Ortsentwicklung

Verein will bezahlbare Altenwohnungen in Bunde bauen

Tatjana Gettkowski
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Von Tatjana Gettkowski
| 05.05.2022 18:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
So soll das Mehrfamilienhaus am Kirchring in Bunde aussehen. Animation: Architekturbüro Fresemann
So soll das Mehrfamilienhaus am Kirchring in Bunde aussehen. Animation: Architekturbüro Fresemann
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Der Verein Open Dören will mitten im Ortskern von Bunde bezahlbare Wohnungen für Senioren bauen. Dazu wurde jetzt ein altes Haus abgerissen. Das Projekt zu realisieren, wird dennoch nicht einfach.

Bunde - Das poppensche Gebäude am Kirchring 9 Bunde ist Geschichte. Am Mittwoch wurde das ehemalige Geschäftshaus abgerissen. Damit ist jetzt der Platz frei für das Zukunfts-Projekt des Vereins Open Dören. Dort sollen bezahlbare Wohnungen für Senioren und für Menschen mit Behinderungen gebaut werden. Die Nachfrage nach seniorengerechten und vor allem bezahlbaren Wohnungen ist auch in Bunde groß. Nach Einschätzung des Vereins ist mit einer weiteren Nachfrage zu rechnen, wenn in den kommenden Jahren die geburtenstarken Jahrgänge das Renteneintrittsalter erreichen.

Was und warum

Darum geht es: Mit dem Abriss ist der erste Schritt für das Millionen-Projekt des Vereins „Open Dören“ in Bunde getan. Vor allem interessant für: Alle, die sich für Bunder Ortsgeschichte und neue Wohnungen für Senioren und Behinderte interessieren.

Deshalb berichten wir: Am Mittwoch ist das geschichtsträchtige Haus am Kirchring 9 abgerissen worden.

Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de

Open Dören bietet bereits sechs alters- und behindertengerechte Wohnungen an. Die Mieter können bei Bedarf Unterstützungsleistungen von der Einrichtung bekommen, aber auch ganz eigenständig wohnen. „Wir haben schon jetzt eine Warteliste“, sagt Hinrich Winterboer, Vorsitzender des Vereins. Nach dem Bekanntwerden der Neubaupläne dürfte die sogar länger geworden sein.

21 Wohnungen für Paare und Alleinstehende

Geplant ist ein Mehrfamilienhaus mit 21 Seniorenwohnungen mit Größen zwischen 55 und 80 Quadratmetern für Paare und Alleinlebende. In einem Teil des Gebäudes sind Appartements für Menschen mit leichtem Hilfebedarf vorgesehen, die auch rollstuhlgerecht ausgestattet sind. Das Obergeschoss ist mit einem Fahrstuhl erreichbar. Wie Winterboer berichtet, gebe es zumindest mündlich schon eine Zusage von Zuschüssen aus dem Dorferneuerungsprogramm vom Amt für regionale Landentwicklung (ARL). Für die Wohneinheiten für Senioren als auch für das für Menschen mit Einschränkungen bekomme der Verein nach den Worten des Vorsitzenden jeweils 500.000 Euro.

Daas Gebäude am Kirchring 9 gehörte zuletzt der Gemeinde. Zwischenzeitlich waren dort Flüchtlinge untergebracht. Foto: Wolters
Daas Gebäude am Kirchring 9 gehörte zuletzt der Gemeinde. Zwischenzeitlich waren dort Flüchtlinge untergebracht. Foto: Wolters

Einen weiterer Teil der Investitionen für das Drei-Millionen-Euro-Projekt sollte über das KfW-40-Programm finanziert werden. Weil unsicher ist, ob oder wie es nach dem Förderstopp der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit diesem Förderprogramm weitergeht, bangt der Verein um die Finanzierung. Pro Wohneinheit hätte er über das Förderprogramm für energieeffiziente Neubauten 37.500 Euro erhalten. Zusammengerechnet macht das immerhin 20 Prozent der Gesamtkosten für das Projekt aus.

Der Verein hat einen Plan B

Der Verein hat sich hilfesuchend an die für die Region zuständigen Bundestagsabgeordneten Anja Troff-Schaffarzyk (SPD) und Julian Pahlke (Grüne) gewandt. „Wir sind hoffen, dass die Finanzierungsunsicherheit ausgeräumt wird“, sagt Winterboer, „wir wollen das Projekt umsetzen, aber es darf unseren Verein natürlich auch nicht in die Miesen treiben.“ Angesichts steigender Baupreise und Zinsen werde die Finanzierung für den Verein eine Herausforderung. Bislang ging man von Investitionskosten von etwa drei Millionen Euro aus. Wie hoch die allgemeinen Preissteigerungen ausfallen werden, ist offen. „Wir warten derzeit auf den aktuellen Baukostenindex von der Architektin.“

Am Mittwoch wurde das Gebäude abgerissen. Foto: Wolters
Am Mittwoch wurde das Gebäude abgerissen. Foto: Wolters

Doch der Verein hat schon einen Plan B, wie Mehrkosten und möglicherweise geringer ausfallende Zuschüsse aufgefangen werden können. Man will ein Förderprogramm für den Einsatz regenerativer Energie der NBank nutzen. „Für den Altbestand unserer Gebäude soll eine Heizzentrale mit Wärmepumpen gebaut werden. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage könnte man dafür sorgen, dass keine Stromkosten mehr anfallen“, erklärt Wildeboer. Diese Heizzentrale könnte an den Neubau angedockt werden. Der Verein habe nach seinen Worten bereits einen Förderantrag eingereicht. Im Fall einer Zusage könnte der Verein einen Zuschuss in Höhe von bis zu 70 Prozent der Kosten bekommen.

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