Bildung
Ukraine-Flüchtlinge: Kritik an neuen Kita-Regeln
Um aus der Ukraine geflüchtete Kinder betreuen zu können, lockert Niedersachsen die Regelungen für Kitas. Dem Kira-Fachkräfteverband passt das gar nicht: Die Einrichtungen seien eh schon überlastet.
Hannover/Leer - Um die Betreuung von ukrainischen Kindern in Krippen und Kitas schneller zu ermöglichen, hat die niedersächsische Landesregierung eine Verordnung beschlossen. Diese sieht etwa vor, dass Träger kurzfristig mehr Betreuungsangebote schaffen können – etwa, indem mehr Betreuungsplätze pro Einrichtung eingerichtet oder mehr pädagogische Fachkräfte eingesetzt werden dürfen, wie das Kultusministerium am Mittwoch mitteilte. Die Ausnahmen der bereits am Dienstag beschlossenen Verordnung gelten bis Ende Juli.
Kritik kommt vom Kita-Fachkräfteverband Niedersachsen-Bremen: Das Land verstoße mit der Verordnung gegen die Aufsichts- und Fürsorgepflicht, da viele Einrichtungen bereits an der Belastungsgrenze arbeiten würden. „Viele Kitas arbeiten in Notbetreuung, vakante Stellen werden nicht besetzt, der Fachkräftemangel ist enorm“, teilte die 1. Vorsitzende des Verbands, Melanie Krause aus Leer, am Mittwoch mit. „Wir sehen eine Notwendigkeit hinter der Aufnahme der Kinder, allerdings werden das System Kita und die Familien hier erneut massiv mit weiteren Problemen konfrontiert.“
Um kurzfristige weitere Betreuungsplätze zu schaffen, sieht die Verordnung etwa die Möglichkeit vor, von bisher geltenden Vorgaben zu Größen von Räumen und Außenflächen in Einrichtungen abweichen zu können. Falls diese Möglichkeiten nicht greifen, können Einrichtungen auch die Zahl der zulässigen Plätze in einzelnen Gruppen um jeweils einen Platz erhöhen, wie das Kultusministerium mitteilte. Minister Grant Hendrik Tonne (SPD) sagte, der Beschluss sei ein wichtiges Signal für die geflüchteten Menschen aus der Ukraine ebenso wie für die Träger der Einrichtungen.
Mit Material von DPA