Berlin  „Schäbig“: Wolfgang Schäuble empört sich im TV über Gerhard Schröder

Torben Kessen
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Von Torben Kessen
| 19.05.2022 11:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Kritisierte Altkanzler Gerhard Schröder scharf: Der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU). Foto: dpa/Michael Kappeler
Kritisierte Altkanzler Gerhard Schröder scharf: Der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU). Foto: dpa/Michael Kappeler
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In der ARD-Talkshow „Maischberger“ nahm CDU-Politiker Wolfgang Schäuble zum Ukraine-Krieg Stellung. Dabei sparte er nicht mit deutlichen Worten gegen Altkanzler Gerhard Schröder.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Ampel-Koalition Gerhard Schröder die Privilegien als Altkanzler streichen will. Die Union unterstützt dieses Vorhaben und würde gerne noch weiter gegen den Putin-Vertrauten vorgehen. Im TV-Talk „Maischberger“ legte der CDU-Politiker und ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble mit harten Worten nach.

„Ich finde es wirklich schäbig, dass ein ehemaliger Bundeskanzler der BRD sich in die Dienste einer ausländischen Gesellschaft begibt. Das macht man nicht“, befand der 79-jährige Schäuble. Schröders Verhalten und die damit verbundenen Sanktionen seien „eine Schande für ihn und kein Ruhmesblatt für die Bundesrepublik Deutschland.“

Grüne, SPD und FDP wollen dem ehemaligen SPD-Kanzler das Büro und die Mitarbeiter streichen, lediglich sein Ruhegehalt und den Personenschutz soll Schröder behalten dürfen. Die Union dagegen fordert, auch das Ruhegehalt nicht mehr zu zahlen. Für sein Büro betragen die jährlichen Aufwendungen etwa 400.000 Euro.

Bei „Maischberger“ verteidigte Schäuble zudem die Russland-Politik unter Angela Merkel, in deren Kabinett er selbst von 2005 bis 2017 Bundesminister war. Bezogen auf den Vorwurf einer zu russlandfreundlichen Politik sagte Schäuble: „Ich kann diese nachträgliche Besserwisserei nicht mehr leiden. Wir haben alle gehofft, dass so etwas nicht passieren wird – viele sogar noch bis zum Einmarsch am 24. Februar.“ Er gestand aber ein, dass man „Nord Stream 2 nach der Annexion der Krim nicht auf den Weg hätte bringen dürfen.“

Auch wenn die Union in ihrer Oppositionsrolle der Bundesregierung zu zögerliches Handeln vorwirft, lobt Schäuble den Kanzler für seine „Zeitenwende“-Rede. „Das war eine große Leistung.“ In den Grundfragen gebe es Einigkeit zwischen Regierung und Opposition.

Der ehemalige Bundestagspräsident (2017-2021) zeigte sich darüber hinaus verunsichert, was den Krieg in der Ukraine betrifft. „Ich habe zum ersten Mal keine Antwort darauf, wie wir aus dieser schrecklichen Gefahr wieder herauskommen sollen.“ Der Westen habe nicht erkannt, dass Putin schon lange den Zerfall der Sowjetunion rückgängig machen wollte.

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