Osnabrück  Passive ETFs oder aktiv gemanagte Aktienfonds: Was ist besser?

Corinna Clara Röttker
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Von Corinna Clara Röttker
| 19.05.2022 15:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Anleger suchen nach Anlageformen, die noch Rendite versprechen - gegenwärtig führt da kaum ein Weg an Aktien vorbei. Foto: dpa
Anleger suchen nach Anlageformen, die noch Rendite versprechen - gegenwärtig führt da kaum ein Weg an Aktien vorbei. Foto: dpa
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Aktiv gemanagte Aktienfonds sind im Vergleich zu ETFs deutlich teurer. Dafür werben die Fondsmanager aber mit ihrer Expertise. Für Anleger stellt sich die Frage: Ist die das Geld wert? Experten vom Bankenverband erklären, was es zu beachten gilt.

Exchange Traded Funds - kurz ETF - boomen. Im vergangenen Jahr haben sich deutsche Privatanleger regelrecht auf die passiv gemanagten Indexfonds gestürzt. Der Direktbank ING Deutschland zufolge stieg das von Sparern in ETF investierte Vermögen im vergangenen Jahr um 50 Milliarden auf 150 Milliarden Euro.

Der ETF-Hype ist unter anderem auf die niedrigen Zinsen und die hohe Inflationsrate zurückzuführen: Anleger suchen nach Anlageformen, die noch Rendite versprechen – und da führt gegenwärtig kaum ein Weg an Aktien vorbei. ETFs weisen dabei gegenüber einem von einem Fondsmanager verwalteten Fonds einen wichtigen Vorteil auf: Sie sind deutlich günstiger, weil sie sich selbst verwalten und so die Kosten für einen Fondsmanager eingespart werden. Zudem stellt sich die Frage, ob langfristig ein Fondsmanager den Gesamtmarkt schlagen kann.

Bei einer Telefonaktion der Neuen Osnabrücker Zeitung zum Thema Geldanlage haben Klaus Bredemeier, Alexander Kühne und Christiane Stärk vom Bundesverband deutscher Banken die Fragen von Lesern beantwortet. Eine häufig gestellte Frage lautete:

ETFs haben den Ruf einer kostengünstigen Geldanlage. Sind sie wirklich gut geeignet oder sind aktiv gemanagte Aktienfonds besser?

Antwort der Experten:

Ein ETF ist ein Aktienfonds - auch Indexfonds genannt -, der die Wertentwicklung eines Aktienindex nachbildet, beispielsweise die des deutschen Aktienindex DAX. Der ETF investiert in die im Index enthaltenden Wertpapiere, in gleicher Gewichtung. Die Wertentwicklung des ETF richtet sich nach dem jeweiligen Index. Bei einem ETF ist kein aktives Fondsmanagement nötig, um Anlageentscheidungen zu treffen. Daher sind ETFs in der Regel kostengünstiger als aktiv gemanagte Fonds.

Bei gemanagten Fonds steuern Fondsmanager die Investitionen und sie können flexibler auf Änderungen an den Kapitalmärkten reagieren. So kann das Fondsmanagement etwa in schlechten Börsenzeiten Maßnahmen ergreifen, um Verluste zu begrenzen. Dafür sind die Kosten etwas höher.

Egal ob ETF oder gemanagter Aktienfonds: Man sollte sich des Kursrisikos bewusst sein, das Aktien grundsätzlich haben. Langfristig haben breit gestreute, internationale Aktienfonds oder ETFs, etwa auf den MSCI-World, aber auch gute Renditechancen. Beide bieten eine breite Risikostreuung, da sie in viele verschiedene Aktien investieren. Welcher von beiden die bessere Anlage ist, muss letztlich jeder Anleger für sich entscheiden.

Aktienfonds und ETFs haben mitunter starke Wertschwankungen. Mit zunehmender Laufzeit nimmt aber das Risiko von Kursverlusten ab. Daher sollte man nur Geld in Aktien, Aktienfonds oder ETFs anlegen, das mindestens fünf Jahre nicht benötigt wird, besser zehn Jahre oder noch länger. Um einen Einstieg zum falschen Zeitpunkt zu vermeiden, ist es sinnvoll, nach und nach zeitlich versetzt Teilbeträge anzulegen, so kauft man zu unterschiedlichen Kursen.

Für einige Anleger könnten Mischfonds eine Alternative sein. Sie legen flexibel und je nach Marktlage in Aktien, festverzinsliche Wertpapiere und weitere Anlageklassen wie Rohstoffe und Edelmetalle an. Die Wertschwankungen sind in der Regel weniger stark, dafür sind die Renditechancen auch geringer.

Gut zu wissen: Fonds und ETFs sind sogenanntes Sondervermögen. Das bedeutet, das angelegte Geld wird strikt vom Vermögen der Fondsgesellschaft getrennt. Im Falle einer Insolvenz der Fondsgesellschaft bzw. des Emittenten fällt das Fondsvermögen nicht in die Konkursmasse, sondern bleibt in voller Höhe erhalten und für den Anleger verfügbar.

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