Verkehr
Nach ZOB-Eröffnung: Zwei Bushaltestellen fallen weg
Die Stadt Leer baut einen neuen Bus-Bahnhof. Wenn der fertig ist, kommen auf die Fahrgäste Änderungen zu. Unter anderem ändern sich Routen – und die Busse sollen pünktlicher werden.
Leer - Voraussichtlich im November dieses Jahres soll der neue Zentrale Omnibus-Bahnhof (ZOB) fertig sein: schöner, sicherer, komfortabler und leistungsfähiger – und dann auch eine Haltestelle für die Stadtbuslinien 621 und 625, deren Fahrgäste es dann leichter haben, in Züge oder Busse des Regionalverkehrs einzusteigen. Bisher haben beide Linien den ZOB je nach Fahrtrichtung links beziehungsweise rechts liegen lassen und stattdessen an der Haltestelle Mühlenplatz angehalten. Diese Haltestelle soll nun aufgegeben werden.
Was und warum
Darum geht es: Ab Ende des Jahres ändern sich die Routen von zwei Stadtbuslinien. Die einen sagen, es wird unkomplizierter, die anderen es wird mühsamer.
Vor allem interessant für: Verkehrsteilnehmer in Leer
Deshalb berichten wir: Bisher werden die Stadtbuslinien in Leer kaum angenommen. In kleinen Schritten wird an der Attraktivität gearbeitet. Die Autorin erreichen Sie unter: k.mielcarek@zgo.de
Zweite größere Änderung ab November: Die Route der beiden Buslinien ändert sich. Sie fahren nicht länger durch die Ledastraße, sondern werden über die Bürgermeister-Ehrlenholtz-Straße und den Bahnhofsring zum ZOB geführt. Auch die Haltestelle an der Tourismus-Zentrale wird aufgegeben.
Busse fahren nicht mehr durch Ledastraße
Vor allem zwei Gründe gebe es für diese Änderungen, erklärte Jürgen Hoffmann, in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Energie, Klima, Umwelt und Verkehr. Er hatte am Dienstag seinen letzten Arbeitstag als Leiter des Fachdienstes Mobilität und Verkehr in der Stadtverwaltung. Zum einen solle die Ledastraße umgestaltet und über die volle Länge verkehrsberuhigt werden. Womöglich werde der Durchgangsverkehr zwischen Ostersteg und Georgstraße sogar ganz unterbunden. Schon jetzt sei es für die Busfahrer mühselig über die Schwellen und durch die Wasserrinne zu manövrieren. Deshalb sei es sinnvoll, die beiden Buslinien abseits der Ledastraße zu führen.
Der zweite Grund sei die Zeitersparnis, die angesichts des eh eng getakteten Fahrplans notwendig sei, wenn die Busse in Zukunft den Zentralen Omnibusbahnhof anfahren, so Hoffmann. Für die Ein- und Ausfahrt dort entlang der etwa 100 Meter langen Haltestelleninsel in der Mitte mitsamt des Ein- und Aussteigevorgangs müssten zwei Minuten eingeplant werden, mehr also als für den Halt an einer anderen Haltestelle. „Die Busse werden pünktlicher“, so seine Prognose.
Widerspruch aus der SPD
Widerspruch kam aus der SPD. „Wir reduzieren die Qualität des Stadtbusverkehrs“, sagte Fraktionsvorsitzender Heinz-Dieter Schmidt. Die beiden Bushaltestellen, die aufgegeben werden sollten, seien nah an der Fußgängerzone und deshalb wichtig für viele ältere Buspassagiere. Und gerade die Linie 651 von und nach Bingum werde von vielen Senioren genutzt. „Die Fußwege werden zu weit“, sagte auch Sönke Eden, neben SPD-Ratsherr auch Ortsvorsteher von Bingum. Der ZOB mit seinen vielen Haltestellen sei für eine 80-Jährige, die aus dem Zug aussteige, zu unübersichtlich.
Den Buspassagieren bliebe immer noch die Haltestelle in der Bürgermeister-Ehrlenholtz-Straße, die sich ebenfalls in unmittelbarer Nähe zur Fußgängerzone befinde, sagte Bruno Schachner (Grüne): „Ich verstehe die Bedenken nicht. Wir bauen mit Riesenaufwand einen Zentralen Omnibus-Bahnhof und wollen dann, dass die Leute am Mühlenplatz einsteigen.“ Er vermutete, dass hinter der SPD-Argumentation vielmehr die Angst stehe, dass es tatsächlich keinen Durchgangsverkehr mehr auf der Ledastraße geben könnte. Auch Günter Podlich (Gruppe FDP/LWG) sah mehr Vor- als Nachteile der von der Stadtverwaltung vorgeschlagenen Variante: Gäste, die aus dem Zug steigen, hätten es dann deutlich leichter und müssten nicht erst in die Georgstraße zur Haltestelle Mühlenstraße laufen.
Die SPD stellte trotzdem den Antrag, mindestens für die Linie 651 die bisherige Route mit allen Haltestellen beizubehalten und außerdem den ZOB anzufahren, konnte sich aber nicht durchsetzen. Es bleibt bei dem Vorschlag der Stadtverwaltung, die beiden Haltestellen Mühlenplatz und Tourismus-Zentrale aufzugeben und die Linien 651 und 652 vom Ostersteg über die Bürgermeister-Ehrlenholtz-Straße und den Bahnhofsring statt über die Ledastraße zum ZOB zu führen.