Osnabrück

Arbeitsmarkt: Kurzarbeit ist hilfreich, aber kein Allheilmittel 

Corinna Clara Röttker
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Von Corinna Clara Röttker
| 11.04.2022 16:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Gedämpftes Wachstum, mehr Kurzarbeit: Erste Prognosen zeigen wirtschaftliche und soziale Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine. Foto: Markus Scholz/dpa
Gedämpftes Wachstum, mehr Kurzarbeit: Erste Prognosen zeigen wirtschaftliche und soziale Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine. Foto: Markus Scholz/dpa
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Während der Corona-Pandemie ließ sich auf dem Arbeitsmarkt vieles mit dem Instrument Kurzarbeit abfedern. Auch jetzt ist es geeignet, um Lieferkettenprobleme aufzufangen, doch ein Allheilmittel ist es nicht.

Erst die Corona-Krise, jetzt der Ukraine-Krieg: Wirtschaftlich schlittert Deutschland von Katastrophe zu Katastrophe. Ein kleiner Trost: Immerhin hat sich die Kurzarbeit in der Pandemie als Stabilitätsanker schlechthin und als zentrales Werkzeug zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit bewiesen, mit dem über zwei Millionen Jobs gerettet wurden.

Auch jetzt sind wieder etliche Betriebe durch Lieferengpässe und Exportausfälle betroffen. Viele derart negativer Arbeitsmarkteffekte können erneut nötigenfalls durch Kurzarbeit abgefedert werden.

Insofern ist es richtig und nicht überraschend, dass Arbeitsminister Heil auch in der aktuellen Situation auf das erprobte Instrument setzt und Kurzarbeit als „starke Brücke über ein sehr tiefes wirtschaftliches Tal“ bezeichnet. Der Vorteil: Dadurch, dass Kurzarbeit etabliert ist, können Unternehmen vergleichsweise schnell entlastet werden. Klar ist aber auch: Kurzarbeit ist kein Allheilmittel und nicht frei von Nebenwirkungen. Es ist geeignet, um Lieferkettenprobleme abzufedern, nicht aber hohe Energiekosten, unter denen Firmen wie Verbraucher gleichermaßen leiden. Heißt: Sollte der Krieg zu dauerhaft hohen Energiepreisen führen, wird die Bundesregierung wohl nicht umhinkommen, auch über andere Wirtschaftshilfen nachzudenken.

Überhaupt: Auch wenn Heil den Arbeitsmarkt vor den Kriegsfolgen abschirmen will, so stellt sich doch die Frage, inwiefern das dieses Mal tatsächlich möglich ist. Denn Fakt ist auch: Wie stark das Wirtschaftswachstum tatsächlich vom Ukraine-Krieg ausgebremst wird, lässt sich noch gar nicht seriös vorhersagen. Putins Angriffskrieg bedeutet den Anbruch einer neuen Zeit, die präzedenzlos erscheint. Entsprechend sind auch die möglichen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt heute noch gar nicht abschätzbar.

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