Corona-Patienten-Rekorde
Ostfriesische Kliniken müssen planbare Operationen verschieben
So viele Corona-Patienten wie noch nie liegen in ostfriesischen Kliniken. Sie treffen dort – quarantänebedingt – auf wenig Personal. Es müssen Operationen verschoben werden.
Ostfriesland - Mindestens 86.424 Menschen aus Ostfriesland haben sich in diesem Jahr mit Corona infiziert – fast jeder fünfte Einwohner. Das geht aus der Statistik des Robert-Koch-Instituts hervor. In der Woche vom 21. bis 27. März war der bisherige Melderekord zu verzeichnen: 12.901 Neuinfektionen. Das entsprach einer regionalen Sieben-Tage-Inzidenz von 2751 pro 100.000 Leute.
Omikron gilt im Unterschied zu den Vorgänger-Varianten des Virus als harmloser, was den Krankheitsverlauf betrifft. Doch aufgrund der schieren Masse geraten ostfriesische Krankenhäuser in Schwierigkeiten. „Seit Mitte Februar ist die Anzahl der Covid19-Patienten stetig gestiegen und hat in den letzten vier Wochen bisher das höchste Niveau der gesamten Pandemiezeit erreicht“, schreibt das Klinikum Leer. Stand Montag würden 25 Covid19-Patienten in Leer und Weener behandelt.
Der vorige Corona-Patienten-Rekord wurde um die Hälfte übetroffen
Ähnlich äußert sich die Trägergesellschaft der Kliniken Aurich, Emden und Norden: „Seit Mitte März zeigt die Anzahl von Corona-Patienten eine steigende Tendenz.“ Zum Vergleich: „Ende Februar lag die Höchstzahl an Patienten, die wegen ihrer Corona-Erkrankung in Behandlung waren, bei 30. Mit Stand heute sind es 48 Patienten über alle drei Häuser.“ 16 weitere Patienten seien aufgrund anderer Erkrankungen in Behandlung, aber corona-positiv.
Im Leeraner Borromäus-Hospital ist die pandemiebedingte Belegung ebenfalls hoch: Am Montag wurden „20 Patienten auf der Isolierstation behandelt“. Die Zahl der Corona-Patienten sei „im Vergleich zu den vergangenen Wochen gleichbleibend“, aber die Infektionslage „weiterhin dynamisch“.
Die Personalausfälle in den ostfriesischen Krankenhäusern
Auch die Belegschaften sind betroffen: Wegen Corona seien seit Anfang März „anhaltend rund vier Prozent“ der Mitarbeitenden nicht im Dienst, so das Klinikum Leer. Am Borromäus-Hospital waren am Montag fünf bis sechs Prozent in Quarantäne. 71 Quarantäne-Fälle verzeichnet der Klinikverbund Aurich-Emden-Norden.
Planbare Operationen und Behandlungen haben laut Klinikum Leer „bisher nur vereinzelt verschoben“ werden müssen. Die Auricher Trägergesellschaft informiert, dass die Verlegung nicht-lebensnotwendiger Operationen „temporär erforderlich“ sei. Am Borromäus-Hospital sind „elektive Eingriffe“ wie Knie-Operationen „in den letzten Wochen“ zurückgestellt worden. Auch derzeit gebe es Verschiebungen.
Das Klinikum Leer rechnet damit, dass die Patientenzahlen „noch einige Zeit auf hohem Niveau bleiben“ – nachdem in Deutschland etliche Schutzmaßnahmen ausgelaufen sind.