Berlin  Avatar 2: Sigourney Weaver ist 72 – und spielt einen Teenager

Daniel Benedict
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Von Daniel Benedict
| 10.05.2022 12:14 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Avatar 2: Way of the Water. In James Camerons Fortsetzung taucht die neue Figur Spider auf. Foto: Courtesy of 20th Century Studios
Avatar 2: Way of the Water. In James Camerons Fortsetzung taucht die neue Figur Spider auf. Foto: Courtesy of 20th Century Studios
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Mit „Avatar 2: Way of the Water“ bekommt der erfolgreichste Film aller Zeiten eine Fortsetzung. Kino-Legende Sigourney Weaver macht jetzt eine verblüffende Besetzungsidee publik.

Am 14. Dezember 2022 ist es so weit: „Avatar: Way of the Water“ kommt ins Kino, die erste der vier Fortsetzungen, mit denen Regisseur James Cameron sein Weltraumabenteuer weitererzählt.

Der erfolgreichste Film aller Zeiten hat in seiner Fortsetzung eine ordentliche Überraschung parat: In „Avatar: The Way of Water“ kehrt Sigourney Weaver (72) laut einem Bericht des „Empire“-Magazins in der Rolle einer Jugendlichen zurück.

Im ersten Teil der Science-Fiction-Reihe spielte Weaver die Figur der Dr. Grace Augustine, die allerdings den Filmtod stirbt. Nun schlüpft sie mithilfe von Computertechnik in die Rolle von Kiri, der Adoptivtochter von Jake und Neytiri. Sie wird also zur blauhäutigen Na'vi.

„Ich glaube, wir können uns alle noch gut daran erinnern, wie wir uns als Heranwachsende gefühlt haben“, sagte Weaver dem Magazin „Empire“. „Ich war knapp 1,80 Meter groß, als ich 11 Jahre alt war. Ich habe das starke Gefühl, dass sich Kiri die meiste Zeit seltsam fühlen dürfte. Sie sucht danach, wer sie ist. Ich war begeistert davon, dass Jim (gemeint ist Regisseur James Cameron) mich vor diese Herausforderung stellt.“

Die Fortsetzung spielt über ein Jahrzehnt nach den Ereignissen von Teil 1. Die Geschichte führt wieder in die Kultur der Na’vi, ein Alien-Volk, das in unverbrüchlichem Einklang mit der Natur lebt. Im ersten Teil war Jake Sully, ein querschnittsgelähmter Soldat, auf den Heimatplaneten der Na’vi gereist – und das in einem mental gesteuerten künstlichen Körper: dem Avatar. Menschen vertragen das Klima Pandoras nicht. Damals verliebte Jake sich in die Na’vi-Kriegerin Neytiri; der Mensch war vollständig in seinen künstlichen Körper gewechselt und auf Pandora geblieben. Im neuen Film haben die beiden Kinder bekommen. Aber das Familienleben ist bedroht.

Der neue Trailer zeigt nicht nur Na’vi-Teenager, die vermutlich die Kinder von Jake und Neytiri sind, sondern auch einen menschlichen Jugendlichen im tribalistischen Aufzug der Ureinwohner. Auf Pressefotos wird er Spider genannt. Dem Entertainment-Portal „Screen Rant“ zufolge soll es sich dabei um einen Jungen handeln, den Jake und Neytiri bei sich aufgenommen haben – womit der kulturelle Konflikt zwischen Menschen und Ureinwohnern diesmal direkt innerhalb der Kernfamilie verhandelt werden dürfte.

Die Kampfszenen des Trailers legen nahe, dass vermutlich die Na’vi-Kultur auch im zweiten Teil in Gefahr ist. Schon im ersten Film mussten die Ureinwohner ihre Heimat gegen die menschliche Rohstoffgier verteidigen. Zentraler Schurke war damals der von Stephen Lang gespielte Oberst Miles Quaritch; dass Lang für alle weiteren „Avatar“-Filme besetzt wurde, lässt ahnen: Dieser Kampf geht weiter. Tatsächlich zeigt der Trailer neben Kriegsbildern auch die Aufnahme einer industriellen Förderanlage, auf der Menschen mit Na’vi kooperieren.

Für das erste „Avatar“-Abenteuer sollen 2009 zunächst Stars wie Matt Damon im Gespräch gewesen sein. Tatsächlich gingen die Hauptrollen dann aber an Schauspieler aus der zweiten Reihe: Sam Worthington und Zoe Saldana. Für den Science-Fiction-Glaubwürdigkeit bürgte damals die „Alien“-Ikone Sigourney Weaver.

Alle drei sind auch in der Fortsetzung wieder zu sehen; sie bekommen Unterstützung von einer hochkarätigen Kollegin: Diesmal spielt auch die Oscar-Preisträgerin Kate Winslet mit. Mit James Cameron verbindet sie eine lange Geschichte: Die Hauptrolle in seinem Blockbuster „Titanic“ machte Winslet 1997 zum Superstar.

Mit „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ stellte Regisseur James Cameron seinen eigenen Rekord ein: Mit einem Einspielergebnis von 2,8 Milliarden Dollar (inflationsbereinigt: 3,3 Milliarden) ist der Film der erfolgreichste aller Zeiten; bis zu „Avatar“ führte Camerons Katastrophenfilm „Titanic“ die Rangliste an.

Zwischenzeitig hatte die Comic-Verfilmung „Avengers: Endgame“ (2019) Camerons Alien-Spektakel überholt; mit einer Wiederaufführung in China eroberte „Avatar“ den Spitzenplatz allerdings zurück – was die Avengers-Regisseure Anthony und Joe Russo auf Instagram mit einer selbstironischen Grafik anerkannten:

Die Bedeutung des Films weist aber weit über die großen Zahlen hinaus. Cameron hatte für die Produktion eine eigene Kameratechnik entwickelt, die den 3D-Film ins digitale Zeitalter holte. „Avatar“ wurde damit zum Vorreiter einer neuen Technologie, für die überall auf der Welt die Kinos umgerüstet wurden.

James Cameron hat angekündigt, den „Avatar“-Erfolg zu einer ganzen Reihe zu machen; er will nicht weniger als vier Fortsetzungen realisieren, die alle für sich allein stehen können. (Mit dpa)

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