Hamburg
Jan Delay demonstriert mit Fridays for Future
In Hamburg gingen Tausende Menschen für den Klimaschutz und gegen den Krieg in der Ukraine auf die Straße. Unterschiedliche Angaben über Teilnehmerzahl.
Insgesamt 12.000 Menschen – und damit weniger als erhofft – sind am Freitag in Hamburg für den 10. Globalen Klimastreik auf die Straße gegangen. Angemeldet hatte die Organisation Fridays for Future (FFF) eine Demo mit 20.000 Teilnehmenden. Die Polizei gab die Zahl mit 3.500 an.
„Wir haben es nicht anders erwartet“, sagte FFF-Sprecherin Pauline Wackermann angesichts des im Vergleich zur jüngsten Friedensdemo deutlich geringeren Zulaufs. Am 3. März hatten nach Berechnung von Fridays for Future 120.000 gegen den Krieg in der Ukraine demonstriert.
„Durch den Angriffskrieg sind Ressourcen in andere Themen geflossen, die dann bei der Mobilisierung gefehlt haben“, sagte Wackermann. „Aber wir sind trotzdem zufrieden, weil mehr als 10.000 immer noch viele Menschen sind.“
Auch bei der Kundgebung am Freitag war der Ukraine-Krieg ein Thema. „Durch den Bezug russischer fossiler Energien stürzen wir uns immer weiter in die Klimakatastrophe und finanzieren russische Kriegsverbrechen“, sagte Elisa Baş von FFF Hamburg in ihrer Rede.
Mitstreiterin Annika Kruse kritisierte derweil das tags zuvor beschlossene Energie-Entlastungspaket der Bundesregierung: „Maßnahmen wie das Neun-Euro-Ticket werden uns langfristig nicht helfen, wenn weiterhin kein Ausbau im öffentlichen Nahverkehr vorgesehen ist.“
Hamburg müsse im Klimaschutz unter anderem mit der „längst überfälligen Solardachpflicht“ vorangehen, so Kruse.
Außerdem sprach auf der Bühne an der Brandstwiete Klimawissenschaftler Mojib Latif, aus der Ukraine wurde ein Aktivist zugeschaltet.
Musikbeiträge kamen von Alli Neumann und der Band OK Kid. Sänger Jan Delay, der beim globalen Klimastreit im vergangenen September noch selbst in Hamburg auf der Bühne stand, mischte sich diesmal unter die Demonstranten.