Saisonverkehrsbeschränkung
Immer wieder Ärger um Verkehrssünder
Ab dem 11. April wird Borkum wieder zur weitgehend autofreien Zone. Nur mit Genehmigung darf im Zentrum gefahren werden. Ein Borkumer wirft der Stadt vor, bei Kontrollen mit „zweierlei Maß“ zu messen.
Borkum - Ab dem 11. April wird Borkum wieder zur weitgehend autofreien Zone. Wegen der Saisonverkehrsbeschränkung dürfen Autofahrer dann bis Ende Oktober in der zentrumsnahen „roten Zone“ ganztägig und in der etwas weiter gefassten „blauen Zone“ von 21 bis 7 Uhr nur mit einer Ausnahmegenehmigung unterwegs sein.
Gäste etwa dürfen mit dieser Erlaubnis zwei Stunden nach Ankunft und zwei Stunden vor Abfahrt des Schiffes zu Ihrer Ferienunterkunft fahren. Firmen können bei der Stadt Borkum eine kostenpflichtige Ausnahmegenehmigung beantragen. Bei Verstößen gegen diese kann die Stadt sie allerdings wieder entziehen – wie bei Conrad Seide, der in der Innenstadt einen Allround-Service betreibt. Der Borkumer hatte im vergangenen Jahr keine Genehmigung für den Weg zu seinem Betriebsgebäude bekommen, sondern lediglich für Fahrten zu seinen Kunden. „Einer meiner Mitarbeiter ist dann mit dem Auto ganz kurz zu unserem Betrieb gefahren, um etwas aufzuladen. Daraufhin hat das Ordnungsamt sofort eingegriffen, und mir die Genehmigung entzogen“, so Seide. Dafür dass die Stadt durchgreife, habe er Verständnis. Was ihn jedoch stört: „Ich sehe während der Saisonverkehrsbeschränkung immer wieder Firmen, die zur Bank oder zum Einkaufen fahren. Andere fahren abends sogar nach Hause zum Parken in die Zone. Das wird nicht einmal kontrolliert.“ Seide wirft der Stadt vor, mit „zweierlei Maß“ zu messen und „nach Nase Entscheidungen zu treffen.“
Kontrollen werden dieses Jahr verschärft
Die Problematik mit Verstößen gegen Ausnahmegenehmigungen ist dem Borkumer Ordnungsamtsleiter Joachim Bakker bekannt. „Leider gibt es immer wieder schwarze Schafe, die ihre Sondererlaubnis ausnutzen“, sagt er. Dass aber einige Firmen stärker kontrolliert werden, als andere, streitet er ab. „Das ist eine falsche Wahrnehmung.“ In diesem Jahr sollen Auflagenverstöße laut Bakker allerdings insgesamt verstärkter kontrolliert werden. „Wir werden uns Ende März mit der Polizei zusammensetzen und uns über diese Thematik unterhalten.“
Auch mit Falschparkern hat das Ordnungsamt immer wieder zu tun. Sowohl in der „roten Zone“ (ganztägig) als auch in der „blauen Zone“ (von 21 bis 7 Uhr) ist das Parken während der Saisonverkehrsbeschränkung untersagt. „Obwohl die Bußgelder im vergangenen Jahr deutlich erhöht worden sind, hatte das kaum einen Einfluss auf die Anzahl an Falschparkern“, so Bakker. Er rate dazu, das Fahrzeug außerhalb des Stadtkerns abzustellen und die Parkplätze „Ankerstraße“, „Oppermannspad“ und „Am langen Wasser“ zu nutzen. Auf Letzterem gebe es auch eine kostenlose Kurzparkmöglichkeit, falls man mal schnell etwas von der Bank holen oder einkaufen gehen wolle. „Jeder ist gefordert, darauf zu achten, dass vor allem im Zentrum wenig Auto gefahren und nicht alles zugeparkt wird“, so Bakker.
Lastenräder könnten Lösung sein
Für die Zukunft erhofft sich der Ordnungsamtsleiter sich eine weitere Reduzierung des Autoverkehrs im Zentrum und mehr E-Mobilität. „Ein Beitrag dazu kann auch durch den Einsatz von E-Lastenfahrrädern im Bereich des gewerblichen Verkehrs geleistet werden. Gerade auf Borkum bietet sich in vielen Bereichen der Einsatz von Lastenrädern an. Sie tragen zu einer Verringerung des Kraftfahrzeugverkehrs bei“, betont er. Für die Anschaffung von E-Lastenrädern gebe es auch eine staatliche Förderung.