App für Kinofans in Aurich Den Lieblingsfilm einmal auf großer Leinwand sehen
Der Filmfreund wird zum Programmgestalter: Möglich macht das die Cineamo-App, die seit gut 14 Tagen Kinos in Aurich und Leer testen. Funktioniert das auch?
Aurich - Für vier Oscars war Stanley Kubricks Kinoklassiker „2001: Odyssee im Weltraum“ aus dem Jahr 1968 nominiert. Am Ende erhielt der Regisseur nur einen, für seine Regie der visuellen Effekte. Gerade aufgrund seiner visuellen Wucht, der rauschhaften Effekte und dem minimalistischen Ton gilt der Film als einer der besten Science-Fiction-Filme aller Zeiten. Weil sie „Riesenfans des Films“ sind wollen Oliver Rewerts aus Südbrookmerland und sein älterer Bruder das Werk unbedingt auf einer großen Leinwand sehen.
Was und warum
Darum geht es: Zwei Filmfans aus dem Landkreis würden einen ihrer Lieblingsfilme gerne auf großer Leinwand sehen. Dank der Cineamo-App könnte dies in Aurich möglich werden.
Vor allem interessant für: Cineasten, Filmfreunde und alle anderen, die gerne ins Kino gehen
Deshalb berichten wir: Seit gut zwei Wochen testet die Ostfriesische Filmtheater GmbH in ihren Kinos unter anderem in Aurich und Leer diese neue Plattform. Den Autor erreichen Sie unter: o.baer@zgo.de
Am 13. Juli könnte sich dieser langgehegte Wunsch im Auricher Kino erfüllen. Möglich macht das die Cineamo-App, die seit gut zwei Wochen von den Kinos der Ostfriesischen Filmtheater GmbH in Aurich, Leer, Meppen und Papenburg genutzt wird und auch auf den Internetseiten der Kinos zu finden ist. Darüber hat sich Rewerts den Film gewünscht. Die einzige Hürde: Die Brüder müssen mindestens 38 weitere Mitgucker finden. Denn bei weniger als 40 Zuschauern lohne sich die Filmvorführung für das Lichtspielhaus nicht. Das sei ihm vom Kinobetreiber mitgeteilt worden, berichtet Rewerts.
Auslastung der Lichtspielhäuser verbessern
„Wir sind gerne bereit, neue Wege zu gehen und probieren die App einfach mal aus“, berichtet Astrid Muckli, die mit ihrer Schwester Kathrin Muckli-Sinningen die Geschäfte des Kinos führt. Die Ostfriesische Filmtheater GmbH gehöre damit zu den zehn bis zwölf Kino-Gruppen, die bundesweit als Pilotprojekt die neue Plattform eines Würzburger Start-ups ausprobieren. Wie das Cinestar im Emden zur Cineamo-App steht, haben wir angefragt. Eine Antwort gab es nicht. Auf der Homepage ist kein Hinweis zur App zu finden.
Ziel sei es, mit der App und den zur Verfügung gestellten Angeboten die Auslastung der Kinos zu erhöhen und die Filmfans zufriedenzustellen, erläutert Muckli. Neben dem Lieblingsfilm auf der Leinwand in einer öffentlichen Vorstellung könnten auch Vorstellungen für geschlossene Gruppen oder zum Zocken auf der Großleinwand im Kino angefragt werden. „Bei öffentlichen Vorstellungen brauchen wir schon mindestens 40 Personen. Es muss ja auch wirtschaftlich sinnvoll sein“, bestätigt die Geschäftsführerin. Von der Resonanz sei sie nach den ersten Tagen überrascht. Zwei bis drei Anfragen erhalte die Gruppe täglich, von denen nicht alle umgesetzt werden können. „Der Film muss schon passen und für uns müssen natürlich auch die Rechte verfügbar sein“, betont Muckli.
Für zwei Stunden in eine andere Welt
Der 22-Jährige Rewerts ist bekennender Filmfan. Mindestens ein Mal alle zwei Wochen zieht es ihn in einen Kinosaal. Entwickelt hat sich seine Liebe zur Leinwand erst in der jüngeren Vergangenheit. „Vor fünf oder sechs Jahren war mir das noch ziemlich egal. Aber heute reicht es mir nicht mehr, Filme lediglich im Fernsehen anzuschauen“, sagt er.
Gewachsen ist das Interesse aber nicht nur, wenn es darum geht, Filme anzuschauen: „Auch das ganze Drumherum finde ich spannend.“ Ob Kameraführung oder Regie, ob Hintergründe beim Dreh oder die Entstehungsgeschichte der Filme, es gibt nur wenig rund um Filme, das den 22-Jährigen kaltlässt. „Mein Bruder und ich, wir schauen uns auch immer wieder Klassiker an, um die Entwicklung des Films kennenzulernen.“ Und auch ein wenig Flucht aus dem Alltag ist dabei: „Für zwei Stunden in eine völlig andere Welt einzutauchen, hat jedes Mal einen besonderen Reiz.“
Neugieriger Blick auf die Buchungszahlen
Und was ist das Besondere am Kubrick-Klassiker? „Es ist kein Science-Fiction-Film, wie er in der üblichen Vorstellung existiert“, beschreibt es Rewerts. Das Fehlen von schnellen Schnitten, der sparsame Einsatz der Musik, dazu die beeindruckende Kameraführung und die daraus resultierenden Bilder begeistern den Filmfan bei jedem Anschauen aufs Neue. „Unglaublich, was zu jener Zeit schon möglich war.“ Dabei hat Kubricks Film nicht sofort überzeugt. „Naja, ganz okay“, dachte er noch beim ersten Anschauen. Erst beim zweiten Mal habe ihn der Film komplett in seinen Bann gezogen.
Und so schaut Rewerts jetzt von Zeit zu Zeit auf die Buchungszahlen für seine Vorstellung im Auricher Kino. „Es ist ja noch etwas hin, aber neugierig bin ich dann doch, wie es bei den Buchungszahlen aussieht. Im Bekanntenkreis haben wir auch schon ein wenig geworben.“ Schließlich soll der langgehegte Wunsch im Sommer in Erfüllung gehen.