Bildung
KGS Großefehn: Gemeinde erweitert die Erweiterung
Bereits 2019 hatte die Gemeinde Großefehn beschlossen, die an Raumnot leidende KGS um einen Anbau zu erweitern. Der fällt nach Ratsbeschluss vom Donnerstag jetzt sogar noch größer aus als geplant.
Großefehn - Für die Kooperative Gesamtschule (KGS) Großefehn ist das finstere Tal durchschritten, die Zeit von Wanderklassen und Fehlbelegungen der Räume nähert sich dem Ende. In seiner Sitzung am Donnerstag beschloss der Rat der Gemeinde den Bau einer Erweiterung der KGS.
„Es ist schon ziemlich kuschelig bei uns“, schildert Schulleiterin Silvia Fleßner auf Nachfrage dieser Zeitung die räumliche Situation an der KGS. „Wir haben momentan drei mobile Klassenräume in Containern. Eine Klasse ist in einem Kunstraum untergebracht, eine weitere, kleinere Klasse in einem Gruppenraum. Außerdem haben wir eine Wanderklasse ohne festen Klassenraum.“
Ende der Provisorien
Grundsätzlich sei das alles noch irgendwie zu händeln, versichert Fleßner. Aber die Situation sei natürlich für alle unbefriedigend. „Der Kunstraum wird natürlich auch für den Fachunterricht gebraucht. Und eine Wanderklasse ist pädagogisch einfach nicht gut. Die Schüler brauchen einen festen Raum, mit dem sie sich identifizieren, den sie nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten und in dem sie auch Arbeitsergebnisse aufhängen können. Und Container können einfach kleine Dauerlösung sein.“
Den Hilferuf der Schule hatte die Gemeinde 2019 schon gehört und zügig einen dreistöckigen Erweiterungsbau geplant. Dann kam allerdings Corona und mit dem öffentlichen Leben auch die Erweiterung der KGS zum Stillstand. Erst im vergangenen Jahr konnte die Gemeinde sich an den Bauantrag und die Ausschreibungen machen.
Teure Fehlplanung verhindert
„Zum Glück haben wir noch nicht angefangen zu bauen“, sagt Frank Cramer, der als Leiter des Fachbereichs Bürgerservice auch für die Schulen zuständig ist. Denn heute weiß man: Der 2019 geplante Bau wäre jetzt schon zu klein geworden. Was sich im Nachhinein als teure Fehlplanung herausgestellt hätte, wurde Ende vergangenen Jahres noch durch das Eingreifen der Schulleitung verhindert. Aber warum erst nach knapp zwei Jahren Stillstand?
Der Grund ist für die Schule eigentlich erfreulich: steigende Schülerzahlen. „Wir hatten 2019 knapp 700 Schüler, jetzt sind es 762“, verdeutlicht Fleßner die Entwicklung. „Und wir wissen noch nicht, wie viele Schüler noch aus der Ukraine zu uns kommen. Die ersten sechs sind jedenfalls schon da.“ Mit der ursprünglichen Erweiterungsplanung hätten der KGS insgesamt 38 Klassenräume zur Verfügung gestanden. „Das wäre jetzt schon ein Raum zu wenig“, sagt Fleßner. „Das hat sich tatsächlich auch erst Ende des vergangenen Jahres abgezeichnet.“
Reserven in der Hinterhand
Die Entwicklung der vergangenen beiden Jahre war für die Schulleiterin nicht absehbar. „In diesem Schuljahr haben wir drei statt bisher zwei neue Realschulklassen und zwei statt bisher eine neue Hauptschulklasse aufgenommen“, erklärt sie. „Zusammen mit konstant zwei Gymnasialklassen macht das sieben. Wenn der nächste Jahrgang auch siebenzügig wird, würden schon zwei Räume fehlen. Wir freuen uns natürlich, dass wir so beliebt sind, aber wir brauchen natürlich Platz, um die vielen Schüler anständig zu betreuen.“
Das sollte mit der Entscheidung des Rats kein Problem mehr sein. „Im kommenden Schuljahr könnten noch Schüler mit Inklusions-Bedarf hinzukommen, die in der Klassenbelegung quasi doppelt zählen“, erklärt Cramer. „Sollte eine Klasse geteilt werden müssen und der Jahrgang dadurch achtzügig werden, hätten wir aber immer noch zwei Räume in petto.“