Corona in Ostfriesland  Arbeitgeber fürchten neue Covid-Welle im Herbst

Martin Alberts
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Von Martin Alberts
| 09.05.2022 18:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Könnten im Herbst wieder geschlossene Restaurants und Geschäfte drohen? Der Arbeitgeberverband sieht hierin eine große Gefahr für Unternehmer. Foto: Hoppe/DPA
Könnten im Herbst wieder geschlossene Restaurants und Geschäfte drohen? Der Arbeitgeberverband sieht hierin eine große Gefahr für Unternehmer. Foto: Hoppe/DPA
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Die Corona-Lage ist derzeit relativ entspannt. Doch wie entwickelt sie sich bis zum Herbst? Der Arbeitgeberverband für Ostfriesland fordert, dass die Politik das Land vorbereitet.

Ostfriesland - Die Corona-Pandemie hat die Unternehmen in der Region in den vergangenen zwei Jahren vor große Herausforderungen gestellt. Lockdowns, Beschränkungen in Handel und Gastronomie sowie gestörte Lieferketten machten ihnen zu schaffen. Dennoch hätten die Firmen das Ganze „eigentlich ganz gut gewuppt“, sagte Johann Doden, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands (AGV) für Ostfriesland und Papenburg, am Montag bei einem Pressegespräch in Emden.

Momentan habe sich die Corona-Situation für die Arbeitgeber durch die Lockerung fast aller Beschränkungen deutlich verbessert; Kurzarbeit sei so gut wie kein Thema mehr, sagte Doden. „Es wäre schön, wenn das so bleibt.“ Doch der Verband blickt skeptisch auf die kommenden Monate und vor allem auf den diesjährigen Herbst. Denn: „Corona ist noch nicht vorbei“, wie Doden sagte. „Wir stellen uns die Frage: Sind wir auf die siebte oder achte Welle im Herbst vorbereitet? Wir haben da so unsere Zweifel.“ Doden hatte in der Vergangenheit im Gespräch mit unserer Redaktion bereits mehrfach deutlich gemacht, dass die größte Angst der ostfriesischen Unternehmer mögliche erneute Lockdowns und corona-bedingte Betriebsschließungen sind.

Verband fordert: Corona-Regeln müssen von Bürgern „auch verstanden werden“

Der AGV kritisierte zudem die oft überarbeiteten Corona-Verordnungen des Landes Niedersachsen, die in der Zeit der Pandemie viele Menschen verwirrt hätten. Stattdessen brauche es von der Politik Lösungen, um einer möglichen neuen Corona-Welle im Herbst zu begegnen, und transparente Regelungen, die von Bürgerinnen und Bürgern „auch verstanden werden“.

Trotz mehr als zwei Jahren Pandemie seien Insolvenzen bei Unternehmen in Ostfriesland „fast kein Thema gewesen“, sagte Doden. Kurzarbeit, die in Ostfriesland „massiv zum Einsatz“ gekommen sei, habe den Firmen hierbei sehr geholfen. Gleiches gelte für die finanziellen Überbrückungshilfen des Staates, sagte Frank Wessels, Vorsitzender des Verwaltungsrates des AGV.

Spürbar sei die Corona-Krise für die Firmen in der Region aber auch weiterhin – allen voran beim Personal. Denn durch die aktuell hohe Zahl der Covid-19-Fälle und die damit verbundene Isolation fielen vergleichsweise viele Beschäftigte aus. Hinzu komme die Situation in China, wo die Staatsführung weiterhin eine strikte Null-Covid-Strategie verfolgt und ganze Städte mitsamt ihrer Häfen unter Quarantäne stellt. „Die globalen Warenströme sind davon betroffen“, sagte Wessels. Auch in Ostfriesland sei dies zu spüren.

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