Soziales

Protest statt Stuhlkreis: In diesen Kitas wird gestreikt

Stephanie Tomé
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Von Stephanie Tomé
| 28.03.2022 15:14 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In Hinte bleiben die meisten Kitas trotz des Streiks geöffnet. Symbolfoto: dpa
In Hinte bleiben die meisten Kitas trotz des Streiks geöffnet. Symbolfoto: dpa
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Die Gewerkschaft Verdi hat für Dienstag und Mittwoch zu Warnstreiks aufgerufen. Auch Kinder und Eltern in Hinte sind betroffen. Welche Einrichtungen nehmen teil und was heißt das für den Kita-Betrieb?

Hinte - Bessere Arbeitsbedingungen, Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel und mehr finanzielle Anerkennung der Arbeit: Erzieherinnen und Erzieher aus Hinte wollen dafür die Arbeit niederlegen. Wie die Gemeinde am Freitag mitteilte, trifft das vor allem auf die Kindertagesstätte in Hinte zu. Diese Einrichtung bleibt am Dienstag geschlossen. Es wird auch keine Notbetreuung geben.

Was und warum

Darum geht es: Die Warnstreiks, zu denen die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hat, betreffen auch Kindergärten und Krippen in Hinte.

Vor allem interessant für: Eltern und pädagogische Fachkräfte

Deshalb berichten wir: Rund 20 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Kita Hinte fahren am Mittwoch nach Oldenburg um für bessere Arbeitsbedingungen zu streiken.

Die Autorin erreichen Sie unter: s.tome@zgo.de

Stattdessen fahren die rund 20 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nach Oldenburg, um dort auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen. Sie treffen sich mit anderen Streikenden um 10 Uhr auf dem Schlossplatz. Von dort aus führt die Demo durch die Innenstadt. Der Rückhalt aus der Elternschaft sei groß. „Viele unterstützen das und sind bemüht, ihre Kinder anderweitig unterzubringen“, sagt Leiterin Irene Haase. Die Forderungen, um die es geht, seien wichtig: „Es ist wirklich schwer, Fachkräfte zu finden“, sagt sie. Die Pandemie habe die Situation noch verschärft.

Ebenfalls hinter den Forderungen der Gewerkschaft steht Ulrike Heidel als Leiterin der Kita mit ihrem Team aus der Einrichtung „Kleine Abenteurer“ in Osterhusen. „Wir haben uns entschieden, nicht zu streiken – zumindest vorerst nicht“, sagt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Einrichtung wird aus diesem Grund am Dienstag ganz regulär öffnen. Anders könnte es jedoch im Mai aussehen, wenn die Gewerkschaft zu weiteren Streiks aufrufen sollte.

Zum jetzigen Zeitpunkt sei an eine Teilnahme und eine damit verbundene Schließung der Einrichtung jedoch nicht zu denken – aus mehreren Gründen: Zum einen hätten Eltern und Kinder die letzten Wochen und Monate durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie schon genug leiden und umdisponieren müssen. Andererseits arbeite die Einrichtung daran, sich gegen eine Übernahme durch den Landkreis Aurich zur Wehr zu setzen. „Wir sind gerade dabei, ein Netzwerk aufzubauen und setzen unsere Kraft gezielt dafür ein“, so Heidel.

Kitas wollen voraussichtlich im Mai streiken

Aus ähnlichem Grund öffnet auch die Kita Hummelburg in Loppersum. „Die Kita wird ganz normal geöffnet sein“, bestätigt Leiterin Tessa Duve-Nanninga auf Nachfrage. Auch bereits bestehende Termine, die nicht abgesagt werden konnten oder sollten, seien ein Grund dafür, weshalb sich die Kita gegen eine Teilnahme am Streik ausgesprochen hat. Aber auch in Loppersum steht der für Mai angekündigte Streik bereits im Kalender.

Bürgermeister Uwe Redenius kann für die Kita „Ulen Nüst“ in Groß Midlum ebenfalls mitteilen, dass der Streik keine Auswirkungen auf den Betrieb haben wird. „Die Einrichtung hat sich entschieden, nicht teilzunehmen.“ Auch hier wird die Corona-Pandemie als Grund genannt.

Bundesweit fordert Verdi für rund 330.000 betroffene Beschäftigten bessere Arbeitsbedingungen, Maßnahmen gegen Fachkräftemangel und eine höhere Eingruppierung vieler Mitarbeiter. Die zweite Runde der bundesweiten Tarifverhandlungen war ohne Ergebnis vertagt worden. Die Verhandlungen gehen am 16. und 17. Mai in die dritte und voraussichtlich letzte Runde.

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