Innsbruck

„Euer Ehren“: Sebastian Koch gegen die Clan-Kriminellen

Susanne Haverkamp
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Von Susanne Haverkamp
| 08.04.2022 20:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Sebastian Koch in „Euer Ehren“. Foto: ARD Degeto/SquareOne Productions
Sebastian Koch in „Euer Ehren“. Foto: ARD Degeto/SquareOne Productions
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Und wieder eine Miniserie. „Euer Ehren“ heißt sie, Sebastian Koch ist ihr Star - und das Erste strahlt die sechs Teile à 45 Minuten in zwei Paketen aus: am Samstagabend ab 20.15 Uhr – und am Sonntag nach dem „Tatort“.

„Ich bin selbst überrascht von der Geschwindigkeit dieser Trendwende“, sagt David Nawrath, der die Serie „Euer Ehren“ als Regisseur verantwortet hat. „Die Sehgewohnheiten vom Pay-TV scheinen in das öffentlich-rechtliche Fernsehen auszustrahlen.“ Binge-Watching, Dauergucken: am Wochenende im Fernsehen und wann immer man will in der Mediathek.

„Dieser Trend hat zwei Seiten“, sagt David Nawrath im Gespräch mit unserer Redaktion. Zwar biete eine Serie bessere Möglichkeiten, „die Figur und die Welt, in der sie lebt, zu entwickeln“. Andererseits könnten Serien „das Kino nicht ersetzen“. Im klassischen Spielfilm, sagt Nawrath, „hat jedes Bild eine ganz andere Kraft und Tiefe, weil in jedes Bild viel mehr investiert wird“. Auch aus Zeitgründen. „Eine Serie wird in einem ganz anderen Tempo produziert“.

Dennoch hat sich Nawrath gefreut, nun erstmals eine Mini-Serie realisieren zu können. „270 Minuten, viereinhalb Stunden – es macht Freude, so etwas machen zu dürfen“, sagt er. „Aber es ist auch eine ganz andere Belastung, als wenn man einen 90-minütigen Spielfilm vor sich hat.“ Zumal er zusammen mit David Marian auch das Drehbuch geschrieben hat.

„Es geht in der Geschichte um Wahrheit und Lüge“, sagt David Nawrath. „Und dieses ja immer spannende Thema wird hier auf die Spitze getrieben.“ Denn in „Euer Ehren“ wird ein eigentlich ehrenwerter Richter (Sebastian Koch) durch besondere Umstände ein Experte im Lügen: Er muss sich, um seinen Sohn zu schützen, mit Clankriminalität (Paula Beer) und Drogenhändlern (Tobias Moretti) arrangieren.

Die Serie ist eine Adaption aus Israel. „Wir mussten sie über große Teile neu denken, um für das deutsche Fernsehen glaubwürdig zu sein“, sagt David Nawrath. Ort der Handlung ist Innsbruck, Zeit der Handlung tiefer Winter. „Wir wollten unbedingt im Winter drehen, auch wenn es im Sommer einfacher ist“, sagt der Regisseur. „Die Alpen im Winter, das ist eine harte, kalte Kulisse, eine so dramatische Landschaft, wie wir sie brauchten.“ Allerdings war es so kalt, dass die Schauspieler manchmal „an ihre physischen Grenzen“ gekommen seien. „Die Gesichter waren so unterkühlt, dass sie kaum noch Mimik hatten und das Sprechen schwerfiel“, sagt Nawrath. Trotzdem: „Almwiesen im Sommer wären viel zu lieblich gewesen.“

Denn tatsächlich ist die Story alles andere als lieblich. Brutale Clans eben und andere Protagonisten, die nach außen den Schein wahren, aber in Wirklichkeit skrupellos sind. Ist das eine Geschichte, die ins beschauliche Innsbruck passt? „Tirol ist ein Nadelöhr für den europäischen Güterverkehr“, sagt David Nawrath, „da kann man sich Drogenschmuggel gut vorstellen“. Zudem hätten Wasseruntersuchungen ergeben, dass Innsbruck zu den TOP 10 in Europa gehört, was Kokain im Grundwasser angeht. „Als ich das gehört habe dachte ich: Wenn das so ist, dann passt unsere Geschichte perfekt dorthin.“

Sendetermin: „Euer Ehren“. Samstag, 9. April, ab 20.15 Uhr, Sonntag, 10. April, ab 21.45 Uhr im Ersten. Ab dem 2. April läuft „Euer Ehren“ mit Sebastian Koch auch in der ARD-Mediathek

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