Freizeit
Freibad-Neubau in Norddeich: Verfahren zieht sich hin
Das Freibad in Norddeich kommt. Doch vor April 2026 wird es nicht öffnen. Das hat mit einem komplexen Ausschreibungsverfahren zu tun.
Norddeich / HEI - Das Freibad in Norden kommt. So viel steht fest. Nur wann, das ist weiterhin offen. Ging man bislang von einem Baubeginn in 2023 aus, verschiebt sich dieser nun ins Folgejahr.
Mit der offiziellen Inbetriebnahme des neuen Bades am Strand von Norddeich rechnet Kurdirektor Armin Korok frühestens im April 2026. Einer der Gründe, weshalb es so lange dauert, ist laut Kurdirektor das aufwendige Planungsverfahren.
Falsch gesetztes Häkchen hat Folgen
Weil die Kosten für die Planungen den EU-Schwellenwert von 140.000 Euro überschreiten, muss die Dienstleistung europaweit ausgeschrieben werden. „Das ist ein sehr, sehr komplexes Thema“, so Korok. „Da muss nur irgendwo ein Häkchen falsch gesetzt sein und es kann erhebliche Konsequenzen haben.“ Aus diesem Grund schreiben die Wirtschaftsbetriebe Norden die Planungsleistungen nicht selbst aus, sondern überlassen dies einem Juristen. Die Vergabebetreuung durch einen Fachmann muss allerdings ebenfalls ausgeschrieben werden. „Und dies Verfahren läuft gerade“, so Korok. „Nach Ende der Bewerbungsfrist wollen wir zügig den Auftrag erteilen, damit der juristische Berater die Ausschreibung auf den Weg bringen kann.“
Rund drei Monate wird das in Anspruch nehmen. Im Online-Verfahren können sich Planungsbüros aus ganz Europa für das Projekt bewerben. Korok hofft, den Auftrag für die Planungsleistung noch vergeben zu können, bevor er Ende September Norddeich verlässt. Wie berichtet, hat der Chef der Tourismus- und Bädersparte bei den Wirtschaftsbetrieben gekündigt. Bevor die Fachplaner mit der Arbeit beginnen können, müssen Stadt und WBN ihre Hausaufgaben machen. „Wir werden konkretisieren, was wir wollen“, erläutert Armin Korok. Bisher gibt es lediglich eine oberflächliche Planung.
Es sind noch einige Fragen offen
Der Entwurf, der auch Grundlage für die Kostenschätzung und den Förderantrag beim Bund ist, sieht ein Becken mit einer maximalen Wassertiefe von 1,25 Meter vor. Es soll einen Planschbereich mit Strandzone haben, zwei Nichtschwimmer-Bereiche sowie mehrere 25-Meter-Bahnen. Darüber hinaus sind viele Fragen offen, bis hin zum exakten Standort. Rückt das Bad näher an das Haus des Gastes, wo sich auch die Umkleiden befinden oder bleibt es dort, wo das alte Bad jetzt auch ist? „Beides hat Vor- und Nachteile“, so Korok. Offen ist bislang auch, ob das Bad geheizt wird und wenn ja, auf welche Weise und über welchen Zeitraum.
Standortkonzept, Zielgruppenanalyse, eine grobe Wirtschaftlichkeitsberechnung – diese und weitere Untersuchungen sollen bis Ende Juni vorliegen. Ebenfalls in die Überlegungen einfließen soll das Ergebnis einer Besucherbefragung. „Wir sind augenblicklich dabei, einen Termin dafür abzustimmen“, sagt Korok. Einheimische Freibadnutzer und Urlaubsgäste sollen die Möglichkeit bekommen, bei der Gestaltung ein kleines Wörtchen mitzureden. Zwar sei der grobe Rahmen bereits festgelegt, „aber vielleicht hat der eine oder andere eine pfiffige Idee, die sich ohne großen finanziellen Aufwand umsetzen lässt.“ Diese Ideen wolle man sammeln und Stück für Stück umsetzen. Steht letztlich der Plan, werden die Arbeiten ausgeschrieben. Mit einem Baubeginn, so die Einschätzung des Kurdirektors, ist frühestens im April 2024 zu rechnen. 2025, voraussichtlich gegen Saisonende, werden die Arbeiten so weit fortgeschritten sein, dass der Probebetrieb starten kann. Wenn dabei alles glatt läuft, soll das Freibad dann zum Saisonstart 2026 endlich in Betrieb gehen.
Ideen der Bürger sind gefragt
Wie lässt sich das Freibad in Norddeich im Zuge der geplanten Generalsanierung optisch und funktionell in die maritime neue Wasserkante am Strand von Norddeich einbinden? Soll der Ersatzbau des neuen Freibads in Zeiten steigender Energiepreise und unterbrochener Lieferketten beheizt werden? Wie gelingt es, das neue Freibad für Familien aus nah und fern attraktiv zu gestalten? Um Antworten auf diese und weitere Fragen zu erhalten, organisieren die Stadt Norden, die Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden sowie der Tourismus-Service Norden-Norddeich eine Bürgerversammlung mit Beteiligungsworkshop.
Die Veranstaltung findet am Dienstag, 12. April, von 17.30 bis 22 Uhr – je nach Beteiligung – in der Bauernstube oder im Saal des Hotels Reichshof (Neuer Weg 53) statt. Die Veranstalter möchten nach eigenen Angaben auf der Basis bereits bestehender Rahmenbedingungen und Vorgaben innerhalb einer ersten Zielplanung weitere Ideen, Anregungen und Wünsche sammeln, bevor sie mit der eigentlichen Planung für das Freibad beginnen. Die gesonderten Vergabeverfahren in Bezug auf Objekt- und Fachplanungen sollen, wie berichtet, im kommenden September beginnen.
Interessierte können sich bis zu diesem Freitag, 8. April, anmelden. Per E-Mail oder Fax unter sekretariat@norddeich.de, oder Telefonisch unter der Nummer 0 49 31 / 98 62 10.