Osnabrück

Jobs in Gefahr: Metallarbeitgeber warnen vor Gasembargo

Uwe Westdörp
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Von Uwe Westdörp
| 24.03.2022 19:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 1 Minute
Verdichterstation für russisches Erdgas in Mallnow nahe der deutsch-polnischen Grenze übernimmt vorwiegend russisches Erdgas. Foto: Patrick Pleul/dpa
Verdichterstation für russisches Erdgas in Mallnow nahe der deutsch-polnischen Grenze übernimmt vorwiegend russisches Erdgas. Foto: Patrick Pleul/dpa
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Je länger der Krieg in der Ukraine dauert, desto drängender werden die Forderungen, den Import von Gas aus Russland einzustellen. Doch führende Wirtschaftsvertreter wie Gesamtmetall-Präsident Stefan Wolf warnen dringend vor einem solchen Schritt.

Trotz anhaltender Rufe nach schärferen Sanktionen gegen Russland lehnt der Arbeitgeberverband Gesamtmetall ein Gasembargo gegen das Land weiter entschieden ab. Gesamtmetall-Präsident Stefan Wolf sagte unserer Redaktion, davor könne er nur warnen: „Wenn 50 Prozent des Gases fehlen, dann steht die Masse der Betriebe in der deutschen Industrie still. Es geht vor allem um die Chemie- und Glasindustrie, aber auch um die Metall- und Elektroindustrie.“

Bei einem Gasembargo, so Wolf weiter, drohe Millionen Beschäftigten Kurzarbeit und vielen von ihnen später womöglich auch Arbeitslosigkeit. Er betonte: „Diejenigen, die Embargos fordern, sind sich über die Tragweite offenbar überhaupt nicht bewusst.“

Dass Russland Gas nur noch gegen Rubel verkaufen will und damit westliche Sanktionen unterkaufen könnte, ändert nach den Worten von Wolf nichts an der Abhängigkeit von russischer Energie. Er sagte: „Da von unserer wirtschaftlichen Stärke nicht nur der Wohlstand, sondern auch unsere Wehrhaftigkeit abhängt, dürfen wir uns nicht selbst wirtschaftlich schwächen.“

Wolf warnte zugleich vor dem Fall, dass der Westen ein Embargo nicht durchhalten könne. Dann gehe der Schuss nach hinten los, „auch weil die Russen nach einem gescheiterten Embargo die Preise deutlich anheben könnten“.

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