Tierschutz
Damit Giftköder nicht zur tödlichen Gefahr werden
Im Februar fraß ein Hund in Brinkum beim Gassigehen mit Gift versetzte Leberwurst. Das Tier überlebte, weil es schnell in einer Tierklinik behandelt wurde. Wie handelt man in solchen Fällen richtig?
Brinkum - Ende Februar hat ein Hund in Brinkum (Samtgemeinde Hesel) einen Giftköder gefressen. Eine 62-jährige Brinkumerin hatte in der Mittagszeit den Hund ihrer Tochter ausgeführt, als sie mitbekam, dass das Tier im Einmündungsbereich Sudenthronenstraße und Holtackerweg offenbar irgendetwas Fressbares entdeckt und verschluckt hatte. Wie sich herausstellte, handelte es sich um einen Giftköder. Der Hund musste in eine Tierklinik gebracht und dort behandelt werden.
Was und warum
Darum geht es: Wie reagiert man als Hundebesitzer richtig, wenn man den Verdacht hat, dass das Tier etwas Giftiges gefressen hat?
Vor allem interessant für: alle Hundebesitzer
Deshalb berichten wir: Im Februar fraß ein Hund beim Gassigehen mit Rattengift versetzte Leberwurst. Polizeibeamte entdeckten vor Ort weitere Giftköder. Wir wollten wissen, ob solche Vorfälle zunehmen und ob es gelungen ist, einen Täter zu überführen. Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de
„Das Tier hat überlebt, musste aber über einen längeren Zeitraum intensiv behandelt werden“, berichtete Frauke Bruhns, Sprecherin der Polizeiinspektion Leer/Emden, auf Nachfrage. Nach derzeitigem Ermittlungsstand der Polizei hatte ein unbekannter Täter Leberwurst offenbar mit Rattengift versetzt. Polizeibeamte entdeckten weitere Giftköder und stellten diese sicher. Es wurde eine Strafanzeige gegen unbekannt erstellt. Ein Täter konnte bislang nicht ermittelt werden.
Giftköderwarnung per App
Sabine Spiller hat vor 14 Jahren die Facebook-Gruppe „Giftköderwarnung Ostfriesland“ gegründet. Ihr gehören mittlerweile mehr als 3800 Mitglieder an. „Als es auf der Seite Vermisste Haustiere in Ostfriesland immer mehr Hinweise auf Giftköderfunde gab, habe ich eine eigene Facebook-Gruppe gegründet“, erzählt sie. Ziel sei es, sich gegenseitig vor potenziellen Gefahren für die Vierbeiner zu warnen.
„Generell muss man allerdings sagen, dass Giftköder in unserem Bereich kein Riesenproblem sind“, sagt die Polizeisprecherin, die selbst Besitzerin eines Hundes ist. Im November vergangenen Jahres hatte es Vorkommnisse im Philippsburger Park in Leer gegeben. Eine Hundebesitzerin aus Leer hatte damals bei der Polizei Anzeige erstattet, weil sie mehrfach mit einer weißen Paste versetzte Essensreste im Park entdeckt hatte. In einem Fall hatte der Hund nach Angaben der Besitzerin davon gefressen. Das Tier litt daraufhin unter Durchfall und Erbrechen.
Wie sollte man als Tierbesitzer in solchen Fällen reagieren? „Wer den Verdacht hat, dass der Hund Gift gefressen hat, sollte zum Tierarzt fahren“, sagt Rita Börner. Sie ist Tierärztin in der Tierarztpraxis „Zur alten Ems“ in Holthusen. Wenn die Giftaufnahme noch nicht lange zurückliege, könne der Hund zum Erbrechen gebracht werden. Denn bis das Gift im Körper wirkt und ein Tier Vergiftungserscheinungen zeigt, dauert es einige Zeit. Die Symptome könnten je nach aufgenommener Menge und Art des Gifts ganz unterschiedlich sein. „Manche Tiere husten, spucken Schleim oder Blut, andere zittern und haben blutigen Durchfall“, zählt die Veterinärin auf. Auch neurologische Ausfallerscheinungen können auftreten. Wenn ein Tier solche Vergiftungsanzeichen zeige, sei Eile geboten.
Das Blutbild kann Aufschluss über eine mögliche Giftaufnahme geben. „Rattengift führt zu Störungen der Blutgerinnung“, erklärt die Tierärztin. In solchen Fällen werde den Tieren sofort Vitamin K als Gegenmittel gespritzt. Meistens müssen die Tiere über einen längeren Zeitraum Tabletten nehmen. „Im vergangenen Jahr hatten wir zwei bis drei Fälle aus Bunde, wo Tiere mit typischen Vergiftungssymptomen behandelt werden mussten“, erzählt die Tierärztin. Eindeutig nachgewiesen werden konnte das Gift damals allerdings nicht mehr. Der Verdacht, dass die Tiere Giftköder gefressen hatten, habe damals aber nahegelegen, weil die Fälle in kurzer Zeit gehäuft in einem kleinen Umfeld aufgetreten seien.