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Neue KfW-Förderung: Was Bauwillige jetzt wissen müssen

Torben Kessen
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Von Torben Kessen
| 08.04.2022 19:37 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Neuer Wohnraum soll geschaffen werden: Bauwillige können jetzt wieder Anträge für eine KfW-Förderung stellen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Neuer Wohnraum soll geschaffen werden: Bauwillige können jetzt wieder Anträge für eine KfW-Förderung stellen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
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Das Bundeswirtschaftsministerium hat Details zur neuen KfW-Förderung für Neubauten vorgestellt. Wir erklären, was Sie jetzt dazu wissen müssen.

Nach Monaten der Unsicherheit herrscht jetzt Klarheit für Bauwillige: Ab dem 20. April sind unter geänderten Förderbedingungen wieder Anträge auf Förderung von Neubauten, jetzt nach dem KfW-Effizienzstandard EH40, möglich. Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Hier erfahren Sie, was es jetzt zu beachten gilt.

Die Förderung wird zunächst bis zum 31. Dezember 2022 befristet und ist mit einem Budget von rund einer Milliarde Euro ausgestattet. „Man muss sich darauf einstellen, dass dies sehr schnell ausgeschöpft sein wird“, sagte Habeck. Damit dennoch möglichst viele Bauwillige von der neuen Förderung profitieren können, werden die Fördersätze laut Habeck reduziert.

Der Wirtschaftsminister betreibt damit auch Erwartungsmanagement - Interessenten sollten sich mit ihrem Antrag also beeilen und die Ansprüche eher herunterschrauben. Zum Hintergrund: Im Januar, als die KfW-Förderung abrupt gestoppt wurde, waren insgesamt 24.000 Anträge mit einem Förderbedarf von etwa 7,2 Milliarden Euro bei der KfW eingereicht.

Neu ist, dass bei dem Programm der Einbau von Gasheizungen nicht mehr gefördert wird. „Das ist politisch allemal angezeigt“, sagte Habeck. Das Ministerium will die Neubauförderung zudem strategisch umstrukturieren. „Ziel ist, diese Zug um Zug auf immer mehr Nachhaltigkeit und Effizienz auszurichten“, so der Grünen-Politiker.

In diesem Zusammenhang betonte Habeck auch die Bedeutung von Sanierungen: „Sie sind enorm wichtig, um im Gebäudebereich beim Klimaschutz voranzukommen. Hier gibt es eine sehr erfreuliche hohe Dynamik, die hilft, Energie und Energiekosten zu sparen.“ Der Wirtschaftsminister kündigte an, in Zukunft den Großteil der Fördermittel für Sanierungen und nicht mehr für Neubauten vorzusehen.

Die Effizienzstufen orientieren sich am Energiebedarf des Gebäudes. Je kleiner die Kennzahl, umso geringer ist der Energiebedarf im Verhältnis zu einem definierten Standardhaus. EH40 bedeutet zum Beispiel, dass ein Gebäude nur 40 Prozent vom Energiebedarf des Standardhauses benötigt. Momentan listet die KfW bei Neubauten die Stufen EH55, EH40 und EH40-Plus (hier muss das Gebäude zusätzlich selbst Strom erzeugen und speichern).

Schon beim Förderstopp für den KfW-Standard EH55 im Januar beklagte Habeck „Mitnahmeeffekte“, weil diese Effizienzstufe schon heute praktisch Standard bei den Neubauten sei. Immobilienexperten bestätigen diese Einschätzung. Mit den KfW-Programmen seien so unter anderem Penthouse-Wohnungen und Luxusapartments gefördert worden, „mit unserem sauer verdienten Steuergeld“, monierte Habeck. Diesen Mitnahmeeffekten will die Bundesregierung durch die neue Regelung unterbinden.

Zunächst können ab dem 20. April Anträge für das KfW-40-Programm gestellt werden. Wenn das Budget von einer Milliarde Euro erschöpft ist, wird laut Habeck ein finanziell kleineres Programm mit anspruchsvolleren Konditionen auf den Weg gebracht. „Das soll ein Programm EH40-Plus sein, mit einem Qualitätssiegel für nachhaltiges Bauen.“ Auch diese Förderung wird, falls sie wie erwartet zum Einsatz kommt, nur bis zum 31. Dezember 2022 befristet sein - ein Indiz dafür, dass das Wirtschaftsministerium mit einer schnellen Inanspruchnahme des EH40Plus-Programmes rechnet.

Ab Januar 2023 soll dann ein dritte Förderung mit dem Namen „Klimafreundliches Bauen“ die bisherigen Unterstützungsleistungen ersetzen. Details stehen noch nicht fest; Habeck betonte nur, dass dieses Programm das Qualitätssiegel für nachhaltiges Bauen weiter entwickle und insbesondere die Treibhausgasemissionen im Lebenszyklus der Gebäude noch stärker in den Fokus stellen werde.

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