Sicherheit

Unfallursachen: Geisterfahrer und Vorfahrtsverletzungen

Dorothee Hoppe
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Von Dorothee Hoppe
| 18.04.2022 14:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Mehr Unfälle mit Rad-Beteiligung im Landkreis Leer und in Emden. Symbolfoto: Archiv/AdobeStock_arborpulchra
Mehr Unfälle mit Rad-Beteiligung im Landkreis Leer und in Emden. Symbolfoto: Archiv/AdobeStock_arborpulchra
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Die Polizeiinspektion Leer/Emden hat Anfang April die aktuelle Verkehrsunfall-Statistik herausgegeben. Darin spielen auch die Verkehrsteilnehmer eine Rolle, die auf dem Rad unterwegs sind.

Landkreis Leer/Emden - Im Landkreis Leer und in Emden stellte die Polizei einen Anstieg der Unfälle mit Fahrradfahrern fest. So wurden 2021 insgesamt 6,34 Prozent mehr Unfälle registriert als im Vorjahr. Das geht aus der Verkehrsunfall-Statistik der Polizeiinspektion (PI) Leer/Emden hervor, die diese Anfang April herausgegeben hat.

„Die Hauptunfallursachen sind hierbei das Fahren auf der falschen Straßenseite und Vorfahrtsverletzungen“, heißt es in dem Bericht der PI. Polizeisprecherin Svenia Temmen teilt dazu auf Nachfrage mit, dass die Vorfahrtsverletzungen dabei nicht nur von den Fahrradfahrern begangen würden: „Radfahrer werden oft von PKW-Fahrern übersehen. Oft nehmen die Radfahrer aber auch die Vorfahrt.“ Die Ursache für das Unfallverschulden auf Seiten der Fahrradfahrer sieht sie im Unwissen in Sachen Verkehrsregeln.

Erhebliche Mängel bei Kinderrädern

Das Wissen um diese sei jedoch vor allem wichtig, um es auch an die Kinder weitergeben zu können. „Wir kontrollieren jedes Jahr im Herbst vorrangig an Grundschulen die Fahrräder der Kinder“, erklärt Temmen. „Da ist es wirklich erheblich, was wir an Mängeln feststellen.“ Der fehlende Helm und eine nicht funktionierende Beleuchtung seien da nur Beispiele. Etwa 40 Prozent der kontrollierten Fahrräder fielen laut der Statistik durch die Kontrolle. Trotz dessen waren 2021 weniger Kinder mit dem Fahrrad in Verkehrsunfälle verwickelt, nämlich 46. Im Jahr 2020 waren es noch 60 Kinder.

Die Sensibilisierung von Kindern und Eltern solle weiterhin ein Fokus der Polizeiarbeit bleiben. Das solle sowohl bei den Verkehrskontrollen als auch durch die Fahrradprüfungen in der 4. Klasse geschehen. „Durch die Prüfungen sollen die Kinder fit auf dem Rad werden. Auch für eventuell längere Strecken zur zukünftigen weiterführenden Schule“, sagt die Polizeisprecherin.

Sicherheit auf dem Rad

Nahezu Dreiviertel der an Verkehrsunfällen beteiligten Pedelec- und Radfahrenden wurden bei den Unfällen verletzt. „Unfälle mit dem Fahrrad oder dem Pedelec bieten aufgrund des geringeren Schutzes ein erhöhtes Verletzungsrisiko“, steht in der Verkehrsunfall-Statistik.

Zum besseren Schutz vor schweren oder gar tödlichen Verletzungen empfiehlt die Polizei das Tragen eines Fahrradhelms und die Einhaltung der Straßenverkehrsregeln. Auch sollten insbesondere Pedelec- und Radfahrende immer wieder den Sichtkontakt zu anderen Verkehrsteilnehmenden suchen. So könne zum Beispiel beim Abbiegen das Verhalten der anderen besser eingeschätzt werden. Zudem sei es laut Svenia Temmen wichtig für die eigene Sicherheit, defensiv zu fahren, um sich im Notfall dem Fehlverhalten anderer anpassen zu können.

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