen ausgesprochen verantwortungsbewusst verhält und bereits vollständig geimpft ist“, kommentiert Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens die Entscheidung.
Gleichzeitig will die Bundesregierung für den Herbst zusätzlichen Corona-Impfstoff bestellen und damit auf die dann vorherrschenden Virusvarianten reagieren können. Nach einer vom Bundeskabinett beschlossenen Strategie sollten daher weitere 830 Millionen Euro für den Kauf eines angekündigten Impfstoffs des Herstellers Moderna bereitgestellt werden, der bei verschiedenen Varianten zugleich wirke.
Ein rein auf die Omikron-Variante angepasster Impfstoff von Biontech sei zudem bereits bestellt. Zusätzlich beschafft werden solle nun ein von Moderna vorbereitetes Präparat, das bei beiden Virus-Typen wirke. Doch auch hier: Kein Wort über Novavax. Anders sieht das in den USA aus. Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA hat für den 7. Juni ein Expertenpanel einberufen, um über die Zulassung des Impfstoffs in den USA zu diskutieren. Möglich ist, dass das Vakzin im zweiten Halbjahr auf den Markt kommt. Die Ankündigung ließ den Aktienwert des Unternehmens hinter Novavax deutlich ansteigen.