Fußball

Kompromiss mit Vorstand: Germania-Spieler beenden Boykott

| | 06.05.2022 13:52 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Germania-Spieler Lukas Berghaus (gelbes Trikot) hat mit einem längeren Telefonat mit Interimstrainer Frank Bajen einen entscheidenden Anteil gehabt, dass die Mannschaft ihren Streik beendet. Foto: Damm
Germania-Spieler Lukas Berghaus (gelbes Trikot) hat mit einem längeren Telefonat mit Interimstrainer Frank Bajen einen entscheidenden Anteil gehabt, dass die Mannschaft ihren Streik beendet. Foto: Damm
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Die Fußballer von Germania Leer haben ihren Streik vorzeitig beenden. Freitag wurde trainiert und am Samstag wird gespielt. Hintergrund ist eine Zusicherung seitens des Vorstands.

Leer - Nach höchst turbulenten Tagen kehrt bei Germania Leer langsam ein wenig Ruhe ein. Die Fußball-Landesliga-Mannschaft hat ihren zu Wochenbeginn angekündigten, einwöchigen Trainings- und Spielboykott vorzeitig beendet und wird heute gegen Falke Steinfeld (16 Uhr) im Heimspiel auflaufen. Interimstrainer Frank Bajen begrüßte am Freitagabend insgesamt

14 Spieler auf dem Trainingsplatz. Angeführt von Kapitän Lukas Koets bereiteten sie sich auf das Heimspiel vor. Dazu gesellten sich noch elf Testspieler aus den Niederlanden, darunter auch die Gogudaze-Brüder. Für George liegt bereits die Spielgenehmigung vor, er könnte heute für Germania auflaufen.

Neues Teammanagement

Vor der Einheit stellte sich bei den Spielern noch das neue, vierköpfige Teammanagement. Neben Interimstrainer Frank Bajen zählen dazu noch Frank Ammermann (Passangelegenheiten, bisher Kickers Leer), Frank Scholl (B2-Trainer) und Arndt Watzema (D-Jugend-Trainer).

Das neue Teammanagement (von links): Frank Ammermann, Frank Scholl, Frank Bajen und Arnd Watzema. Foto: Wolters
Das neue Teammanagement (von links): Frank Ammermann, Frank Scholl, Frank Bajen und Arnd Watzema. Foto: Wolters

Ausschlaggebend für das Beenden des Streiks war ein getroffener Kompromiss zwischen Vorstand und der ersten Herren. Die Spieler, die den Verein im Sommer zum Großteil verlassen werden, wollten eine Zusicherung haben, dass die Wechsel „ohne Probleme“ über die Bühne gehen, wenn sie die Saison vernünftig mit Leer zu Ende spielen. Diese Zusicherung haben sie bekommen, wie auf Nachfrage auch der 2. Vorsitzende Ferhat Özdemir bestätigt: „Wer sich ab jetzt einwandfrei verhält und die Saison vernünftig zu Ende spielt, hat nicht zu befürchten, gesperrt zu werden.“ Anders wäre es gewesen, wenn die Mannschaft an ihrem Streik festgehalten hätte.

Mannschaft nicht einheitlich

Derweil wurde am Donnerstagabend der Grundstein für einen Neuaufbau der Fußball-Abteilung von Germania Leer gelegt. In einer Sitzung mit Vorstandsmitgliedern und Personen, die „mitanpacken“ wollen, hat sich das Teammanagement zusammengefunden.

Eine Aufgabe ist das Finden eines Trainers für die kommende Saison. Der bisherige Coach Michael Zuidema war am Sonntag wegen seiner öffentlichen Kritik am Vorstand entlassen worden. Die Entlassung war mit der Auslöser für den Boykott der Mannschaft. Doch nicht die komplette Mannschaft hat die einwöchige Entscheidung, keinen Fuß mehr aufs Germania-Gelände zu setzen, mitgetragen. „Ich wurde ab Dienstag von mehreren Spielern angerufen, die auch trainieren und spielen wollen. Ihnen habe ich da schon gesagt, dass sie dann auch nicht gesperrt werden“, sagt Ferhat Özdemir.

Bei Germania Leer wurde am Freitagabend wieder trainiert. Foto: Wolters
Bei Germania Leer wurde am Freitagabend wieder trainiert. Foto: Wolters

Grund für die Wende

Die große Wende innerhalb der Germania-Mannschaft leitete ein Telefonat am Donnerstagnachmittag zwischen Interimstrainer Frank Bajen und Germania-Spieler Lukas Berghaus ein. Der 22-Jährige ist aus dem Kader der Einzige, der Bajen bereits gut kennt. „Er hat mich in der Hinrunde mehrmals behandelt, als ich Hüftprobleme hatte“, sagt Berghaus. Er berichtete dem Interimscoach, der Physiotherapeut in Emden ist, von den Hintergründen des Boykotts der Mannschaft – und der Angst mancher Spieler, im Falle eines Wechsels gesperrt zu werden. Bajen reagierte allgemein zwar verständnisvoll, äußerte aber auch Kritik am Mannschafts-Boykott, nicht spielen zu wollen.

Final kristallisierte sich aus dem Telefonat der bereits genannte Kompromissvorschlag heraus. Somit hoffen die Verantwortlichen, die Saison jetzt geordnet beenden zu können.

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