Verkehr

Rasen, Alkohol und Drogen: Warum gibt es mehr Verstöße?

Vera Vogt
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Von Vera Vogt
| 12.04.2022 09:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Unter Alkoholeinfluss setzen sich immer wieder Menschen hinters Steuer. Symbolfoto: Pixabay
Unter Alkoholeinfluss setzen sich immer wieder Menschen hinters Steuer. Symbolfoto: Pixabay
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Im vergangenen Jahr sind 541 Menschen im Kreis Leer und in Emden mit Alkohol oder Drogen im Blut Auto gefahren und erwischt worden. 2020 waren es nur 370. Wieso sind es mehr geworden?

Landkreis Leer/Emden - Fahren unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen ist kein Kavaliersdelikt. Es ist gefährlich und strafbar. In 541 Fällen endete der Versuch, dabei unentdeckt zu bleiben, für Verkehrssünder 2021 in der Polizeikontrolle. Das geht aus der neuesten Statistik der Polizeiinspektion Leer/Emden hervor. Im Jahr 2020 waren aber nur 370 Alkohol- und/oder Drogenfahrten im Kreis Leer und der Stadt Emden aufgedeckt worden.

Der Anstieg hat einen nachvollziehbaren Grund: „2020 war einfach ein Sonderfall. Es waren monatelang kaum Autos auf den Straßen unterwegs. Es war einfach sehr, sehr viel ruhiger als sonst“, erklärt Polizeisprecherin Svenia Temmen auf Nachfrage. So ergebe sich der Unterschied in den Statistiken. Kontaktverbote habe es zwar 2021 auch gegeben, ansonsten habe sich vieles normalisiert – und so auch die Zahl der Verstöße.

Kontrollen liefen weiter

Weniger Kontrollen habe es aber 2020 nicht gegeben. „Die Schwerpunktkontrollen mussten normal weitergeführt werden, auch wenn durch die Pandemie viel Zusatzarbeit dazukam“, sagt sie. Die Zusammenarbeit zum Beispiel mit den Ordnungsämtern der Kommunen bei Kontrollen von Hygienekonzepten habe man zusätzlich bewältigen müssen. Weniger Kontrollen im Straßenverkehr habe es dadurch nicht gegeben, sie sei aber angepasst worden. „Es gab weniger Standkontrollen, sondern eher im fließenden Verkehr“, sagt sie. Die Überwachung sei aber 2020 wie 2021 die Gleiche gewesen.

„Der Anstieg der Fallzahlen ist natürlich nichts Positives, aber durch die Auflagen während der Pandemie logisch zu erklären“, so Temmen. Auf Vor-Corona-Niveau seien die Zahlen derweil noch nicht. 2019 waren laut Statistik allein 181 Verkehrsteilnehmer kontrolliert worden, die unter Alkoholeinfluss standen. Die Zahl der Personen, die Drogen genommen hatten, hat sich von 2018 auf 2019 auf 244 verdreifacht.

Mit 2122 Verstößen war das Rasen allerdings der häufigste Verstoß, den die Polizei 2021 aufnahm – rund 500 mehr als 2020. Auch hier gilt allerdings: Mehr Verkehrsteilnehmer, mehr Fahrer, die etwas falsch machen. So wurden im Jahr 2019 vor der Pandemie 7138 Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt. „Je mehr wir uns der Normalität im gesellschaftlichen Leben nähern, desto ähnlicher dürften sich die Zahlen wieder werden“, so Temmen.

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