Guter Zweck
Mit Muskelkraft auf dem Wasser bis nach Greetsiel
Auf einem Stand-Up-Paddlebord will die Kinderonkologin Birgit Birkhardt von Münster aus bis nach Greetsiel kommen. Dahinter steckt ein guter Zweck – und Mitpaddler können sich auch melden.
Münster/Ostfriesland - Wie würden Sie von Münster nach Greetsiel reisen? Auf einem Stand-Up-Paddlebord? Wahrscheinlich nicht, es sei denn, Sie brennen wirklich für diese Sportart. Das ist bei Prof. Dr. Dr. Birgit Burkhardt der Fall. Am 14. Mai möchte die Kinderonkologin, die am Klinikum Münster arbeitet, starten.
Was und warum
Darum geht es: Trotz eines gebrochenen Fingers will eine Ärztin aus Münster stehend bis nach Greetsiel paddeln.
Vor allem interessant für: Sportbegeisterte.
Deshalb berichten wir: Wir wurden auf die Aktion aufmerksam gemacht. Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de
In neun Etappen will die 46-Jährige dann auf ihrem Bord, auf dem sie sich stehend mit einem Paddel fortbewegt, bis nach Greetsiel kommen – eine Strecke von rund 250 Kilometer. Langstrecken-Paddeln ist nix für Jedermann, dennoch will sich Burkhardt dieser Herausforderung stellen. Auf ihrer will sie mit jedem zurückgelegten Meter Strecke bis zum Ziel Spenden sammeln. Unternehmen, Belegschaften und Einzelpersonen können spenden. „Pro Kilometer Strecke können 2 Cent, 5 Cent, 10 Cent oder natürlich höhere Beträge gesetzt werden“, heißt es in der Mitteilung zum Projekt. Die Spenden kommen in voller Höhe den Münsteraner Projekten Herzenswünsche und „Stiftung Bürger für Münster“ für Jugendprojekte zugute.
Ab dem 20. Mai von Papenburg nach Greetsiel
Die Region wird Burkhardt voraussichtlich am Donnerstagabend, 19. Mai, erreichen. Dann wird sie in Papenburg erwartet. „Bei einem Probelauf hat sie sich aber einen Finger gebrochen“, berichtet Dr. Jörg Bockow gegenüber unserer Zeitung. Bockow gehört zum Team, das die Stand-Up-Paddlerin im Hintergrund unterstützt. „Aber sie ist guter Dinge, dass trotzdem alles klappt.“ Von Papenburg aus geht es dann am 20. Mai nach Oldersum, und danach über eine Übernachtung in Emden zur Schleuse Leysiel.
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Die längste Etappe, die Burkhardt zurücklegen wird, beträgt rund 40 Kilometer. „Sie weiß aus Erfahrung bei einer Geschwindigkeit von höchstens fünf Kilometer pro Stunde braucht sie ohne eine einzige Pause alleine dafür gut acht Stunden“, sagt Bockow. Eine Kraftanstrengung, vor allem, da auf dem Paddel-Bord nur Platz für Wasser und ein paar Snacks ist. Für unterwegs haben sich schon andere Wassersportler angemeldet, die die Münsteranerin ein paar Kilometer auf einzelnen Etappen begleiten wollen. „Wer neben dem Kanal wandern oder mit dem Fahrrad fahren möchte, ist ebenfalls herzlich willkommen“, so Bockow.
Wehre und Siele sind Hindernisse
Die Professorin wird unterwegs vor allem in einem Wohnmobil übernachten, welches durch ihr Team hin und her gefahren wird. Zwischenzeitlich wird Burkhardt das Wasser aber auch verlassen müssen. Zwölf Schleusen und sieben Wehre müssen überwunden werden. Das bedeutet: Aus dem Wasser raus und das rund 14 Kilogramm schwere Bord am Wehr oder an der Schleuse vorbeitragen. Die unhandliche Last – das Sportgerät hat eine Länge von 4,27 Metern, muss dabei zum Teil rund zwei Kilometer weit getragen werden, sagt Bockow.
Was genau in Greetsiel geplant ist, kann Bockow noch nicht genau sagen. „Wir sind in Gesprächen mit Vereinen und Menschen vor Ort“, sagt er. „Wir haben Birgit aber auf jeden Fall ein frisches Krabbenbrötchen versprochen“, sagt er.
Weitere Informationen zur „SUP-Challenge 2022“ gibt es unter www.supchallenge2022.de.