Osnabrück  Anfang Juni oder Ende Mai? Wann Sie am besten tanken sollten

Sven Stahmann
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Von Sven Stahmann
| 16.05.2022 16:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Großbritannien 2021: Wird es Anfang Juni 2022 in Deutschland zu ähnlichen Schlangen vor Tankstellen kommen? Foto: picture alliance/dpa/PA Wire
Großbritannien 2021: Wird es Anfang Juni 2022 in Deutschland zu ähnlichen Schlangen vor Tankstellen kommen? Foto: picture alliance/dpa/PA Wire
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Am 1. Juni kommt der Tankrabatt für Autofahrer. Benzin und Diesel werden dann wieder günstiger. Ist es aber wirklich sinnvoll, bis Juni aufs Tanken zu warten oder drohen sogar Engpässe? Was der ADAC empfiehlt.

Deutschlands Autofahrer können es kaum erwarten: Ab dem 1. Juni gilt der Tankrabatt aus dem Entlastungspaket 2022. Das Tanken wird also wieder günstiger. Viele versuchen daher, bis Ende Mai nicht mehr zu tanken. Doch ist das wirklich eine gute Idee?

Die Preise für Benzin und Diesel waren schon zu Beginn des Jahres sehr hoch. Durch den Ukraine-Krieg gab es eine weitere Kostenexplosion an den Tankstellen. Die Bundesregierung hat daher den Tankrabatt beschlossen, der von Juni bis August gelten soll. Dabei wird die Energiesteuer gesenkt: Der Steuersatz bei Benzin reduziert sich um 29,55 Cent pro Liter, bei Diesel um 14,04 Cent pro Liter. Diesen Betrag müssen Autofahrer an den Zapfsäulen dann jeweils weniger bezahlen. Dadurch ergeben sich bei einem 50-Liter-Tank Ersparnisse von knapp 15 Euro bei Benzinern und 7 Euro bei Diesel-Fahrzeugen.

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) empfiehlt, mit niedrigem Tankstand in den Juni zu fahren, um dann günstiger tanken zu können. Allerdings erwartet der ADAC auch einen Ansturm auf die Zapfsäulen. Weil es dort zu langen Wartezeiten kommen könnte, rät der ADAC Autofahrern deshalb, eine gewisse Reserve an Kraftstoff im Tank zu haben. Vor allem diejenigen, die Ende des Monats kaum mehr Benzin oder Diesel in ihren Tanks haben, oder Anfang Juni auf einen vollen Tank angewiesen sind, sollten lieber noch im Mai an die Zapfsäule, um eine gewisse Flexibilität zu erhalten.

Anfang Juni kann es aber sogar zu Engpässen kommen: Der Hauptgeschäftsführer vom Wirtschaftsverband Fuels und Energie, Christian Küchen, erklärt, dass sich am 1. Juni noch mit normalem Energiesteuersatz versteuertes Benzin und Diesel in den Zapfsäulen der Tankstellen befindet. „Die Tankstellen sind bestrebt, diese Mengen in ihren Tanks möglichst klein zu halten“, sagt Küchen. Dann könnten die Tankstellen schnellstmöglich die niedrig versteuerten Kraftstoffe verkaufen. „Diese relativ kleinen Mengen an den Stationen treffen auf eine voraussichtlich sehr rege Nachfrage. Daher sind Leerstände möglicherweise nicht komplett zu vermeiden.“ Ziel sei es laut Küchen, diese „logistisch einmalige Situation um den Stichtag herum“ mit schnellen Nachlieferungen reibungslos zu meistern.

Billig wird Autofahren durch den Tankrabatt nicht. Die Spritpreise werden weiter deutlich über dem Vorjahresniveau von 1,52 Euro für Benzin und 1,38 Euro für Diesel liegen. Den Höchstwert erreichte der durchschnittliche Kraftstoffpreis im März diesen Jahres: Laut ADAC mussten Autofahrer 2,06 Euro für einen Liter Benzin und 2,14 Euro für einen Liter Diesel bezahlen. 

Grafik: So hat sich der Kraftstoffpreis seit April 2020 verändert

Im April ist der Durchschnittspreis wieder gesunken, Anfang Mai ging er aber wieder etwas hoch. Durch den Tankrabatt werden die Preise für Benzin und Diesel von Juni bis August wohl zumindest wieder drei Monate lang unter die 2-Euro-Marke fallen.

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