Netflix in der Krise

Bald könnte mit Kampfpreisen Schluss sein

Martin Alberts
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Ein Kommentar von Martin Alberts
| 20.04.2022 18:19 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Das Logo von Netflix ist auf einer Fernbedienung zu sehen. Der Streamingdienst hatte jahrelang seine Kundenzahl steigern können, nun gibt es erstmals seit 2011 Einbußen bei der Zahl der Abonnenten. Foto: Kane/AP/DPA
Das Logo von Netflix ist auf einer Fernbedienung zu sehen. Der Streamingdienst hatte jahrelang seine Kundenzahl steigern können, nun gibt es erstmals seit 2011 Einbußen bei der Zahl der Abonnenten. Foto: Kane/AP/DPA
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Nach einem jahrelangen Aufwärtstrend verzeichnet Netflix plötzlich sinkende Kundenzahlen. Der Markt für Streamingportale scheint gesättigt. Aber welche Strategie verfolgen Netflix und Co jetzt?

Jahrelang kannte die Zahl der Abonnenten bei Netflix und anderen Streamingdiensten nur einen Weg: nach oben. In den vergangenen zwei Jahren gab es durch die Corona-Pandemie mit geschlossenen Kinos und fehlenden Freizeitangeboten einen weiteren Schub. Doch jetzt scheint der Rausch vorbei: Netflix verzeichnet erstmals seit 2011 einen Rückgang bei der Kundenzahl.

Der Markt für Streamingangebote scheint langsam gesättigt zu sein: Wer bereit ist, ein Abo abzuschließen, hat bereits eines – sei es bei Netflix oder seinen größten Konkurrenten in Deutschland, Amazon Prime Video und Disney+. Hinzu kommen die Streamingangebote der privaten Fernsehsender, die ebenfalls ein Stück vom Kuchen abhaben wollen. Nun gilt es für alle, neue Kundengruppen zu erschließen – das zeigt Netflix mit seiner Bereitschaft, künftig günstigere Abo-Modelle mit Werbung anzubieten. Auch Amazon hatte kürzlich ein kostenloses, über Werbung finanziertes Portal angekündigt.

Davon abgesehen dürfte die Phase der Markterschließung für die Streamingdienste aber bald vorbei sein. Und wenn es nicht mehr darum geht, neue Kunden zu gewinnen, dann geht es darum, Geld zu verdienen. Netflix will schon jetzt seine Regeln für die Mitnutzung eines Abos verschärfen. Bald dürfte es dann bei den Streamingdiensten auch mit den Kampfpreisen vorbei sein, die bisher möglichst viele Kunden anlocken sollen.

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