Oll’ Mai in Emden  100.000 Euro für das geplante Zentralmagazin in Aurich

Claus Hock
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Von Claus Hock
| 15.05.2022 14:23 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Rico Mecklenburg, Präsident der Ostfriesischen Landschaft, konnte sich am Samstag in der Johannes-a-Lasco-Bibliothek über gute Nachrichten freuen. Foto: privat
Rico Mecklenburg, Präsident der Ostfriesischen Landschaft, konnte sich am Samstag in der Johannes-a-Lasco-Bibliothek über gute Nachrichten freuen. Foto: privat
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Nach zwei Jahren Pause fand am Sonnabend wieder der Oll‘ Mai der Ostfriesischen Landschaft statt. Dieses Mal trafen sich rund 300 Gäste in Emden – und einer hatte gute Nachrichten dabei.

Emden/Ostfriesland - Nach der Corona-Pause war es am Sonnabend wieder soweit: Die Ostfriesische Landschaft lud zum Oll‘ Mai nach Emden ein. Rund 300 Gäste wohnten der Veranstaltung in der Johannes-a-Lasco-Bibliothek bei. Unter ihnen: Niedersachsens Wissenschafts- und Kulturminister Björn Thümler (CDU). Der Politiker aus der Wesermarsch kam aber nicht nur mit Worten.

Was und warum

Darum geht es: Bis 2024 soll die Sanierung der Johannes-a-Lasco-Bibliothek abgeschlossen sein, das wünscht sich Niedersachsens Kulturminister.

Vor allem interessant für: Kunst- und Kulturinteressierte.

Deshalb berichten wir: Am Sonnabend war Oll Mai in Emden.

Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de

Tatsächlich brachte Thümler einen Förderbescheid des Landes Niedersachsen über 100.000 Euro mit – für das geplante Zentralarchiv der Ostfriesischen Landschaft in Aurich. Das „Sammlungszentrum für historisches ostfriesisches Kulturgut“, wie das Projekt im vollständigen Namen heißt, soll auf dem Gelände der ehemaligen Blücherkaserne in Aurich entstehen.

2024 ist Kant-Jahr – auch in Emden?

„Das Geld hilft sehr, reicht aber noch nicht aus“, sagt Rico Mecklenburg, Präsident der Ostfriesischen Landschaft, im Gespräch mit unserer Zeitung. Aktuell habe man aufgrund der stark gestiegenen Baupreise Lücken in der Finanzierung. Bisher stehen durch Fördermittel von Land, Bund und Europäischer Union sowie den Kommunen Gelder in Höhe von rund 2,2 Millionen Euro zur Verfügung. „Wir sind dabei, nach weiteren Fördermitteln zu suchen“, so Mecklenburg. Die nun zugesagte Förderung des Landes soll ebenfalls zum Auffangen der gestiegenen Baukosten beitragen.

Doch auch um Emden ging es in der Johannes-a-Lasco-Bibliothek. Thümler erinnerte in seinem Grußwort daran, dass der Bund den Zuschuss für die bauliche Erweiterung und Sanierung der Bibliothek zugesagt hat. Das Projekt hat einen Investitionsumfang von 2,67 Millionen Euro – und der Bund soll im besten Fall 50 Prozent übernehmen. Thümler würde den Abschluss der Maßnahmen gerne bis 2024 umgesetzt wissen – damit die Bibliothek im Rahmen des Kant-Jahres zum 300. Geburtstag des Philosophen eine gebührende Rolle spielen kann. Niedersachsen sei, so Thümler, „ein Hotspot der Aufklärung“. Außerdem wies der Minister darauf hin, dass die Landesregierung im Herbst ein neues Kulturfördergesetz beschließen wolle – um Kulturförderung als öffentliche Aufgabe festzuschreiben.

Fünf Ehrungen für Verdienste

Fester Bestandteil des Oll‘ Mai, dessen Ursprünge rund 400 Jahre zurückliegen, sind auch Ehrungen. Fünf davon wurden am Sonnabend in Emden durch Landschaftspräsident Mecklenburg ausgesprochen.

Das Indigenat, die ostfriesische „Ehrenbürgerwürde“, erhielt Kerstin Buss. Die Vorsitzende des Fehnmuseums „Eiland“ in Großefehn erhielt die Auszeichnung für die Professionalisierung des Museums.

Der Kunsterzieher, Druckgrafiker und Historiker Gerd Rokahr erhielt ebenfalls die Ehrenbürgerwürde. Verdient habe er sich die Auszeichnung durch seine zahlreichen Arbeiten über die Geschichte Esens. Zuletzt befasste sich Rokahr mit der aus Esens stammenden jüdischen Opernsängerin Sara Oppenheimer.

Die Geehrten zusammen mit Rico Mecklenburg (dritter von rechts). Foto: privat
Die Geehrten zusammen mit Rico Mecklenburg (dritter von rechts). Foto: privat

Die Ubbo-Emmius-Medaille erhielt Helmuth A. Brümmer. Der Unternehmer ist im Bereich Bunde und Bunderhee rund um den Denkmalschutz und den Erhalt historischer Gebäude engagiert.

Dr. Bernd Kappelhoff erhielt ebenfalls die Ubbo-Emmius-Medaille. Kappelhoff war von 2005 bis 2014 Präsident des Niedersächsischen Landesarchivs in Hannover und forschte als Historiker, Archivar und gebürtiger Emder viel zu seiner Heimatstadt.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde der Leiter der Gedenkstätte Dornum, Georg Murra-Regner. Mecklenburg überreichte Murra-Regner das Upstalsboom-Siegel für seine fachspezifischen „Verdienste um Geschichte, Kunst, Kultur oder Bildung“.

Vorträge und Musik

Abgerundet wurde der Oll Mai durch zwei Vorträge über das Bürgertum im 19. Jahrhundert von Professorin Dr. Gunilla Budde und die Geschichte der Emder Kunst und der bürgerlichen Vereinigungen in Emden von Dr. Bernd Kappelhoff.

Musik gab es vom Duo „Joco“, bestehend aus den Schwestern Josepha und Cosima Carl.

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