Fußball
Ex-Kickers-Keeper fördert heute Torwart-Talente in Mainz
Sven Hoffmeister war einst Stammtorhüter bei Kickers Emden. Seit 2014 arbeitet der gebürtige Hannoveraner beim Proficlub Mainz 05 – und nimmt junge Torwart-Talente unter seine Fittiche.
Mainz - Sven Hoffmeister wäre gerne eine weitere Saison bei Kickers Emden geblieben. Doch der Vertrag mit dem Torhüter wurde 2007 vom damaligen Fußball-Regionalligisten nicht verlängert. „Ich erinnere mich aber sehr gerne an die Emder Zeit zurück“, sagt der gebürtige Hannoveraner, der sich über die Jahrzehnte einen Namen im Fußballgeschäft gemacht hat. Seit acht Jahren arbeitet der heute 51-Jährige beim Profi-Verein 1. FSV Mainz 05. Dort ist er seit Juni 2014 als Chef-Torwarttrainer im Nachwuchsleistungszentrum beschäftigt.
Talente zu erkennen, zu fördern und sie im Idealfall in den Profibereich zu führen: Das hat sich Hoffmeister zur Lebensaufgabe gemacht. Der Job fordert ihn sieben Tage die Woche. Viel Freizeit bleibt Hoffmeister, der 2018 die UEFA-Torwarttrainer-A-Lizenz erwarb, nicht. Dennoch zahlt sich die Zeit, die Mühe und die Leidenschaft, die Hoffmeister investiert, aus: Mit – beispielsweise – Florian Müller (heute VfB Stuttgart), Jannik Huth (SC Paderborn) sowie Robin Zentner und Finn Dahmen (Mainz 05) schafften bereits mehrere Torhüter den Sprung ins Bundesliga-Geschäft.
„Als Mannschaft sind wir sehr eng zusammengewachsen“
Hoffmeisters eigene Torhüter-Laufbahn führte zwischenzeitlich ebenfalls nach Mainz. Begonnen hat die Karriere des Hannoveraners aber bei Olympia Kassel und führte dann vom KSV Baunatal, SC Neukirchen, KSV Hessen Kassel und SV Wehen im Jahr 2000 zum damaligen Zweitligisten Mainz 05. Dort war er aber „nur“ zweiter Torwart. Dafür bekam er in der 2. Mainzer Mannschaft, die in der Regionalliga spielte, seine Einsatzzeiten. Zufrieden war Hoffmeister mit dieser Situation allerdings nicht.
Dank seines guten Kontakts zu Michael Boris – ehemaliger Torhüter und von 2004 bis 2007 Co-Trainer bei Kickers Emden – entschied sich Hoffmeister im Jahr 2005 für einen Umzug nach Ostfriesland. „Emden ist geografisch zwar weit weg vom Schuss, aber das hat mich damals nicht von meinem Wechsel abgehalten“, erinnert sich der 51-Jährige. Seine Entscheidung hat er nie bereut. „Als Mannschaft sind wir sehr eng zusammengewachsen. Zu einigen Spielern habe ich noch heute Kontakt“, sagt Hoffmeister, der unter anderem mit Sebastian Gundelach, Michael Boris und Marc Fascher noch immer im Austausch steht.
Ohne Trainerteam nach Wuppertal
Gerne erinnert sich Hoffmeister an die Kickers-Spiele. Da wären die Auswärtspartien auf St. Pauli mit voller Fan-Unterstützung aus Emden oder auch das letzte Saisonspiel 2007 beim Wuppertaler SV, das der damalige drittklassige BSV Kickers ohne das Trainerteam antreten musste. Der Emder Verein hatte sich vorzeitig von Chefcoach Marc Fascher getrennt. Kickers kehrte dennoch mit einem Sieg aus Wuppertal zurück – 4:2 hieß es am Ende.
Auf Fascher folgte Stefan Emmerling, der im Juni 2007 als Cheftrainer verpflichtet wurde, womit Hoffmeisters Zeit in Ostfriesland endete. „Er sah mich in seinen Planungen nicht mehr vor. Aber so ist das im Fußball“, sagt der besonnene Hoffmeister, der sich in Emden zum Stammtorhüter entwickelt hatte und in seinen zwei Spielzeiten in 71 Regionalliga-Spielen zwischen den Pfosten stand. Von Kickers wechselte Hoffmeister zum SSV Reutlingen, dann zum SV Sandhausen und kehrte schließlich zum KSV Hessen Kassel zurück, wo er am Ende der Saison 2011/2012 als Co- und Torwarttrainer tätig war. Durch sein gutes Netzwerk im Fußball-Geschäft holte ihn schließlich Mainz 05 zurück, wo er sich seit 2014 als Chef-Torwarttrainer um den Nachwuchs kümmert und bereits 2018 seinen Vertrag langfristig verlängerte. „Mit Sven Hoffmeister konnten wir die Ausbildung unserer Torhüter in den vergangenen Jahren auf ein neues Level heben“, wurde Volker Kersting, der damalige Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, der mittlerweile zum Direktor Nachwuchsfußball aufgestiegen ist, in einer Vereinsmitteilung zitiert. Nach wie vor geht Hoffmeister mit ganzer Akribie seinem Beruf nach – damit noch weitere Talente unter seinen Fittichen den ganz großen Sprung schaffen.