Neuanfang

Für Steffi Sander ist die Zeit reif für einen Wechsel

Nina Harms
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Von Nina Harms
| 21.04.2022 10:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Während der Corona-Pandemie blieb die Pastorin mit ihren Gemeindemitgliedern über das Internet in Kontakt. Das „Hinternet“ ist ein Erfolgsformat. Foto: Privat
Während der Corona-Pandemie blieb die Pastorin mit ihren Gemeindemitgliedern über das Internet in Kontakt. Das „Hinternet“ ist ein Erfolgsformat. Foto: Privat
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Pastorin Steffi Sander verlässt ihre Gemeinde in Hinte. Sie tritt eine neue Stelle in Leer an. Für Hinte gibt es aber auch gute Nachrichten.

Hinte - Steffi Sander war hin- und hergerissen. Ihre Entscheidung, die Stelle als Pastorin für Hinte, Groß Midlum und Westerhusen aufzugeben, fühlt sich jetzt richtig an, sagt sie. Die Entscheidung sei ihr aber schwer gefallen. In den vergangenen elf Jahren, in denen sie als Pastorin in Hinte tätig war, hat sie viele gute Beziehungen zu den Gemeindemitgliedern aufgebaut, Freud und Leid mit ihnen geteilt. Es sind viele persönliche Geschichten, die diese Zeit prägen. Die Menschen haben sie an ihrem Leben teilhaben lassen, es sei ein sehr vertrauensvolles Verhältnis gewesen. „Dafür bin ich sehr dankbar“, so die Pastorin.

Anspruchsvolle Aufgabe

Die Aufgabe als Seelsorgerin liebt sie. „Deshalb ist es mir auch so schwer gefallen, mich gegen diese Aufgabe zu entscheiden.“ Dennoch sei es jetzt Zeit für einen Wechsel. Sander tritt im Sommer eine Stelle bei der evangelisch-reformierten Landeskirche in Leer an. Sie wird als persönliche Referentin der neu ins Amt eingeführten Kirchenpräsidentin Dr. Susanne Bei der Wieden tätig sein. Dort wird sie für die theologische Zuarbeit zuständig sein. Als „total spannend“ empfindet Sander diese Aufgabe, auf die sie sich „riesig freut“.

Es ist nicht die erste Stelle, die Sander in den vergangenen Jahren angeboten wurde. Bisher hatte sie sich aber immer für ihre Kirchengemeinde entschieden. Was hat nun den Ausschlag für den Wechsel gegeben? „Es hat gepasst“, sagt die 44-Jährige im Gespräch mit dieser Zeitung. „Alles hat seine Zeit. Und das Angebot kam zu richtigen Zeit. Ich dachte hier immer: Ich bin noch nicht fertig.“ Als Pastorin sei sie jederzeit präsent und für ihre Gemeindemitglieder ansprechbar gewesen. Eine sehr schöne, aber auch sehr anspruchsvolle Aufgabe, so die Pastorin. Nun freue sie sich darauf, „auch mal in der zweiten Reihe tätig zu sein.“ Ihren Gemeindemitgliedern wird sie dennoch erhalten bleiben, wenn auch nicht als Pastorin. Sander wird mit ihrer Familie in Hinte wohnen bleiben, so dass die Kontakte nicht abbrechen werden.

Erfolgsgeschichte „Hinternet“

Wie groß ihr Einsatz für ihre Kirchengemeinde war, zeigte sich vor allem während der Corona-Pandemie. Mit dem „Hinternet“ hat sie es geschafft, ein Format zu entwickeln, um mit den Gemeindemitgliedern in Kontakt zu bleiben. Das Online-Format nutzen inzwischen rund 500 Gemeindemitglieder über alle Generationen hinweg. Für das „Hinternet“ nutzt sie die Broadcast-Funktion des weit verbreiteten Nachrichtendienstes Whatsapp. Über einen solchen Verteiler kann sie gleichzeitig viele Empfängerinnen und Empfänger erreichen. Sie bleiben untereinander anonym, können sich aber mit der Pastorin über diesen Kanal austauschen. Sander ist heute noch über den Erfolg des „Hinternets“ überrascht. Klar ist: Auch künftig soll es das Format geben. Noch sei aber unklar, wer es betreut. „Das muss noch geregelt werden.“

So geht es in Hinte weiter

Ihre neue Stelle tritt Steffi Sander am 1. September an. Von der Gemeinde verabschiedet wird sie am 28. August in der Kirche in Hinte. Der Abschied dürfte einigen schwerfallen. Dennoch gibt es eine gute Nachricht: Die Stelle soll wieder besetzt werden. Wie lange sie allerdings vakant bleibt, ist noch offen. „Die Kirchenräte werden ordentlich die Werbetrommel für Hinte rühren“, ist sich Sander sicher. Bis die Stelle wieder besetzt ist, übernehmen die Pastoren aus der Umgebung die Aufgaben in der Gemeinde vertretungsweise.

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