Bildung

Mobbing auf dem Schulhof ist fies – aber kein Kind muss leiden

Karin Lüppen
|
Von Karin Lüppen
| 15.03.2022 09:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Trainerin Wiebke Maske (an der Tafel) hilft den Kindern, stärker zu werden. Foto: privat
Trainerin Wiebke Maske (an der Tafel) hilft den Kindern, stärker zu werden. Foto: privat
Artikel teilen:

Kinder ärgern andere Kinder – doch manchmal wird es zu viel. In Moormerland erklärt Trainerin Wiebke Maske den Schülern, wie sie sich davor schützen können. Die Kurse sind begehrt.

Moormerland - Klar, dass man sich mal gegenseitig ärgert, passiert. Meistens vertragen sich Kinder anschließend wieder. Aber es gibt Gemeinheiten, die tiefer gehen, die man nicht so schnell vergisst. Wie Grundschüler damit umgehen können, vermittelt Resilienz-Trainerin Wiebke Maske in Kursen, die von der Präventionsarbeit der Gemeinde für die Grundschulen angeboten werden.

Was und warum

Darum geht es: Schon Kinder im Grundschulalter sind Ziel von Mobbing. In Moormerland soll eine Trainerin ihnen beibringen, wie sie mit den Gemeinheiten anderer umgehen können.

Vor allem interessant für: Eltern und Kinder im Grundschulalter

Deshalb berichten wir: Das Jugendhaus Moormerland hat über das Anti-Mobbing-Training informiert.

Die Autorin erreichen Sie unter: k.lueppen@zgo.de

In Oldersum und Jheringsfehn konnten die Anti-Mobbing-Trainings bereits angeboten werden. „Die Kurse waren schnell ausgebucht“, sagt Irmgard Weiß vom Präventionsbüro im Jugendhaus Moormerland. Sie wurden über das Programm „Startklar“ finanziert. Weitere Kurse seien möglich, die Schulen seien angeschrieben und über das Angebot informiert worden. „Es wurde Interesse signalisiert“, so Weiß.

Wie läuft so ein Training ab? Wiebke Maske versucht, den Kindern beizubringen, dass sie sich nicht alles gefallen lassen müssen. „Jedes dritte Schulkind hat schon Erfahrungen mit Mobbing gemacht“, sagt die Trainerin aus Neermoor. Die Teilnahme an einem Kursus muss von den Eltern beantragt werden. Dass die Kurse in Oldersum in allen Jahrgängen so schnell ausgebucht waren, zeigt laut Weiß, dass den Eltern die Problematik bewusst ist, dass sie aber selber ihre Kinder nicht dagegen wappnen können.

Von Mücken, Schafen und Löwen

Dabei ist die Strategie, die Maske vermittelt, ist einleuchtend: „Ich gehe weg und suche mir jemanden, der freundlich zu mir ist, mir hilft und mich stärkt.“ Dazu sollen sie ihre eigenen Bedürfnisse erkennen lernen. Für jeden Schulhof hat sie drei Typen festgelegt, die es immer gibt: Mücke, Schaf und Löwe. Die Mücke nervt durch ihr ständiges Sirren. Das Schaf blökt laut, und der Löwe versucht, durch Brüllen zu imponieren. In den Kursen werde erklärt, wie man dem jeweiligen Typ erfolgreich begegnen kann.

Ein weiteres Angebot des Präventionsbüros für die Grundschulen in Moormerland sind Lese-Inseln für Kinder mit festgestelltem Förderbedarf. In einer angenehmen Atmosphäre und ohne Druck soll den Kindern mit der Fingerzeichen-Methode das Lesen beigebracht werden. Derzeit gibt es laut Irmtraud Weiß eine Gruppe in Jheringsfehn sowie zwei Gruppen in Neermoor und jeweils drei in Warsingsfehn-Ost und Oldersum. Analog dazu würden Mathe-Inseln „anvisiert“, so Weiß.

Ähnliche Artikel