Fußball

So laufen die zweigleisigen Kickers-Planungen

| | 26.04.2022 18:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Können die Fans von Kickers Emden bald Viertliga-Fußball im Ostfriesland-Stadion sehen? Der Aufstieg aus der Oberliga ist möglich, die Kaderplanungen für beide Szenarien laufen auf Hochtouren. Fotos: Doden
Können die Fans von Kickers Emden bald Viertliga-Fußball im Ostfriesland-Stadion sehen? Der Aufstieg aus der Oberliga ist möglich, die Kaderplanungen für beide Szenarien laufen auf Hochtouren. Fotos: Doden
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Egal ob Oberliga oder Regionalliga: Die Kaderplanungen von Kickers Emden für neue Saison laufen auf Hochtouren. Trainer Stefan Emmerling gewährt Einblicke in die Spielergespräche.

Emden - Auf dem Fußballplatz läuft’s für Kickers Emden. Der Last-Minute-Sieg am Samstag gegen den 1. FC Egestorf-Langreder riss die Tür für die Aufstiegsspiele zur Fußball-Regionalliga weit auf. Die Fans träumen von der Rückkehr in die Viertklassigkeit – das Team selbstverständlich ebenfalls. Auch wenn Trainer Stefan Emmerling sagt: „Wir wollen nicht so viel über die Regionalliga sprechen, sondern uns voll auf die letzten vier Meisterrunden-Spiele konzentrieren.“ Doch parallel zum Saisonendspurt laufen im Hintergrund die Planungen für die kommende Spielzeit auf Hochtouren. Und diese Planungen sind entsprechend der unklaren Ligazugehörigkeit zweigleisig.

Klar ist, dass Stefan Emmerling Coach der Emder bleiben wird. Sein Vertrag gilt bis Sommer 2023. Die Kontrakte der Spieler enden jedoch nach dieser Spielzeit. Verlängerungen hat der Verein bis jetzt noch nicht bekanntgegeben. Sorgen bereiten muss den Fans das aber nicht. Kickers ist traditionell spät dran im Verkünden des künftigen Kaders. „Wir befinden uns mit den Spielern in aussichtsreichen Gesprächen“, lässt ein durchaus zufriedener Stefan Emmerling durchblicken. Er würde am liebsten mit allen Spielern aus dem aktuellen – zugegebenermaßen sehr kleinen – Kader weiterarbeiten, weiß aber auch: „Der ein oder andere Spieler, der auch für andere Vereine interessant ist, hat das Ziel, noch höherklassiger zu spielen. Ich weiß aber auch, dass sich die Spieler bei uns wohlfühlen.“ Heißt im Klartext: Ein Aufstieg würde Emdens Chancen für den Verbleib von gewissen Leistungsträgern steigern.

Riesengroß war der Jubel am Samstag nach dem wichtigen 1:0-Sieg gegen Egestorf. Trainer Stefan Emmerling und Kapitän Bastian Dassel lagen sich in den Armen.
Riesengroß war der Jubel am Samstag nach dem wichtigen 1:0-Sieg gegen Egestorf. Trainer Stefan Emmerling und Kapitän Bastian Dassel lagen sich in den Armen.

Emmerling in puncto Training gesprächsbereit

An den umgekehrten Fall, dass ein Spieler Kickers bei einem Aufstieg verlassen könnte, weil ihm der Aufwand zu groß wird, glaubt Emmerling nicht. „Alle Spieler – auch die, die seit Landesliga-Zeiten dabei sind – haben sicherlich nichts dagegen, nächste Saison in der Regionalliga zu spielen. Ganz im Gegenteil.“ Ohnehin ist der Kickers-Coach der Meinung, dass ein Aufstieg „nicht unbedingt Mehraufwand“ bedeute. „Ich bin kein Trainer, der sagt: ‚Wenn wir aufsteigen sollten, müssen wir auch einmal mehr in der Woche trainieren.‘ Im Falle des Aufstiegs würden wir mit dem Team besprechen, was umsetzbar ist.“

Unabdingbar wären im Vergleich zur Oberliga in der Regionalliga teils weitere Fahrten zu Auswärtspartien. So spielen in der Nord-Staffel, in die Kickers eingruppiert werden würde, auch Teams aus Schleswig-Holstein – beispielsweise der SC Weiche Flensburg und der 1. FC Phönix Lübeck, bei dem der Ostfriese Daniel Franziskus seit Jahresbeginn Co-Trainer ist. Doch bereits in dieser Saison reist Kickers Emden zu weiten Auswärtsfahrten – zum Beispiel nach Hannover oder Wolfsburg – einen Tag eher an.

Gibt es eine große Regionalliga-Staffel?

Neu zum Kickers-Kader dazustoßen wird Ramon Issa. Die Verpflichtung des 19-jährigen Stürmers von Germania Leer ist Anfang des Monats bekannt geworden. „Mit weiteren Neuzugängen ist zeitnah nicht zu rechnen“, ordnet Trainer Stefan Emmerling ein. Es wird die laufende Saison abgewartet. „Bei einem Aufstieg sind das noch mal andere Dimensionen“, sagt Stefan Emmerling über potenzielle neue Akteure und Spielerberater, die ihre Klienten vermitteln wollen. Im Falle der Viertklassigkeit dürfte Kickers den Mannschaftsetat etwas aufstocken. „Wir könnten auch mit dem gleichen Etat in die Regionalliga gehen, realistisch ist das aber nicht“, sagt Kickers-Finanzvorstand Matthias Nittmann. „Wir versuchen, mit den Spielern auf einen Nenner zu kommen. Die Bäume gen Himmel wachsen lassen werden wir aber definitiv nicht.“

Noch nicht endgültig entschieden ist, ob die Regionalliga Nord in der kommenden Saison erneut erst in zwei Qualifikationsstaffeln und dann einer Auf- und Abstiegsrunde ausgetragen wird. „Manche Vereine begrüßen diesen Modus, andere wollen wieder eine komplette Runde spielen“, sagt Verbandsspielausschuss-Vorsitzender Jürgen Stebani. Sein persönlicher Wunsch wäre eine große Regionalliga-Nord-Staffel wie in den Vor-Corona-Jahren. Die Stand jetzt „einzig verlässliche Info“ ist laut Stebani, dass die Regionalliga-Saison Ende Juli starten soll. Vielleicht ja mit Kickers Emden. Es wäre das erste Mal seit der Saison 2008/09, dass eine ostfriesische Männermannschaft wieder mindestens viertklassig Fußball spielt.

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