Feuerwehr
Für neue Fehntjer Wache können bald die Bagger rollen
Im vergangenen Jahr fusionierten die Feuerwehren von Ostgroßefehn und Aurich-Oldendorf zur Feuerwehr Großefehn-Zentrum. Jetzt ist der Weg frei für den Bau ihres neuen Domizils.
Großefehn - Die im vergangenen Jahr durch Fusion neu entstandene Freiwillige Feuerwehr Großefehn-Zentrum bekommt ihre neue Feuerwache. Der Rat der Gemeinde stimmte in seiner jüngsten Sitzung den Planungen zu, die von der Gemeinde zusammen mit den beiden Ortswehren und dem Architekturbüro 3ing aus Aurich entwickelt wurden. Im März des kommenden Jahres sollen die Brandschützer ihr neues Domizil beziehen können.
Der Neubau war alternativlos, wie Bauamtsleiter Günther Siefken auf Nachfrage dieser Zeitung erklärt. „Beide bisherigen Feuerwehrgerätehäuser sind für die Anforderungen der neu gebildeten Wehr zu klein“, sagt Siefken. „Und für einen Umbau wären an beiden Gebäuden zu große bauliche Veränderungen nötig gewesen.“ In Ostgroßefehn wäre eine Vergrößerung ohnehin nicht möglich gewesen. „Dort gehört der Gemeinde um das Gebäude herum nur noch ein Streifen von etwa zehn Zentimetern“, erklärt Siefken. „Uns gehört nicht einmal die Zufahrt, dafür hat die Gemeinde nur ein Wegerecht.“
Platz für mehr Fahrzeuge
An der Südfassade des geplanten Neubaus fallen zuerst die vier Tore ins Auge. Neben den Fahrzeugen der beiden Ortswehren wird im neuen Gebäude auch ein Mannschaftsfahrzeug der Gemeinde seinen festen Standort haben, das allen Ortswehren zur Verfügung steht.
„Es haben sich in den letzten Jahren einige Firmen angesiedelt, die auch an unsere Arbeit höhere Anforderungen stellen, vor allem in technischer Hinsicht“, sagt Ortsbrandmeister Roland Cremer. „Über kurz oder lang werden wir mit ziemlicher Sicherheit auch größere Fahrzeuge brauchen. Mit den zwei Toren für den Löschwagen und den Bulli ist es da sowieso nicht mehr getan.“
Vorarbeiten in Eigenleistung
Für den Neubau kam der Gemeinde eine sogenannte Bedarfszuweisung wegen besonderer Aufgaben des Landes Niedersachsen zugute. Damit unterstützt das Land finanzschwache Kommunen bei Investitionen für ihre Pflichtaufgaben, zu denen eben auch die Feuerwehr gehört. 930.000 Euro schoss das Land dazu.
In Zusammenarbeit mit den beiden Ortswehren und dem Architekturbüro entstanden ein Grundriss und ein Plan der Außenanlagen. Das passende Grundstück erwarb die Gemeinde Anfang des vergangenen Jahres am Schmidkampsweg gegenüber von Aldi. „Dort hat die Feuerwehr bereits die ersten Vorarbeiten erledigt und komplett in Eigenleistung den Mutterboden abgenommen“, erklärt Siefken. „Da haben wir den Vorteil, dass derzeit viele Kameraden mit Tiefbau-Erfahrungen in der Truppe sind.“
2,55 Millionen Euro stehen im Haushalt bereit
Diese Eigenleistung spart der Gemeinde im Vorfeld der eigentlichen Bauarbeiten schon einmal einiges Geld. Wie sich das letztlich auswirke, sei allerdings in Zeiten überall explodierender Preise noch nicht einschätzbar, so Siefken.„Wie sich die Kosten entwickeln, wird man aber sicherlich erst nach der Ausschreibung sagen können, die derzeit gerade vorbereitet wird“, sagt er. „Im aktuellen Haushalt sind jedenfalls 2,55 Millionen Euro dafür eingestellt. Das deckt sich mit dem Bedarf, den wir im Zuge der Planungen ermittelt haben.“
Was aus den bisherigen Feuerwachen der beiden Ortswehren wird, ist noch nicht klar, ein knappes Jahr werden sie ja auch noch gebraucht. „Viele, vor allem ältere Bürger, hätten gern gesehen, wenn wir an den alten Feuerwehrhäusern festgehalten hätten“, sagt Cremer. „Das hört man bei Gesprächen oft heraus und ich kann das auch verstehen. Aber wir müssen uns eben langfristig höheren Anforderungen stellen und dementsprechend mit der Zeit gehen. Wir fahren ja schließlich auch nicht mehr mit dem Pferdegespann raus.“