Entsorgung
Ein Monat Blaue Tonne: Nur kleine Irritationen beim Altpapier
Manche warfen ihre Pommespappe mit Ketchup in die Blaue Tonne, andere versuchten es nochmal mit dem Sack oder wussten nichts von Sammelplätzen: Die Erfahrung aus einem Monat Tonnenleerung.
Leer - Nach dem ersten Durchgang mit der Leerung von rund 75.000 Tonnen für Altpapier und Kartonagen steht für Klaus Anneken, Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebs im Landkreis Leer, fest: „Insgesamt läuft es gut.“ Trotzdem gab es im ersten Monat nach der Umstellung von blauen Säcken auf die Tonne noch einige Irritationen.
Was und warum
Darum geht es: Seit dem 1. April wird das Altpapier im Kreis Leer mit einer Tonne eingesammelt.
Vor allem interessant für: Einwohner des Landkreises Leer und passionierte Müllsortierer
Deshalb berichten wir: Wir wollten wissen, wie der erste Monat gelaufen ist. Die Autorin erreichen Sie unter: k.lueppen@zgo.de
Die gravierendste betrifft die Anwohner von engen Straßen, in die Müllfahrzeuge nicht hineinfahren können. Dort müssten die Blauen Tonnen an dieselben Sammelstellen gerollt werden, von denen die Müllsäcke abtransportiert werden. Das haben allerdings längst nicht alle gemacht. An mehreren solcher Punkten hatten die Anwohner ihre Behälter an den Straßenrand gestellt – so, wie es in der an den Tonnen befestigten Anleitung stand.
Sammelplätze wie bei den Säcken
Offenbar war diesen Anwohnern nicht klar, dass sie mit der Tonne genauso verfahren müssen wie mit den Säcken. Eine Anruferin aus Moormerland berichtete unserer Redaktion, dass in ihrer Straße alle Tonnen nicht geleert wurden, weil sie nicht am Sammelplatz standen. Niemand in der Straße habe das gewusst, weil die Abholung an Sammelplätzen vorher nicht kommuniziert worden sei. Das hätte besser laufen können, räumt Anneken ein.
„Wir haben das falsch eingeschätzt“, sagt er. Für ihn wie auch für das Unternehmen, das mit der Leerung der Tonnen beauftragt ist, sei klar gewesen, dass die Tonnen genau wie die Säcke an die Sammelplätze müssen. „Der Grund ist ja derselbe: Die Straßen sind zu eng für die Müllfahrzeuge“, so Anneken. Das Tonnenfahrzeug sei mindestens so groß wie der Sammelwagen für die Säcke. Müllfahrzeuge dürfen nicht rückwärts fahren, deshalb gibt es in Straßen ohne Wendemöglichkeit einen Sammelplatz.
Wenig Unrat im Altpapier
Der Abfallwirtschaftsbetrieb versucht es an der Stelle nun mit Aufklärung. Das gilt auch für die wenigen Fälle, in denen die Tonne stehen blieb, weil anderer Müll im Altpapier lag. Vom Abfuhrunternehmen habe er die Rückmeldung bekommen, dass dieses bei rund 100 Tonnen der Fall war. „Bezogen auf 75.000 Behälter ist das sehr wenig“, sagt Anneken. Somit bekomme die Firma Klingele in Weener ein gutes Ausgangsmaterial für die Wiederverwertung. „Das Altpapier bleibt in der Region“, so der Betriebsleiter.
Misslich ist natürlich, wenn andere Menschen ihren Abfall in der Tonne entsorgen, wenn sie vor der Abfuhr an der Straße stehen. So erging es offenbar einem Tonnenbesitzer in der Leeraner Rathausstraße. Dort blieb nämlich ein Behälter stehen, aus dem oben benutzte Pommespappen mit Resten von Essen und Ketchup sowie Getränkedosen quollen. Sie könnten dort von Kunden einer benachbarten Imbissstube hineingeworfen worden seien. „Wir schicken dort unseren Abfallberater hin, um die Situation zu klären“, verspricht Anneken.
Keine Aufklärung gibt es jedoch für Menschen, die versucht haben, ihr Altpapier noch in blauen Säcken loszuwerden. Die blieben stehen, ebenso wie Pappkartons, die offen neben den Tonnen lagen. Die Besitzer müssen diese Stoffe in die Tonne werfen – aber bitte den Blauen Sack vorher entfernen.