Krieg in der Ukraine
Auricher Kaserne wird erneut Flüchtlingsunterkunft
Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine sollen in der leerstehenden Blücher-Kaserne in Aurich unterkommen. Der Bürgermeister erklärt, was das für die Pläne zur Nachnutzung des Kasernengeländes bedeutet.
Aurich - Der Landkreis Aurich will Teile der leerstehenden Blücher-Kaserne in Aurich als Flüchtlingsunterkunft nutzen. Wie die Kreisverwaltung am Freitag mitteilte, habe die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) dem Landkreis einige Gebäude angeboten. „Ausschlaggebend für diese Entscheidung war die Frage, wie schnell sich die jeweiligen Gebäude und vor allem die Versorgungsleitungen wieder in einen betriebsbereiten Zustand versetzen lassen“, heißt es in einer Pressemitteilung.
Der Auricher Bürgermeister Horst Feddermann (parteilos) sagte auf Nachfrage, dass die Planung der Stadt Aurich zur Nachnutzung des Kasernengeländes davon nicht berührt sei. Sie gehe ganz normal weiter. Betroffen seien „keine wesentlichen Teile der Kaserne“, so Feddermann. Die Blücher-Kaserne steht seit acht Jahren leer. Das 40 Hektar große Gelände gehört dem Bund. In Abstimmung mit der Bima entscheidet die Stadt Aurich über die Nachnutzung. Zwei Investoren wollen einen Teil der Flächen erwerben, sanieren und bebauen beziehungsweise bestehende Gebäude umbauen.
Zahl der Flüchtlinge ist rückläufig
In den vergangenen Wochen habe es mehrere Gespräche und Ortstermine mit der Bima, der Stadt Aurich und einem potenziellen Investor gegeben, so die Kreisverwaltung. Auf deren Interessen nehme man Rücksicht. Bereits 2015/2016 war die Kaserne vom Land Niedersachsen als Notunterkunft für Flüchtlinge genutzt worden. Sie wurde von der Johanniter-Unfallhilfe betrieben. Von den 1017 Plätzen waren aber nie mehr als 350 belegt.
Unterdessen ist die Zahl der ankommenden Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine derzeit rückläufig. Ursprünglich habe das Land für Montag und Mittwoch insgesamt 62 Personen angekündigt, die dem Landkreis Aurich zugewiesen werden sollten, schreibt die Kreisverwaltung. „Tatsächlich gekommen ist davon allerdings niemand.“ Für Freitag habe die Landesaufnahmebehörde einen Bus mit 19 Personen angekündigt.
Insgesamt befinden sich derzeit 748 Ukraine-Flüchtlinge im Kreisgebiet. Von ihnen wurden 700 registriert, weitere 48 haben einen Termin für ihre Registrierung. 158 Flüchtlinge sind dem Landkreis vom Land zugewiesen worden. 516 Personen sind individuell eingereist, davon 100 in dieser Woche. Auch die Zahl der privaten Einreisen von Ukraine-Flüchtlingen habe sich damit deutlich reduziert.