Hilfsbereitschaft
Kreis Aurich: Wohnraum für Flüchtlinge dringend gesucht
Es sollen fünfmal so viele Flüchtlinge nach Aurich kommen, wie ursprünglich geplant. Die Erstaufnahmezentren stoßen deshalb in Kürze an ihre Grenzen: Die Verwaltung bittet die Bürger um Hilfe.
Aurich - Noch vor ein paar Wochen sah die Situation im Landkreis Aurich ganz anders aus: Statt der angekündigten 75 Flüchtlinge pro Woche kamen wenige. Die Helfer in den einzelnen Gemeinden, die in Windeseile Wohnungen hergerichtet hatten, mussten warten. Jetzt hat sich mit dem anhaltenden Krieg und der wieder zunehmenden Bedrohungslage in der Ukraine auch der Flüchtlingszustrom nach Ostfriesland verstärkt. So sehr, dass der Landkreis seine Einwohner noch einmal um Mithilfe bittet: „Wohnraum gesucht“, heißt es in einer Pressemitteilung.
Was und warum
Darum geht es: Aurich muss fünfmal so viele Flüchtlinge aufnehmen, wie bisher geplant.
Vor allem interessant für: Alle Menschen, die Wohnraum bereitstellen und helfen möchten.
Deshalb berichten wir: Der Landkreis Aurich ruft in einer Pressemitteilung zur Mithilfe auf. Die Autorin erreichen Sie unter: n.boening@zgo.de
Seit Beginn des Ukraine-Konfliktes hat der Landkreis Aurich insgesamt 868 Vertriebene aus der Ukraine registriert. Davon sind 260 durch das Land Niedersachsen zugewiesen und 608 Vertriebene eigenständig oder mit Hilfe von ehrenamtlichen Flüchtlingskonvois eingereist. Im Willkommenszentrum Utlandshörn sind derzeit 86 Plätze vorhanden, von denen aktuell 70 belegt sind. Alle zugewiesenen Vertriebenen werden dort zunächst untergebracht, registriert und dann in privaten Wohnraum verteilt. Dieser Wohnraum wird von der Wohnraumakquise des Landkreises Aurich gesichtet, angemietet und ausgestattet.
Flüchtlingszahlen steigen wieder
Aktuell erreichen den Landkreis Aurich drei Busse pro Woche mit jeweils etwa 25 Geflüchteten. Hinzu kommen regelmäßig Sonderzuweisungen, die zwischen 10 und 25 Personen schwanken können. Den Landkreis Aurich erreichen somit derzeit etwa 90 bis 100 Personen wöchentlich. Vereinzelt reisen Menschen eigenständig an, die noch keine Unterkunft haben.
Darüber hinaus muss der Landkreis Aurich wöchentlich 19 Geflüchtete aufnehmen, die nicht aus der Ukraine, sondern aus anderen Staaten geflohen sind. Die Verteilquote des Landes Niedersachsen sah bislang vor, dass der Landkreis Aurich insgesamt 566 Geflüchtete aufnehmen muss. Hierzu zählen neben den ukrainischen Vertriebenen auch Geflüchtete aus anderen Staaten. Das Land Niedersachsen hat diese Verteilquote vor dem Hintergrund der steigenden Vertriebenenzahlen aus der Ukraine auf insgesamt 3.155 Geflüchtete nahezu verfünffacht.
Unterkunft muss erst hergerichtet werden
Daher arbeitet der Landkreis Aurich mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben mit Hochdruck an einer Inbetriebnahme von Gebäuden auf dem Gelände der ehemaligen Blücherkaserne in Aurich. Bislang konnte hier ein Gebäude, in dem etwa 100 bis 120 Personen untergebracht werden können, dem Landkreis zur Verfügung gestellt werden. Dieses wird aktuell hergerichtet. Die Nutzung weiterer Gebäude auf dem Gelände wird derzeit geprüft. Wann die ersten Geflüchteten einziehen können, kann derzeit nur geschätzt werden. Aktuell geht der Landkreis davon aus, dass das erste Gebäude in vier bis sechs Wochen bezogen werden kann.
Weil nicht nur ukrainische Vertriebene, sondern auch Geflüchtete aus anderen Staaten untergebracht werden müssen, ruft der Landkreis Aurich noch einmal alle Vermieter auf, auch für diesen Personenkreis Wohnraum zur Verfügung zu stellen.