Fußball
Germania Leer trainiert – aber wer kommt?
Bei Germania Leer steht am Freitag Training an. Trotz angekündigtem Boykott haben manche Spieler ihr Kommen angekündigt – ebenso Testspieler. Der Interimstrainer richtet deutliche Worte an das Team.
Leer - Für Freitag um 19 Uhr ist auf dem Gelände von Germania Leer Training angesetzt. Leiten wird dieses der Interimstrainer der Fußball-Landesliga-Mannschaft: Frank Bajen. Das ist Fakt. Die große Frage aber ist, wer bei dieser Einheit mitmachen wird. Ebenso noch unklar ist, ob Germania Leer tags drauf beim Heimspiel gegen den SV Falke Steinfeld antritt. Und wenn ja, wer dann für Germania auf dem Platz stehen wird. „Ich weiß von etwa einem halben Dutzend Spieler der Mannschaft, die Freitag zum Training kommen wollen“, sagte Frank Bajen im Gespräch mit unserer Zeitung. Der 50-Jährige hofft, dass sich noch mehr Akteure aus dem Team dazu entscheiden werden, doch zum Training und zum Spiel zu kommen – es also ein Umdenken bei einigen Spielern gibt.
Am Mittwoch war durchgesickert, dass das Team wegen Unstimmigkeiten mit dem Vereinsvorstand mehrheitlich entschieden hat, in dieser Woche keinen Fuß mehr auf das Germania-Gelände zu setzen. „Dass eine Mannschaft nicht zu einem Training erscheint, finde ich bedenklich. Aber nicht zu einem Spiel zu kommen, ist noch mal eine andere Stufe. Es hat Auswirkungen auf den Spielbetrieb“, sagte Frank Bajen. Er sieht sich nicht als Konfliktlotse zwischen Mannschaft und Vorstand, sondern als Helfer dafür, dass Germania Leer die Landesliga-Saison so anständig wie möglich über die Bühne bringt. Sechs Spiele stehen für den Verein in der Abstiegsrunde noch an. Sportlich erscheint der Klassenerhalt bei neun Punkten Rückstand als unrealistisch. Sollte Germania jedoch keine Mannschaft mehr zusammenbekommen und mindestens in drei Landesliga-Partien nicht antreten, würde sie höchstwahrscheinlich aus der Liga ausgeschlossen werden. Das hätte dann nicht den Abstieg in die Bezirksliga, sondern eine Neueingliederung in der A-Klasse anstelle der Reserve zur Folge.
Gespräche sollen für Umdenken sorgen
„Den Spielern muss die Tragweite ihres Boykotts bewusst sein. Es geht um die Außenwirkung des gesamten Vereins, aber auch um die eines einzelnen Spielers“, gab Frank Bajen, der für den entlassenen Trainer Michael Zuidema übernommen hat, zu Bedenken. „Wenn du bei einem Landesligisten spielst, hast du auch eine sportliche Verpflichtung.“
Ein Umdenken innerhalb der Mannschaft ist durchaus möglich. Nach Informationen unserer Zeitung werden Gespräche seitens des Vereins mit den Spielern geführt, um eben jenes zu erreichen.
Goguadze vermittelt Spieler
Unabhängig, ob sich weitere Spieler von dem Boykott distanzieren, erwartet Frank Bajen eine zweistellige Teilnehmerzahl beim Training. Denn neben den fünf Spielern aus dem aktuellen Kader haben sich Testspieler angekündigt. „Ich bringe etwa neun Spieler für ein Probetraining mit“, sagte George Goguadze gegenüber unserer Zeitung. Der Ex-Spieler von Germania, GW Firrel und Kickers Emden baut gerade eine Spielervermittlungsagentur auf. Goguadze möchte nach eigener Aussage deutschen und niederländischen Spielern die Chance zu geben, sich zu präsentieren.
„Es geht dabei nicht ums Geld“, stellte George Goguadze, der nach eigener Aussage auch von zwei anderen Landesligisten mit der Spielersuche beauftragt wurde, klar. Bei den Spielern, die er bei Germania vorspielen lassen will, handele es sich zum Großteil um potenzielle Spieler für die kommende Saison. Dass ein Testspieler kurzfristig – gar für das Spiel am Samstag – eine Spielerlaubnis bekommt, gilt als kaum vorstellbar.
Sollten sich nicht genügend Spieler aus der Landesliga-Mannschaft für das Spiel am Samstag gegen Falke Steinfeld finden, müssten Spieler aus der A-Jugend oder 2. Herren aushelfen, wenn ein Nichtantritt vermieden werden soll. Die Krux an der Sache: Die A-Jugend des JFV Leer und die Reserve, die in der A-Klasse eine Spielgemeinschaft mit Kickers Leer bildet, haben zeitgleich selber ein Ligaspiel. „Mich hat noch niemand gefragt, ob ich Spieler für die Erste abstellen kann“, sagte Markus Olbrys, Trainer von Kickers/Germania II. „Ich gehe davon aus, dass ich meine Mannschaft im Spitzenspiel gegen Hinte zusammen habe. Es ist aber nicht meine Entscheidung.“