Osnabrück

Hohe Heizkosten: So viel günstiger sind Holzpellets

Corinna Clara Röttker
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Von Corinna Clara Röttker
| 15.04.2022 14:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Pellets sind kleine Presslinge aus Spähne, die zum Teil in der Möbelindustrie entstehen. Sie sind mit einem Lebensmittelkleber gepresst. Umso höher die Pressung, desto höher ist auch der Heizwert. Foto: Michael Kuhr
Die Pellets sind kleine Presslinge aus Spähne, die zum Teil in der Möbelindustrie entstehen. Sie sind mit einem Lebensmittelkleber gepresst. Umso höher die Pressung, desto höher ist auch der Heizwert. Foto: Michael Kuhr
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Wer mit fossilen Energieträgern wie Öl und Gas heizt, leidet derzeit unter den hohen Preisen. Doch ist das Heizen mit Alternativen wie Holzpellets so viel günstiger? Eine Grafik gibt Aufschluss.

Die Inflationsrate ist so hoch wie seit gut 40 Jahren nicht mehr, der Krieg in der Ukraine hat die Energiepreise deutlich nach oben getrieben. Verbraucher bekommen das unter anderem beim Heizen zu spüren − insbesondere, wer auf fossile Energieträger setzt. Doch auch wer zu Hause eine Holzpelletheizung stehen hat, muss mittlerweile tiefer ins Portemonnaie greifen: Wie Daten des Deutschen Pelletinstituts (DEPI) zeigen, ist auch der Preis für Holzpellets in den vergangenen Monaten gestiegen – allerdings nicht so stark wie die Preise für Heizöl, Erdgas, Flüssiggas, Fernwärme oder Wärmepumpen, wie eine Statista-Grafik zeigt.

Demnach kosten Pellets im März bei einer Abnahmemenge von sechs Tonnen durchschnittlich 369,32 Euro je Tonne. Das sind zwar 1,2 Prozent weniger als im Vormonat, allerdings 54 Prozent mehr als im März 2021. Der Preisvorteil gegenüber den fossilen Energieträgern Gas und Öl betrage rund 57 Prozent, heißt es weiter. So ist die Kilowattstunde (kWh) Wärme für 7,39 Cent erhältlich, Heizöl hingegen kostet 15,78 Cent je kWh und Erdgas 12,43 Cent je kWh. 

Laut Umweltbundesamt benötigen die Deutschen im Schnitt ca. 130 Kilowattstunden Wärme pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr. Bei einer Wohnfläche von 200 Quadratmetern macht das im Jahr also etwa 26.000 kWh. Die jährlichen Heizkosten lägen demnach mit Holzpellets bei etwa 1.920 Euro, mit Heizöl bei rund 4.100 Euro und mit Erdgas bei circa 3.230 Euro.

Dem DEPI zufolge liegen die Gründe für diesen Preisunterschied darin, dass Holzpellets von der Energiesteuer befreit sind, sie zudem nicht der CO2-Bepreisung unterliegen und der Mehrwertsteuersatz regulär nur sieben Prozent beträgt.

Wer sich für den Kauf einer Pelletheizung entscheidet, profitiert zudem von der staatlichen Förderung. Über das sogenannte Marktanreizprogramm bezuschusst das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle den Tausch einer alten Ölheizung gegen eine moderne Pelletheizung mit bis zu 45 Prozent. Allerdings ist eine Bezuschussung an gewisse Voraussetzungen gebunden. Der reguläre Fördersatz für Pelletzentralheizungen und wasserführende Pelletkaminöfen beträgt 35 Prozent.

Nachteile einer Pelletheizung sind hingegen ihr erhöhter Platzbedarf - für die Pellets muss genügend Lagerraum zur Verfügung stehen - sowie die hohen Investitionskosten, die Experten zufolge bis zu 25.000 Euro betragen können. Zudem besteht ein erhöhter Wartungsbedarf, die Asche muss regelmäßig entsorgt werden und der Betrieb verursacht eine gewisse Geräuschkulisse.

In Deutschland wird überwiegend mit den fossilen Energieträgern Erdgas und Erdöl geheizt. Die Hälfte der Bestandswohnungen ist mit Erdgasheizungen ausgestattet. Die Beheizungsstruktur in Neubauten zeigt Statista zufolge jedoch einen neuen Trend: Während der Anteil der Erdgasheizungen zuletzt unter 40 Prozent lag, nahmen die Anteile von Wärmepumpen und Fernwärme zu.

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