Berlin Grafik: Wer sich in Deutschland als LGBTQI+ identifiziert
Wie queerfreundlich ist Deutschland? Eine Grafik zeigt zumindest, wer sich als LGBTQI+ identifiziert. In einer befragten Generation ist der queere Anteil besonders hoch.
Das britische Model Cara Delevingne hat in der Jugend ein Vorbild aus der queeren Szene vermisst. „Ich denke, ich hätte mich weniger gehasst, ich hätte mich nicht so sehr geschämt, wenn es jemanden gegeben hätte“, sagte die 29-Jährige der Zeitschrift „Harper’s Bazaar UK“. Wegen des Kampfes mit ihrer Sexualität habe sie Suizidgedanken gehabt. Mit diesen existenziellen Problemen steht das Model nicht alleine da. Auch in Deutschland kämpfen immer noch zahlreiche Menschen für die Sichtbarkeit des LGBTQI+-Spektrums. Eine Grafik zeigt, dass es hierzulande in jeder Generation Betroffene gibt.
Insgesamt identifizieren sich laut Statista-Recherchen sieben Prozent aller Volljährigen in Deutschland als homo- oder bisexuell. Weitere drei Prozent sind entweder pansexuell, asexuell oder bevorzugen den Begriff queer als Identifikation. Von Statista befragt wurden jetzt insgesamt über 23.500 Menschen der Generationen „Boomer“ (Jahrgang 1946 bis 1964), „Generation X“ (1965 bis 1979), „Millenials“ (1980 bis 1994) und „Gen Z“ (1995 bis 2012). Das Ergebnis ist eindeutig: In älteren Generationen finden sich deutlich weniger Personen, die sich als LGBTQI+ identifzieren:
Satte 97 Prozent der „Boomer“ bezeichnen sich als heterosexuell, in der „Generation X“ sind es noch 95 Prozent. Unter den „Millenials“ identifizieren sich drei Prozent als homosexuell, drei Prozent als bisexuell und ein Prozent als pansexuell. Den größten queeren Anteil verbirgt sich in der Generation „Gen Z“. Hier geben lediglich 87 Prozent an, heterosexuell zu sein.
Übrigens: Am 17. Mai findet der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie statt. Das Datum erinnert an den 17. Mai 1990, als die Weltgesundheitsorganisation WHO Homosexualität nicht mehr als Krankheit aufgeführt hat. Doch wie steht es hierzulande mit der Queerfreundlichkeit? Laut der diesjährigen Auswertung von Rainbow Europe belegt Deutschland lediglich Platz 15 von insgesamt 49. Malta, Belgien und Dänemark sind demnach besonders tolerant. Die Schlusslichter bilden Armenien, die Türkei und Aserbaidschan. Für die Bewertung wurden die Länder jeweils in den Kategorien Familienplanung, Gleichstellung, Hassverbrechen und Geschlechtsanerkennung analysiert.