Kultur Game-of-Thrones-Star besucht das Emder Filmfest
Das Filmfest Emden-Norderney kehrt vom 8. bis 15. Juni in seiner altbekannten Form ohne Einschränkungen zurück. Im Programmheft sind einige bekannte Namen zu entdecken.
Emden/Norderney - Das Internationale Filmfest Emden-Norderney kehrt zur Normalität zurück. Nachdem das letzte Festival in den Herbst vergangenen Jahres verlegt worden war und es im Jahr davor ganz ausfiel, findet es zur ersten Mal seit drei Jahren wieder in gewohnter Form und zum traditionellen Zeitpunkt statt - ganz ohne Corona-Beschränkungen, wie das Organisations-Team verrät. Druckfrisch ist seit Freitag das aktuelle Programmheft erhältlich, das auch die eine oder andere bekannte Persönlichkeit als Gast ankündigt. Unter anderem wird der aus der Serie „Game of Thrones“ bekannte Schauspieler Tom Wlaschiha nach Emden kommen. „Die Filmgäste haben wieder Lust zu reisen“, sagt Filmfest-Geschäftsführerin Nora Dreyer. Das sei nun deutlich zu spüren.
In diesem Jahr sind mehr als 70 Filme im Programm, darunter 32 Weltpremieren beziehungsweise deutsche Erstaufführungen. Das Festival startet am 8. Juni im Cinestar-Kino in Emden sowie im Kurtheater auf Norderney mit dem Eröffnungsfilm „Wie im echten Leben“. Darin spielt Juliette Binoche eine renommierte Schriftstellerin, die für ihr neues Buch undercover als Putzfrau arbeitet.
Mehr als 170 Veranstaltungen
Der Eröffnungsfilm gibt bereits einen kleinen Vorgeschmack auf die Fülle an Themen, die das Festival in diesem Jahr mit seinen rund 170 Veranstaltungen bietet. „Wir zeigen Filme, die das Publikum bewegen“, sagt Dreyer. Die Themen würden in diesen Zeiten auf der Hand liegen: Es geht um Corona, Krieg, Migration, prekäre Arbeitsverhältnisse, das Mit- und Gegeneinander in einer sich verändernden Welt. Es wird spannend, skurril, traurig und auch komisch - „aber immer unterhaltsam“, verspricht Nora Dreyer.
Rund 70 Gäste aus der Filmbranche werden in Emden erwartet, um ihre neuesten Produktionen dem Publikum zu präsentieren. Im Mittelpunkt des Festivals stehen wieder die Preise mit einem Gesamtwert in Höhe von 65.000 Euro.
Neuer Preis für Filme zum Thema Klimaschutz
Neu in diesem Jahr ist der „Focus Future Award“, der von der in Aurich ansässigen Ökorenta-Gruppe gestiftet wird und mit 5.000 Euro dotiert ist. Ausgezeichnet wird ein gesellschaftlich in besonderer Weise engagierter Spiel- oder Dokumentarfilm, der sich mit den Themen Umwelt- und Klimaschutz sowie mit zukunftsorientierten Themen und Visionen auseinandersetzt.
Einer der Höhepunkte der Preisverleihung am 10. Juni in der Emder Johannes-a-Lasco-Bibliothek werden die Drehbuchlesungen sein, für die in diesem Jahr Tom Wlaschiha („Game of Thrones“) und Schauspielerin Anjorka Strechel („Morden im Norden“) gewonnen werden konnten.
Meret Becker erhält den Schauspielpreis
Meret Becker wird mit dem Emder Schauspielpreis des 32. Internationalen Filmfests Emden-Norderney ausgezeichnet. Der Preis für herausragende schauspielerische Leistungen wird der unter anderem in der TV-Rolle der „Tatort“-Kommissarin Nina Rubin bekannt gewordenen Schauspielerin am 12. Juni persönlich übergeben. Zudem wird Meret Becker in dem Talk-Format „Film-Tee“ am 11. Juni in Emden zu Gast sein. In den vergangenen Jahren waren unter anderen Jürgen Vogel, Julia Jentsch, Ulrich Tukur, Anna Maria Mühe, Katharina Thalbach und August Diehl die Preisträger des Emder Schauspielpreises.
Das Rahmenprogramm des Festivals greift die beliebten Formate aus der Zeit vor Corona wieder auf: Es werden unter anderem ein Filmgespräch über die Wettbewerbsfilme des DGB-Filmpreises, der Mitternachts-Talk im Grand Café sowie das im vergangenen Jahr neu geschaffene Format „Talk & Brunch“ angeboten. Auch auf Norderney wird es im Kurtheater in diesem Jahr spätabendliche Filmgespräche unter dem Titel „Late-Night-Talk Norderney“ geben.
20 Kurzfilme flackern außerdem über die Leinwände
Mit dem „Norderneyer Engel – Integrationspreis der Insel Norderney“ zeichnet das Internationale Filmfest Emden-Norderney einen Kino- oder Fernsehfilm aus, der sich in herausragender Weise zum Themenbereich Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzung, Rassismus, Intoleranz positioniert und damit ein Zeichen setzt für Integration, Vielfalt und das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kulturen oder Religionen. In diesem Jahr geht der Preis an die Regisseurin Julia Furer für ihren Dokumentarfilm „Love Will Come Later“. Die Preisverleihung findet am Donnerstagabend auf der Insel statt. Schirmherr ist Ex-Bundespräsident Christian Wulff.
In drei Kurzfilm-Programmen präsentiert sich der filmische Nachwuchs außerdem mit insgesamt 20 Werken aus Nordwest-Europa, die um den Ostfriesischen Kurzfilmpreis der VGH und den Engelke-Kurzfilmpreis der Sparkasse Emden konkurrieren.