Aufstiegsfete in Bremen  Ein Ostfriese schafft es in die Werder-Kabine

| | 16.05.2022 17:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ein Selfie mit Marvin Ducksch, dem wohl besten Werder-Spieler der Saison: Der Wiesmoorer Yannick Schoon (rechts) erlebte im Weserstadion einen Höhepunkt nach dem nächsten. Foto: Privat
Ein Selfie mit Marvin Ducksch, dem wohl besten Werder-Spieler der Saison: Der Wiesmoorer Yannick Schoon (rechts) erlebte im Weserstadion einen Höhepunkt nach dem nächsten. Foto: Privat
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Tausende Ostfriesen feierten in Bremen Werders Bundesliga-Rückkehr. Dank eines Deals mit einem Kameramann stieß ein Wiesmoorer sogar mit den Profis an.

Bremen - Nach Abpfiff brachen am Sonntag im Bremer Weserstadion alle Dämme: Zehntausende Werder-Fans liefen auf den Rasen und feierten die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga – allein das werden sie als ein ganz besonderes Erlebnis im Langzeitgedächtnis abspeichern. Dank eines Deals mit einem Kameramann verankert Yannick Schoon aus Wiesmoor in diesem zudem noch private Momente mit den Stars seines Lieblingsvereins. Der 27-Jährige schaffte es sogar in die heilige Kabine der Grün-Weißen. „Es war der Wahnsinn. Ich bin noch immer überwältigt, dass das geklappt hat“, sagte Yannick Schoon am Montag im Gespräch mit unserer Zeitung.

Hier hatte Yannick Schoon seinen Schal noch – Augenblicke später tauschte er ihn gegen die Weste eines Kameramannes ein.
Hier hatte Yannick Schoon seinen Schal noch – Augenblicke später tauschte er ihn gegen die Weste eines Kameramannes ein.

In der Werder-Kabine stand auch eine Menge Alkohol bereit, wie Videos zeigen, die Yannick Schoon aufgenommen hatte. So sind auf einem Tisch unter anderem mehrere Flaschen Gin und Weinbrand zu sehen. „Mit Torwart Jiri Pavlenka habe ich sogar mit einem Cola-Mischgetränk angestoßen“, schilderte Yannick Schoon. „Einer von den Betreuern hatte da irgendwie 20 Becher gemacht und dann hatte ich gefragt, ob ich auch einen haben kann.“ Ansonsten habe er in dem wilden Gewusel in der Kabine hauptsächlich Spielern gratuliert und „nicht groß gequatscht“, wie er sagte.

Angestoßen mit Torwart Pavlenka

Etwa 15 bis 30 Minuten lang ist er nach eigener Aussage in der Werder-Kabine gewesen. Wie ist das möglich? Ganz einfach: Alle dachten, Yannick Schoon sei ein Kameramann gewesen. Denn der Wiesmoorer hatte ein grünes Leibchen mit einem großen Bundesliga-Wappen an. Mit eben jenem werden vor der Partie alle ausgestattet, die aus Berufsgründen Fotos und Videos machen und deshalb besonders nah ans Spielfeld und teils in den Innenbereich des Stadions dürfen. Yannick Schoon war aber rein aus Freizeitvergnügen im Stadion, verfolgte gemeinsam mit seinen Mannschaftskollegen vom VfL Mullberg den 2:0-Sieg von Werder gegen Regensburg von der Stehtribüne aus. „Wir standen etwa in der siebten Reihe und waren mit die Ersten, die nach Abpfiff aufs Spielfeld liefen“, sagte Yannick Schoon.

Relativ schnell bildeten Sicherheitskräfte auf Höhe der Mittellinie auf dem Rasen eine Kette, um das Eindringen von Zuschauern in die Katakomben zu verhindern. „Irgendwie wollte ich gerne in den abgesperrten Bereich. Da kam mir eine Idee. Ich fragte einen Kameramann, ob er mir sein Leibchen geben kann“, sagte Yannick Schoon. Im Tausch gegen den grünen Werder-Schal des Wiesmoorers habe der Kameramann schließlich eingewilligt. Dank des grünen Leibchens wurde Schoon durch die Sicherheits-Kette gelassen. So war der Ostfriese plötzlich „auf der anderen Seite“. Noch auf dem Rasen liefen ihm da ein paar Werder-Profis über den Weg. Mit Stürmer Marvin Ducksch und Verteidiger Kyu-hyun Park machte Yannick Schoon auch ein Foto.

Dann ging er in den Innenbereich, durch den Flur und schließlich in die Kabine. „Ich habe es einfach probiert. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Irgendwann in der Kabine fragte mich dann einer, ob ich nicht mal wieder arbeiten müsste, weil ich ja da mit meinem Becher Mische stand“, musste der Bankkaufmann auch tags drauf noch schmunzeln. „Das Leibchen hätte ich gerne als Andenken mitgenommen, aber das musste ich leider abgeben.“ Zurück auf dem Rasen musste Yannick Schoon erstmal seine Mullberger Fußball-Kollegen wiederfinden. Die konnten dann kaum glauben, was ihr Mitspieler ihnen alles erzählte.

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