Fußball

Elfmetermann Wulff lässt Kickers spät jubeln

| | 13.03.2022 18:44 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Dauerläufer, Flankengeber und Elfmetertorschütze: Holger Wulff (rechts) war einer der auffälligsten Emder Akteure in Egestorf. Foto: Zwing
Dauerläufer, Flankengeber und Elfmetertorschütze: Holger Wulff (rechts) war einer der auffälligsten Emder Akteure in Egestorf. Foto: Zwing
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Auftakt geglückt: Mit einem 1:0-Sieg in Egestorf feierte Kickers Emden einen perfekten Start in der Aufstiegsrunde zur Fußball-Regionalliga. Der Erfolg war allerdings glücklich.

Egestorf - Binnen Sekunden bildete sich nach Abpfiff vor der Kickers-Bank eine Jubeltraube. Die Emder hüpften, umarmten sich. Kein Wunder, denn der Auftakt in der Aufstiegsrunde zur Fußball-Regionalliga war geglückt – und das beim Tabellenführer. Mann des Tages am Sonntag war Holger Wulff, der in der 90. Minute per Foulelfmeter den 1:0-Siegtreffer erzielte. Ausgerechnet Holger Wulff. Beim 0:2 gegen Delmenhorst – dem letzten Testspiel vor der Aufstiegsrunde – vor einer Woche hatte der 32-Jährige noch einen Strafstoß verschossen. Trotzdem war Wulff auch in Egestorf Emdens „Mr. Elfmeter“. „Ich habe mich diesmal vor dem Elfer besser gefühlt, wollte es aber schnell hinter mich bringen“, gestand Emdens Nummer sieben nach dem Spiel. Bei aller Brisanz und Wichtigkeit behielt Wulff aus elf Metern die Nerven und donnerte den Ball hoch mittig ins Tor, was den Emder Sieg bedeutete.

Spieldaten

Kickers: Wetzel; Jabbie, Dassel, Faqiryar – Goosmann, Sillah – Visser, Steffens, Wulff, Konda (90. + 2 Braun) – Adeniran (75. Bamezon).

Tor: 0:1 Wulff (Foulelfmeter, 90.).

Dabei war es eigentlich ein hart umkämpftes, typisches 0:0-Spiel. „Ein Remis wäre sicherlich gerecht gewesen“, empfand auch Kickers-Coach Stefan Emmerling. „Die drei Punkte nehmen wir aber sehr gerne mit. Mein Team hat ein fantastisches Spiel abgeliefert und gezeigt, dass es auf dem Punkt fit ist.“ Emmerling spielt damit auf die eher bescheidene Vorbereitung an, in der es teils gegen Landesligisten Niederlagen und Gegentore satt hagelte. Jetzt in Egestorf präsentierte sich Kickers stark formverbessert, der Defensivverbund zeigte sich deutlich sattelfester. Durch den Sieg rutscht Kickers bis auf einen Zähler an Gegner Egestorf-Langreder, der die Oberliga-Staffel Hannover/Braunschweig souverän gewonnen hatte, heran. Die Spitzengruppe liegt punktemäßig eng beieinander. Den Ersten Egestorf-Langreder und den Fünften Heeslingen trennen nur drei Punkte.

Visser-Doppelchance bleibt ungenutzt

Rund um das Kickers-Spiel in Egestorf hat es mehrere solidarische Aktionen für die Ukraine gegeben. So wurde aus dem Mittelkreis mit zwei zusätzlichen Kreidelinien ein Peace-Zeichen (Friedenszeichen kreiert. Des Weiteren gewährte der 1. FC Germania allen ukrainischen Bürgern, die sich zurzeit in Barsinghausen aufhalten, freien Eintritt. In Barsinghausen finden derzeit einige Ukrainer Zuflucht – vor allem aus der Partnerstadt Kovel. Das Angebot nahm allerdings nur eine Handvoll Ukrainer wahr. Insgesamt war die Partie im Stadion an der Ammerke mit 300 Zuschauern mau besucht. Davon waren allein 70 Anhänger von Kickers Emden.

Ayo Adeniran (gelbes Tribot) lief für Kickers in der unggewohnten Stürmerrolle auf. In dieser glänzte er vor allem als Arbeiter. Eine Großchance ließ er aus. Foto: Zwing
Ayo Adeniran (gelbes Tribot) lief für Kickers in der unggewohnten Stürmerrolle auf. In dieser glänzte er vor allem als Arbeiter. Eine Großchance ließ er aus. Foto: Zwing

Die, die vor Ort waren, oder das Geschehen via Livestream verfolgten, sahen in der ersten Halbzeit eine recht muntere Partie. Nach gerade mal 90 Sekunden zappelte der Ball im Kickers-Tor. Doch wegen einer vorangegangenen Abseitsstellung wurde der Egestorfer Treffer nicht gegeben. Nach hektischen Anfangsminuten folgte bis zur Halbzeit die beste Kickers-Phase – angetrieben von Spielgestalter Holger Wulff. Eine seiner Hereingaben von der linken Seite fand in dem eingerückten Heiko Visser einen Abnehmer. Doch seine Direktabnahme konnte Germania-Schlussmann Ole Schöttelndreier zur Seite abklatschen (14.). Augenblicke später konnte Visser den Ball aus aussichtsreicher Position nicht aufs Tor bringen. Zweimal Steffens, Adeniran, Sillah und Konda besaßen weitere Kickers-Chancen vor der Pause.

Frühe Anreise zahlt sich aus

Nach einer vergebenen Egestorf-Großchance durch Jos Homeier unmittelbar nach dem Seitenwechsel flachte die Partie ab, Abschlüsse waren Mangelware. In der Schlussphase spielten die Gastgeber gute Ausgangslagen nicht gut zu Ende. Das rächte sich – weil Tido Steffens in der 89. Minute nach einer Bamezon-Kopfballverlängerung im Strafraum von Torwart Schöttelndreier gelegt worden war. Die Ausführung des folgenden Elfers durch Wulff ist bekannt.

Am kommenden Sonnabend steht für Kickers das nächste Topspiel an. Der Dritte SV Rahmlingen-Ehlershausen wird in Emden zu Gast sein. Das Kickers-Trainerteam hatte sich am Sonnabend bereits ein Bild vom SV gemacht. Mit zwei Bullis und Privatwagen war der Kickers-Tross zur optimalen Spielvorbereitung am Sonnabend nach Hannover gereist. Emmerling und Co. nutzten die sich daraus ergebene Chance, sich das einige Kilometer entfernte Spiel zwischen Ramlingen-Ehlershausen und Spelle-Venhaus (2:0) vor Ort anzuschauen.

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