Umwelt
So wichtig sind Bäume für Emden
An diesem Montag ist der Tag des Baumes. Grund genug, um sich die grünen Schätze in Emden genauer anzuschauen, für die auch immer wieder gekämpft wurde und wird.
Emden - Bäume sind aus dem Emder Stadtbild nicht wegzudenken: ob am Wall, im Stadtgarten, den vielen Parks und Privatgärten. Am Tag des Baumes, der jedes Jahr am 25. April gefeiert wird, gehen wir mehreren Zweigen des Themas nach.
Baumschutzsatzung: Emden war Vorreiter
Die Stadt Emden ist Vorreiterin in Ostfriesland, was den Baumschutz betrifft. Zumindest trat hier 2002 als erstes eine Baumschutzsatzung in Kraft, die unter anderem festlegt, dass Bäume ab einem Umfang von 120 Zentimetern geschützt sind. Ist ein bebautes Privatgrundstück größer als 1000 Quadratmeter dürfen die Bäume darauf ebenfalls nicht einfach gefällt werden. Aber: Unter anderem für Fichten, Tannen, Pappeln und Birken gilt der Schutz grundsätzlich nicht. Um geschützte Bäume zu schlagen, muss eine Genehmigung bei der Stadt eingeholt werden. Wer vorsätzlich oder fahrlässig einen Baum beschädigt oder gar schlägt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Wird man erwischt, kann das richtig teuer werden. Bis zu 10.000 Euro als Geldbuße könnte man zahlen müssen. Und: Der Wert des beschädigten Baumes muss ersetzt werden. 2017 berichtete diese Zeitung darüber, dass im Stadtgebiet vermehrt Fälle von beschädigten Bäumen durch den Bau- und Entsorgungsbetrieb Emden (BEE) festgestellt wurden. Nicht ungewöhnlich sei es hingegen, dass Bäume bei Verkehrsunfällen beschädigt würden – Herbert Buß, Leiter des BEE-Baubetriebs, sprach von 15 bis 20 Fällen pro Jahr.
Rund 25.000 Bäume stehen auf öffentlichen Grünflächen in Emden. Im Emder Stadtwald kommen noch mal mehr als 450.000 Bäume dazu. Die Baumvielfalt im Ökowerk ist dabei noch nicht mitgerecht. Zum Vergleich: In Berlin sind es bei 3,6 Millionen Einwohnern laut Nabu nur 431.000 Stadtbäume. Laut BEE würden jedes Jahr deutlich mehr Bäume in Emden gepflanzt als aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Die Emder Grünen fordern aber, dass der Baumschutz verbessert wird. Der Schutz solle schon bei Bäumen mit einem Umfang von 60 Zentimetern und auf Privatgrundstücken unabhängig von der Grundstückgröße gelten. Entschieden ist dabei aber noch nichts.
Bäume für ein gutes Lebensgefühl
Jeder Baum im Stadtgebiet ist wertvoll: Sie verbessern das Klima und die Luftqualität, heben die Stimmung, senken den Lärm und bieten natürlich unzähligen Lebewesen ein Zuhause, so der Nabu. Einige sind dabei auch noch besonders schön anzusehen: Vielen in Emden dürften die Kirschbäume beim Blumen-Pavillon am Wall einfallen. Der Sturm vor ein paar Wochen hat einen der Bäume umgeworfen, was bei Facebook zigfach kommentiert und bedauert wurde. Ein beliebtes Fotomotiv sind auch die Alleen auf dem Wall.
Die Trauerweiden, die den Stadtgraben und die Kanäle säumen, geben insbesondere einer Fahrt zu Wasser etwas märchenhaftes. Auf dem Burgplatz lassen sich ein paar ältere Exemplare bestaunen. Der Stadtgarten, der früher tatsächlich eine Parkanlage war, beheimatet auch heute noch zahlreiche, ausladende Bäume. Im Winter sind sie mit Lichterketten beleuchtet, im Sommer spenden sie Schatten.
Der Baum des Anstoßes
Dass die Emderinnen und Emder an „ihren“ Stadtbäumen hängen, zeigt auch, wie vehement sie sich gegen Fällungen stellen. Das war zuletzt bemerkbar geworden, als es Ende März um einen Kahlschlag beim Larrelter Radweg parallel zum Frisiaschloot ging. Der Sturm hatte einige der Pappeln abgeknickt, deswegen sollten aus Sicherheitsgründen auch die restlichen 43, die nur zum Teil beschädigt wurden, gefällt werden. Vorerst wurde die Entscheidung gekippt, demnächst soll das Thema aber wieder besprochen werden, hieß es vor Ostern.
Die Rodung von dem kleinen Wäldchen „Janssens Tuun“ machte wegen des großen Bürgerbegehrens sogar bundesweit Schlagzeilen. Das Wäldchen im Borssumer Hammrich war trotz monatelangem Ringen zerstört worden – für den Schutz von Wiesenvögeln. Das war wiederum eine Ausgleichsmaßnahme für das Bauvorhaben Umspannwerk Emden/Ost von Tennet und den Bau der Umgehungsstraße B 210. In Emden ist es nichts Ungewöhnliches, dass sich zum Erhalt von Bäumen Bürgerinitiativen (BI) gründen. Ein altes und neues Beispiel: 1986 fand sich eine BI zusammen, um die Bäume am Stephansplatz zu schützen, kürzlich gründete sich die BI „Ja zu Janssens Tuun“.