Fußball
Atlas-„Fußballgott“ wechselt zum Kickers-Konkurrenten
Marek Janssen gilt als einer der besten ostfriesischen Fußballer. Im Sommer verlässt der 25-Jährige den Regionalligisten Atlas Delmenhorst. Sein neuer Verein hat ambitionierte Ziele.
Oldenburg - Fast ganz Ostfriesland drückt Kickers Emden im Kampf um den Aufstieg in die Regionalliga die Daumen. In Oldenburg wohnt mit Marek Janssen aber ein gebürtiger Jemgumer, der mit dem ärgsten Kickers-Konkurrenten, BW Lohne, mitfiebert. Und das aus triftigem Grund: Denn der 25-Jährige wird im Sommer den Fußball-Regionalligisten Atlas Delmenhorst gen BW Lohne verlassen. „Ich bin von dem Projekt in Lohne vollends überzeugt“, sagt der Oldenburger Lehramtsstudent. „Die Infrastruktur und das ganze Umfeld ist in Lohne nochmals deutlich professioneller als bei Atlas. Bei Blau-Weiß ist auch noch einiges in Planung.“
Auch andere Vereine hätten bei Marek Janssen angefragt. Darunter Kickers Emden? „Nein, diesmal nicht. Aber für mich kam ohnehin kein anderer Verein als BW Lohne in Frage“, sagt Marek Janssen. Um für BW aufzulaufen, nimmt er auch eine 40-minütige Autofahrt zu den Trainingseinheiten und eine nicht ganz so stimmungsvolle Atmosphäre bei den Heimspielen in Kauf. „Vor allem die Fans von Atlas werde ich vermissen.“ Bei eben jenen hat Janssen einen hohen Stellenwert. So sangen die Delmenhorster Fans bei einigen Spielen „Marek Janssen ist ein Fußballgott“. Der Verein spricht in einer Mitteilung zum Janssen-Abgang davon, dass „ein Publikumsliebling, Leistungsträger und vor allem ein sehr guter Typ“ Atlas verlässt. Zwar wünsche man ihm „gesundheitlich alles Gute. Wir würden uns freuen, wenn er diesen Schritt bereut und direkt wieder nach Delmenhorst-Düsternort kommt.“
Winterwechsel war schon Thema
Nach Blau-Gelb (Germania Leer), Blau-Weiß (BW Papenburg), Blau-Gelb (Atlas Delmenhorst) wird Marek Janssen ab Sommer aber erstmal wieder Blau-Weiß tragen. Das Trikot von BW Lohne. Der Verein aus dem Landkreis Vechta, der mit 54 Fußballmannschaften die zweitmeisten in ganz Deutschland aufbietet, möchte sein Sportzentrum in den kommenden Jahren für stolze 11,8 Millionen Euro umbauen und erweitern. Dass mit solchen Summen auch sportliche Ambitionen einhergehen, ist selbstverständlich. Derzeit liegt Lohne bei noch fünf auszutragenden Spielen auf Platz eins der Aufstiegsrunde der Oberliga – drei Zähler vor Kickers Emden. „Mittelfristig geht der Lohner Plan über die Regionalliga hinaus“, sagt Marek Janssen, der seinen Wechsel nicht als einen Rückschritt ansieht.
Eigentlich ist der Transfer nach Lohne sogar einer mit Verzögerung. „In der Winterpause wollte ich schon zu Lohne wechseln. Aber da scheiterte es an der Ablösesumme“, verrät der Ostfriese. Hauptgrund für die Wechselgedanken sei eine seiner Meinung nach zu geringe Einsatzzeit in der Hinserie gewesen. „Nach einem guten Saisonstart und den ersten vier Spielen über 90 Minuten konnte ich das nicht so ganz nachvollziehen.“
Lohne einst sein Lieblingsgegner
In der Tat bestritt Marek Janssen zwischen Mitte September und Ende November kein Spiel über die volle Distanz, lediglich eines über mehr als 50 Minuten. Jedoch hatte er auch immer wieder mit Problemen in der Beinmuskulatur zu kämpfen – so auch derzeit. Wegen einer Zerrung ist Janssen gerade nicht einsatzfähig. Dabei hatte er sich im Dezember wieder seinen Stammplatz – er spielt entweder als Stürmer oder im offensiven Mittelfeld – zurückerobert. Getroffen hat Janssen seitdem allerdings nicht mehr.
Dass der Ostfriese einen ausgeprägten Torriecher hat, musste sein künftiger Verein schon leidvoll erfahren. Fünfmal spielte Marek Janssen einst in der Landesliga gegen BW Lohne (einmal mit Leer, viermal mit Papenburg). Dabei erzielte er sechs der acht Treffer seiner Mannschaft. „Vielleicht wollten die mich haben, damit ich nächstes Jahr nicht gegen die treffen kann“, schmunzelt Marek Janssen mit Blick auf einen möglichen Aufstieg von BW Lohne.