Online-Shopping und Umwelt Ems-Achse gibt Startschuss für eigenes Klimaportal
Wer möchte, kann künftig beim Pizzabestellen einen kleinen Geldbetrag für den Klimaschutz in der Region spenden. Der erste Anbieter kommt aus Ostfriesland.
Hannover/Ostfriesland - Die Wachstumsregion Ems-Achse hat am Montagabend in Hannover vor 350 Gästen aus Wirtschaft und Politik den Startschuss für ein neuartiges Klimaportal gegeben. Kunden können im Internet – etwa nach dem Bestellen einer Pizza – für Klimaschutzprojekte in Ostfriesland und im Emsland einen kleinen Geldbetrag spenden.
„Wir haben das Portal Klimaeuro.de am Wochenende online geschaltet“, sagte Ems-Achse-Geschäftsführer Dirk Lüerßen im Gespräch mit unserer Zeitung. Hinter dem Online-Auftritt stehen die Landkreise Aurich, Leer, Wittmund und die Stadt Emden sowie die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim, die gemeinsam die Ems-Achse Klimaschutz gGmbH gegründet haben.
Noch fehlt die Genehmigung
Erster Anbieter auf der Seite ist der Essenslieferant Lecker-Bestellen.de von Thomas Pleiter und André Willms aus Leer. Bis Ende des Jahres sollen laut Lüerßen rund 50 weitere Online-Anbieter hinzukommen. So ganz offiziell ist die Sache allerdings nicht: Für die gemeinnützige Gesellschaft der Ems-Achse fehlt nämlich noch die Genehmigung aus dem niedersächsischen Innenministerium, wie Lüerßen verriet.
Da passte es natürlich wie die berühmte Faust aufs Auge, dass Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) als Gastredner des Parlamentarischen Abends der Ems-Achse ein Loblied auf die Genehmigungsgeschwindigkeit seiner Regierung sang. Er meinte damit vor allem den LNG-Terminal in Wilhelmshaven und die damit verbundene Wasserstoffstrategie des Landes. Weil musste aber auch einräumen, dass es bei anderen Projekten nicht so schnell läuft: „Ich möchte noch die Wiederinbetriebnahme der Friesenbrücke erleben – und zwar im Amt.“
„Wir müssen die Bremse lösen“
Ins gleiche Horn stieß Bernard Krone, Chef der Krone Holding und Vorstandsvorsitzender der Ems-Achse. „Tesla und der Bau von LNG-Terminals dürfen mit ihrer Geschwindigkeit nicht die Ausnahme, sondern müssen der Normalfall sein“, rief er den Politikern zu. „Wir müssen grundsätzlich die Bremse lösen.“ Die Wirtschaft benötige diese Geschwindigkeit, um all die Milliarden erwirtschaften zu können, die für die Bekämpfung von Krieg und Corona ausgegeben werden müssten. Die Worte dürften nicht einfach so verhallen. Unter den Gästen des Parlamentarischen Abends waren zahlreiche Wirtschaftsgrößen der Region – etwa Bernard Meyer mit Sohn Jan. Und viel Polit-Prominenz: zum Beispiel die Minister Reinhold Hilbers (CDU) und Olaf Lies (SPD) sowie die Abgeordneten Johanne Modder (SPD), Wiard Siebels (SPD), Hillgriet Eilers (FDP) und Meta Janssen-Kucz (Grüne).
Nach Informationen unserer Redaktion waren etwa 80 der 350 Gäste mit einem Sonderzug nach Hannover gereist. Es soll dort schon ein Kräuterlikör namens Hubertus Tropfen geflossen sein. Was den Ministerpräsidenten später zu der Bemerkung veranlasste: „Das kannte ich bisher nur als Mittel zum Einreiben.“