Freepsumer Meer  Hier brütet die Schnepfe besonders gern

Claus Hock
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Von Claus Hock
| 12.05.2022 18:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Fühlt sich langsam wieder in Freepsum wohl: die Uferschnepfe. Foto: Archiv
Fühlt sich langsam wieder in Freepsum wohl: die Uferschnepfe. Foto: Archiv
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Vor vier Jahren brüteten vier Ufernschnepfen-Pärchen am Freepsumer Meer. Jetzt sind es mindestens 13. Dafür haben Füchse das Nachsehen.

Freepsum - Das Freepsumer Meer gehört zu den Kleinoden, die wahrscheinlich mehr oder weniger unbemerkt an den meisten Menschen vorbeigehen. Landschaftlich bietet die Fläche nahe des Dörfchens Freepsum auf den ersten Blick nicht so viel Besonderes. Und auch vom Wasser ist, aufgrund der Trockenlegung des früheren Sees vor 251 Jahren nur noch in Gräben etwas zu sehen. Dennoch ist das Freepsumer Meer eine Erfolgsgeschichte.

Da sind sich zumindest Jäger, Nabu und die Kommunen einig. Seit einigen Jahren wird am Freepsumer Meer nämlich viel für den Schutz von Wiesenvögeln getan. Das wird nicht von allen Menschen gutgeheißen, denn zum Schutzprogramm gehört auch die Vertreibung und auch Bejagung von Prädatoren, speziell Füchsen. „Ohne das Fernhalten von Prädatoren geht es aber nicht“, sagt Heiko Ringena. Der Freepsumer ist Ratsmitglied, selbst Jäger und Mitglied eines Arbeitskreises aus Bewirtschaftern, Verwaltung, Jägern und Nabu, der seit 2017 versucht, die Zahl der Wiesenbrüter am Freepsumer Meer nicht nur zu stabilisieren, sondern deutlich nach oben zu treiben.

Auch andere Vögel sind wieder häufiger zu finden

Zwar wurde bereits vor 2017 Naturschutz rund um das Freepsumer Meer betrieben, aber die damaligen Maßnahmen halfen, so Ringena, eher den Prädatoren, denn der Beute. Das ging so weit, dass die Bodenbrüter, allen voran die Uferschnepfe, in dem Bereich fast gar mehr vorhanden waren. Vier Uferschnepfen-Pärchen zählte der Nabu 2018 noch am Freepsumer Meer.

Heute sind es mindestens 13. In einem Bereich, der durch einen Prädatorenschutzzaun geschützt wird, wurde jüngst ganz genau gezählt. „Wir gehen aber davon aus, dass außerhalb dieser zehn Hektar noch weitere Brutpaare sind“, so Ringena. Die seien zwar nicht direkt vor beispielsweise Füchsen geschützt, aber durch die ergriffenen Maßnahmen sind auch diese Brutpaare wohl nicht mehr ganz so gefährdet. „Das Ziel ist eine stabile Population“, sagt Ringena – und meint damit nicht nur die Zahl der Uferschnepfen, sondern auch die der Feldlerche, des Kiebitzes oder des Rotschenkels.

Nabu bietet Rundgang an

Die steigende Zahl der Brutvögel sei, da ist sich Ringena sicher, den Anstrengungen der vergangenen Jahre zuzuschreiben. So wurde systematisch daran gearbeitet, das Freepsumer Meer – und speziell den zehn Hektar großen direkten Schutzbereich für Füchse und Beutegreifer unattraktiv zu machen.

Was genau gemacht wurde und was es sonst noch zu entdecken gibt, das will der Nabu Emden-Hinte-Krummhörn am kommenden Sonnabend, 14. Mai, direkt vor Ort zeigen. Treffpunkt ist um 10.30 Uhr am Glascontainer am Wiesenweg in Freepsum. Die Teilnahme ist kostenlos, die Exkursion dauert ungefähr 90 Minuten. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

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