Ossiloop

79-jährige Christa Janßen gehört bald zum 200er Kreis

| | 05.05.2022 20:43 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Nach ihrer Hüft-Operation war Christa Janßen die vergangenen Jahre vor allem mit ihren Nordic-Walking-Stöcken unterwegs. In diesem Jahr geht sie die Etappen. Foto: Privat
Nach ihrer Hüft-Operation war Christa Janßen die vergangenen Jahre vor allem mit ihren Nordic-Walking-Stöcken unterwegs. In diesem Jahr geht sie die Etappen. Foto: Privat
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Christa Janßen aus Brinkum läuft seit 1983 den Ossiloop. Für die 79-Jährige kann der Sechs-Etappen-Lauf von Leer bis ans Meer in diesem Jahr ein ganz besonderer werden.

Brinkum - Christa Janßen ist gerade dabei, ihre Garage auszufegen. „Hier gibt es immer etwas zu tun“, sagt die quirlige 79-Jährige und lächelt. Für ein Gespräch mit unserer Zeitung nimmt sie sich aber gerne Zeit. Denn die Seniorin aus Brinkum blickt auf eine beeindruckende Ossiloop-Laufbahn zurück. Seit 1983 ist sie – mit Unterbrechungen – bei dem Sechs-Etappen-Lauf dabei und steht kurz vor einer magischen Bestmarke. Bei diesem Ossiloop wird sie voraussichtlich ihre 200. Etappe absolvieren. Damit ist die Sportlerin des SV Brinkum die Lauffleißigste aller Ossilooper namens Janssen. Der Nachname taucht in den Teilnehmerlisten mit Abstand am häufigsten auf. Unsere Zeitung stellt einige von ihnen vor: diesmal Christa Janßen aus Brinkum.

Die Seniorin hat mittlerweile 196 Ossiloop-Etappen absolviert – das sind die viertmeisten in der Gesamtstatistik, die von Harm Park vom TuS Weene geführt wird. Christa Janßen ist immer in Bewegung. Früher probierte sie auch gerne neue Sportarten aus. Sie spielte Volleyball, Völkerball und Tennis. Außerdem tritt sie seit Jahrzehnten zu den Prüfungen zum Deutschen Sportabzeichen an. Im vergangenen Jahr erhielt sie das Abzeichen bereits zum 50. Mal.

Vier Janßen-Generationen beim Ossiloop anners

Vielmehr schlägt ihr Herz aber für den Laufsport. „Für mich ist das Laufen ein idealer Ausgleich zum Alltag“, sagt Janßen. Selbst als junge Mutter, als vier kleine Kinder durch das Haus der Janßens wirbelten, hat sich die Ostfriesin immer gerne die Laufschuhe geschnürt. „An der frischen Luft habe ich den Kopf frei bekommen“, sagt sie. Ihre Familie hat sich über die Jahre um ein Vielfaches vergrößert. Sie hat zehn Enkelkinder und mittlerweile drei Urenkelkinder. Ihre Laufbegeisterung hat sie teilweise auch weitergegeben. Im vergangenen Jahr beispielsweise traf sich Christa Janßen in Dietrichsfeld mit ihrer Tochter, Enkelin und Urenkelin, um eine Etappe des Ossiloop anners zu bestreiten.

Christa Janßen absolvierte insgesamt vier Marathons. Foto: Privat
Christa Janßen absolvierte insgesamt vier Marathons. Foto: Privat
Auf die Unterstützung ihrer Familie kann sich Christa Janßen ohnehin jederzeit verlassen. „Meine Enkel standen mal in Leer mit Plakaten am Streckenrand und haben mir zugejubelt. Ich habe davon aber leider gar nichts mitbekommen, weil ich so konzentriert war. Das tat mir im Nachhinein so leid“, erinnert sich Janßen.

Vorgezogener Start für die Ossiloop-Urgesteine

Die Brinkumerin, die mit 68 Jahren in Enschede noch einen Marathon bestritt, ist nach ihrer Hüft-Operation allerdings nicht mehr ganz so schnell unterwegs. Die vergangenen fünf Jahre ist sie die Ossiloop-Etappen gewalkt. In diesem Jahr geht sie die Strecken. Zusammen mit Dietrich Steinke, Harm Park und Eva Brinkmann durfte Christa Janßen am Dienstagabend früher starten. „Das bieten wir sozusagen für die herausragende Ossiloop-Lebensleistung an“, sagt Cheforganisator Edzard Wirtjes.

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Für die 10,6 Kilometer lange Strecke von Logabirum nach Holtland benötigte Janßen 1:27:43 Stunde. „Für mich ist das eine gute Zeit. Ich bin zufrieden“, sagt sie. Für Janßen, die sich erst am Montag für den Ossiloop angemeldet hatte, ist es einfach schön, beim Volkslauf mit dabei zu sein. „Und wenn ich dann auf der Strecke bin, dann beiß' ich mich auch durch.“ Für die Brinkumerin ist es bereits der 34. Ossiloop.

Am Dienstag, 17. Mai, könnte Janßen ein ganz besonderes Jubiläum feiern. Denn die fünfte Etappe von Plaggenburg nach Dunum wäre ihre 200. Etappe. „Das macht mich stolz“, strahlt sie und freut sich auf einen ganz besonderen Ossiloop in diesem Jahr.