Verkehr

Bald freie Fahrt für Radfahrer auf neun Emder Straßen

Heiko Müller
|
Von Heiko Müller
| 08.04.2022 19:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In der Hermann-Löns-Straße laufen die Bauarbeiten im ersten Abschnitt. Die Bäume auf dem Grünstreifen, der die Fahrbahn und den Fußweg trennt, sind verkleidet worden, damit sie geschützt sind. Foto: F. Doden
In der Hermann-Löns-Straße laufen die Bauarbeiten im ersten Abschnitt. Die Bäume auf dem Grünstreifen, der die Fahrbahn und den Fußweg trennt, sind verkleidet worden, damit sie geschützt sind. Foto: F. Doden
Artikel teilen:

Der Ausbau der Emder Hermann-Löns-Straße zur Fahrradstraße hat in dieser Woche begonnen. Aber wer darf eigentlich was auf einer solchen Straße?

Emden - Emden wird für Radfahrerinnen und Radfahrer wieder ein Stück attraktiver und sicherer: In dieser Woche haben Straßenbauer mit dem Umbau der Hermann-Löns-Straße zur Fahrradstraße begonnen. Vom Sommer an werden auf dieser etwa 450 Meter langen Verbindung zwischen der Bolardusstraße und dem Treckfahrtstief Radfahrer Vorrang haben. Sie müssen sich aber dennoch an einige Regeln halten.

Was und warum

Darum geht es: Das umweltfreundliche Fahrradfahren in Emden soll sicherer und attraktiver werden.

Vor allem interessant für: alle, die in Emden mit dem Rad unterwegs sind

Deshalb berichten wir: Die Hermann-Löns-Straße wird gegenwärtig zur neunten Fahrradstraße in Emden umgebaut. Wir geben Antworten darauf, wer eigentlich was auf einer solchen Straße darf.

Den Autor erreichen Sie unter: h.mueller@zgo.de

Die Hermann-Löns-Straße wird die neunte Fahrradstraße in Emden. Als erste war 2003 die Lienbahnstraße freigegeben worden. Nach Angaben der Stadt folgten die Straße Außer dem Beckhofstor (2007), die Oldersumer Straße, ein Teilstück des Conrebbersweges am Sportplatz, die Straße am Treckfahrtstief, die Uferstraße, die Grasstraße und zuletzt die Ziegeleistraße. Zwei weitere Fahrradstraßen sind in Emden schon geplant: die Jahnstraße und die Braunsberger Straße. Beide liegen im Herrentorviertel.

Der Bund finanziert die Hälfte

Finanziert werden die neuen Fahrradstraßen mit Geld vom Bund. Berlin schießt aus der Nationalen Klimaschutzinitiative die Hälfte der Kosten zu. Bei der Hermann-Löns-Straße belaufen sich diese auf etwa 298.000 Euro. Aus dem gleichen Topf bezahlt die Stadt auch die Stelle der Klimaschutzmanagerin für Nahmobilität, die Thessa Gebhardt im November 2020 angetreten hat. Die Expertin ist speziell für den Radfahrer- und Fußgängerverkehr in der Stadt zuständig, ihre Stelle ist zunächst auf drei Jahre befristet.

Die Hermann-Löns-Straße verläuft zwischen der Bolardustraße und dem Treckfahrtstief. Grafik: T. Malchus
Die Hermann-Löns-Straße verläuft zwischen der Bolardustraße und dem Treckfahrtstief. Grafik: T. Malchus

Zu den Aufgaben von Gebhardt gehört es, Vorhaben aus dem 2019 vom Rat verabschiedeten Masterplan Radverkehr umzusetzen und Förderanträge zu stellen. Die Stadt will den Anteil des Fahrradverkehrs in Emden bis 2030 auf 40 Prozent zu erhöhen. Derzeit liegt er bei knapp 30 Prozent.

Fahrradstraße gibt es seit 1997

Fahrradstraßen sind seit 1997 gesetzlich zugelassen. Schon unmittelbar nach der Einführung richtete die Stadt Leer als erste Kommune in Ostfriesland drei solcher Sonderwege ein. Zu erkennen ist der Beginn an dem Verkehrszeichen mit der Nummer 244. Das quadratische Schild mit weißem Grund zeigt das blaue Symbol für einen Radweg und darunter den Schriftzug „Fahrradstraße“. Ein ähnliches Schild wie am Anfang der Straße, jedoch ohne Farbe und mit fünf diagonalen Straßen, zeigt das Ende der Fahrradstraße an.

Ein solches Schild markiert den Anfang einer Fahrradstraße. Foto: R. Haid/dpa
Ein solches Schild markiert den Anfang einer Fahrradstraße. Foto: R. Haid/dpa

Zusätzlich sind viele der Strecken mit Fahrradsymbolen auf der Fahrbahn markiert. Solche Piktogramme werden auch an beiden Endpunkten der Hermann-Löns-Straße großflächig aufgebracht, teilten Fachleute der städtischen Verkehrsbehörde sowie des Bau- und Entsorgungsbetriebes jüngst bei einer Informationsveranstaltung mit.

Radfahrer dürfen nebeneinander fahren

Zusatzschilder erlauben, dass auch Autos die Straße benutzen dürfen. In Fahrradstraßen gilt aber für Fahrzeuge ein Tempolimit von 30 Kilometer pro Stunde. Eine Durchgangsstraße ist die Hermann-Löns-Straße aber ohnehin nicht. Für Kraftfahrer endet sie als Sackgasse am Treckfahrtstief. Dort gibt es nur eine Fußgängerbrücke.

Radfahrer dürfen auf den Sonderwegen ausdrücklich auch nebeneinander fahren. Das wird vor allem auch Schülerinnen und Schüler der Integrierten Gesamtschule (IGS) Emden freuen, deren Schule an der Hermann-Löns-Straße liegt. Allerdings gilt auch auf Fahrradstraße das Rechtsfahrgebot. In der Regel können Fahrradstraße in beiden Richtungen benutzt werden. An Kreuzungen und Einmündungen gelten die üblichen Vorfahrtsregeln wie „rechts vor links“.

Ähnliche Artikel