Osnabrück

Inflation oder Rezession: Die EZB steckt im Dilemma, muss aber endlich handeln

Corinna Clara Röttker
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Von Corinna Clara Röttker
| 06.05.2022 15:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Zentrale der EZB in Frankfurt. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
Zentrale der EZB in Frankfurt. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
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Trotz schwächelnder Konjunktur hebt die US-Notenbank Fed den Leitzins deutlich an. Auch die EZB sollte endlich handeln und das Geld zügig teurer machen – auch wenn davon nicht alle profitieren werden.

Man kann es als Mission Impossible bezeichnen, vor der die amerikanische Noten- und europäische Zentralbank stehen: Sie müssen dafür sorgen, dass die Rekord-Inflationsrate im Land endlich sinkt und das alles, ohne die schwächelnde Wirtschaft zugleich in die Rezession zu schicken. Was für ein Dilemma.

Denn erhöhen die Währungshüter den Zins um den Preisauftrieb entgegenzuwirken, ist das für die Wirtschaft schmerzlich. Kredite werden teurer, Firmen weniger investieren und produzieren. Dennoch hat sich die US-Notenbank Fed getraut und ihren Leitzins um ordentliche 0,5 Prozentpunkte angehoben. Dazu gehört viel Mut, es ist aber ein wichtiger und richtiger Schritt, dem auch die EZB zügig folgen sollte.

Denn einer Hochinflation, wie wir sie aktuell in praktisch allen Lebensbereichen spüren, dürfen und können die Währungshüter nicht mehr einfach tatenlos zusehen. Die Menschen verlieren immer mehr Kaufkraft, daran können auch staatliche Zuschüsse und Lohnerhöhungen nichts ändern, im Gegenteil. Vielmehr tragen sie weiter zur Inflation weiter bei. Davon abgesehen ist es die Kernaufgabe einer Notenbank, die Preisstabilität unter allen Umständen zu wahren.

Keine Frage, eine Zinserhöhung birgt viele Gefahren. Nicht profitieren werden jene, die kein Geld haben – egal ob Staaten, Unternehmen oder Verbraucher. Für Staaten wird es teurer, Schulden aufzunehmen, wenn die Renditen von Staatsanleihen steigen. Insbesondere für Länder mit einer sehr großen Schuldenlast wird es schwieriger, dies zu finanzieren. Und auch für Häuslebauer sind steigende Zinsen schädlich. Höhere Bauzinsen machen es teurer, die Wunschimmobilie zu bauen. Doch das macht die Inflation auch, im Zweifel macht sie es sogar noch schlimmer. Eben, es ist und bleibt ein Dilemma.

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