Alles Kultur
Treffen auf die europäische Art
Auf unserer Internetseite veröffentlichen wir sechs Mal pro Woche eine Kolumne. Montags geht es immer um Kultur.
Ich bin da! Von Bremen, München und Chicago nach Scranton in den U.S. of A. – die zweite meiner Heimaten. Nicht nur topografisch mit seiner Berg- und Hügellandschaft das Gegenteil von Ostfriesland, auch kulinarisch, kulturell, konfessionell und politisch betrachtet, könnten sich die Orte nicht größer unterscheiden. Für mich ist das alles kein Kulturschock mehr, sondern wie das Gefühl beim Schauen eines Films, den man schon 50 Mal gesehen hat, bei dem man jeden Satz mitsprechen kann. Wie ich hier vor einiger Zeit versprochen habe, werde ich die nächsten Wochen diese Kulturkolumne in die Staaten verlegen. Und am Ende haben wir vielleicht doch mehr gemeinsam, als wir denken.
Zur Person
Annie Heger (38), geboren in Aurich und heute hauptsächlich in Berlin lebend, ist abgebrochene Religionslehrerin, abgebrochene Diätassistentin und geprüfte Heilpraktikerin für Psychotherapie, aber vor allem ist sie als Künstlerin bekannt. Sie singt, ist Schauspielerin und moderiert Shows, Festivals, Varietés und Galas. Außerdem ist sie Plattdeutsch-Aktivistin, unter anderem als Intendantin des „PLATTart“-Festivals.
Ich werde Ostern mit meiner Gastfamilie verbringen, mit meinen Freund*innen aus dem Rotary Club Gutes für die Community tun und viele Herzensmenschen treffen. Und am Ende dann mit ein paar Kilo mehr auf den Rippen zurückfliegen. Denn wenn man sich in den USA verabredet, ist immer Essen involviert. Man trifft sich in einem Restaurant, kaum berührt der Mors den Sitz, erschallt auch schon die Frage: „What can I do for you?“ Und wenn man so wie ich jedesmal neu mit der Speisekarte überfordert ist, dann bekommt man ein: „Oh, honey, that’s okay, take your time.“ Doch das ist nicht ganz ernst gemeint, denn während wir uns ja beim Restaurantbesuch oft Zeit lassen und auch noch mit ein bis drei Gläsern den Abend begießen, ist das in Amerika nicht so. Daran musste ich mich gewöhnen. Wenn alle aufgegessen haben und abgeräumt wird, kommt die Rechnung – man steht auf und geht. Essen alle, Verabredung vorbei. Als ich mal meiner Gastschwester erzählt habe, wie das so bei uns ist, nannte sie es von da an „The European Way“. Das ist bereits Jahre her und trotzdem fragt sie mich immer wenn ich komme, ob wir mindestens einen Abend mal „The European Way“ ausgehen könnten. Wohl wissend, dass das Personal irgendwann nervös um uns herum schleichen wird. Dazu lege ich immer einen starken deutschen Akzent auf – ein großer Spaß!
Kontakt: kolumne@zgo.de
Inspiration gibt es fast überall
Ohne Proben nach oben
7 Wochen ohne Berieselung